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Von TraderFox
21. Juli 2020

Zum Wochenstart wurden die US-Börsen von wiedererstarkten Technologie-Aktien angetrieben. In diesem Umfeld verzeichnete der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index aber leichte Abgaben auf 15.253 Punkte. Covid-19-Profiteur Citrix Systems dürfte diese Woche für Q2 dank boomender Homeoffice-Plattformen starke Zahlen vorlegen. Mobilfunkanbieter Verizon spürt in Krisenzeiten nur leichten Umsatzrückgang und glänzt mit Investitionen in Zukunftstechnologien und gleichzeitiger Dividendensicherheit.

Der absolute Tagesgewinner war am Montag mit einem Plus von über 7% im TraderFox-Index die Aktie von Citrix Systems, die dabei am Ende mit 167,50 USD auf ein neues Jahreshoch ausbrach. Angetrieben wurden die Papiere in erster Linie von der Hoffnung auf deutlich besser als erwartet ausfallende Geschäftszahlen für das jüngste Corona-beeinflusste 2.Quartal. Mit ihren digitalen Software-Lösungen bietet die US-Technologiefirma unter anderem die besten Voraussetzungen für weltweite Unternehmenskunden, Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten zu lassen und dort auch mit ihnen in Verbindung zu bleiben. Dabei konnte Citrix die Umsatz- und Gewinnerwartungen bereits für das erste Jahresviertel übertreffen. Vor allem dank des Covid-19-Ausbruchs zogen die Erlöse um beachtliche 19% auf 861 Mio. USD an. Fast alle Sparten profierten damals von einer starken Nachfrage unter mittelständigen und kleineren Gesellschaften, die “Virtuelle Meetings“ häufiger nutzen wollten. Wichtigste Bestandteile bei der von Citrix angebotenen Technologien sind letztlich die integrierten App- und Datendienste sowie verschiedene Kommunikationslösungen. Zeitgleich dämpfte allerdings das Management die weiteren Erwartungen, da die Virus-Unsicherheiten und die damit verbundene Investitionszurückhaltung auf Kundenseite anhalten dürften. Auch würden Unternehmen nach Ende der Shutdowns wieder verstärkt auf Geschäftsreisen zurückgreifen, betonte der Vorstand.

Da sich die Neuinfektionszahlen gerade in Amerika aber weiterhin auf einem Rekordniveau befinden, dürften tatsächlich sehr gute Umsatz- und Gewinnzahlen am 23.Juli bei Citix zu erwarten sein. Der IT-Spezialist bietet seinen Kunden aber noch deutlich mehr. So sorgt das Unternehmen mit seinen Software-Anwendungen beispielsweise auch dafür, das Inkompatibilitäten zwischen unterschiedlichen Betriebssystemen und Netzwerk-Infrastrukturen überwunden werden können. Vor allem Partnerschaften mit namhaften Kunden wie Microsoft sorgten in der Vergangenheit für einen beständigen technologischen Transformationsprozess. Citrix selbst schüttet sogar auch eine Dividende aus, jedoch mit einer für ein Technologieunternehmen typischen Rendite von nur 0,9%. Viel spannender ist dagegen die adjustierte Dividendenrendite, die angesichts erheblicher Aktienrückkäufe in den letzten 5 Jahren bei beachtlichen 13% lag.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Minimale Abgaben auf 35,70 USD musste im TraderFox-Index gestern dagegen die Aktie von Verizon Communications hinnehmen. Mit über 100 Mio. Kunden und einer Umsatzgröße von zuletzt 131 Mrd. USD ist das Unternehmen eines der führenden in der globalen Telekommunikationsbranche. In den USA ist es bereits der größte Mobilfunkanbieter weit vor den Wettbewerbern AT&T und T-Mobile US/Sprint. Von den gesamten Mobilfunkkunden in Amerika zählen immerhin 35% zu Verizons Kunden. Dabei reichen die gesamten Dienstleistungen des Unternehmens von Festnetz-Telefonie über Internetzugänge bis hin zu Breitband-Video und Datenstreaming. Der Grund für die unangefochtene Marktführerschaft liegt vor allem in der enormen Kapital- und Cashflowstärke, mit denen in der Vergangenheit die hohen Vorlaufkosten beim Ausbau der Funknetz-Infrastruktur finanziert wurden. Letztlich gibt es nur wenige Konkurrenten, die diese beachtlichen Summen ohne weiteres bewältigen können. Verizon setzt im Zuge der anhaltenden Digitalisierung aber auch auf große Trends wie beispielsweise das Internet der Dinge (IOT). Die gegenwärtige Einführung der 5G-Netzwerktechnologie in den USA spielt dabei ebenfalls eine entscheidende Rolle. Nur so kann das Unternehmen letztlich die starke Nachfrage nach High-Speed Internet und hohen Datenmengen bewältigen, die durch den zu erwartenden Vernetzungs-Boom entstehen.

Die jüngste Corona-Ausbreitung hat diese technologische Entwicklung auch nicht aufgehalten. Verizon konnte in seinen Kundenshops lediglich weniger Hardware verkaufen und temporär keinen umfassenden Service anbieten. Das eigentliche Mobilfunkgeschäft des Unternehmens hielt sich in den letzten Monaten aber äußerst robust, die Einnahmen gingen in Q1 nur leicht um 1,6% zurück, was in Anbetracht der Umsatzgröße gut zu verdauen sein dürfte. Auch die Dividende von derzeit 4,4% sollte bei einer Ausschüttungsquote von zuletzt 54% mit diesen stabilen Ertragsquellen weitergehend sicher sein.

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