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Von TraderFox
19. März 2020

An der Wall Street hat am Mittwoch die extreme Unsicherheit, wie weit die Coronakrise noch um sich greift, wieder merklich zugenommen. In diesem Umfeld gab auch der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index deutlich auf 11.948 Punkten nach. Cisco Systems lässt in Q2 rund 2,3 Mrd. USD an Aktionäre über Aktienkaufprogramme und Dividenden zurückfließen. Citrix Systems gilt dank hoher Nachfrage nach Home-Office-Lösungen mit seinen “Digital Workspace“-Plattformen als unerwarteter Corona-Profiteur.

Einer der Tagesfavoriten im TraderFox-Index war am Mittwoch die Aktie von Cisco Systems, die um 4,5% auf 37,12 USD zulegen konnte. Die Geschäfte des amerikanischen Netzwerkausrüsters laufen derzeit eher gebremst, dafür werden Aktionäre umso mehr mit üppigen Aktienrückkäufen verwöhnt. Im zurückliegenden 2.Quartal gingen jedenfalls die Erlöse um 3,5% zurück. Hierfür machte das Management im Wesentlichen die geringere Ausgabenneigung einiger Kunden im Zuge des sich verschlechternden makroökonomischen Umfelds verantwortlich. Dennoch zogen bei Cisco zuletzt die Serviceumsätze rund um Software- und Netzwerkanwendungen um über 5% auf 3,33 Mrd. USD an, und erzielten damit immerhin gut 28% der Gesamterlöse. Und auch bei der Gewinnmarge zeigte das Unternehmen weiterhin einen Spitzenwert von 21%. Zudem kam es im Quartal erneut zu umfangreichen Aktienkaufprogrammen und Dividendenzahlungen. Diese summierten sich letztlich zusammen auf 2,3 Mrd. USD. Angesichts des jüngsten Kursrückgangs bieten die Cisco-Papiere damit mittlerweile auch wieder eine Kapitalrendite von fast 4%. Dazu notiert die Aktie bewertungstechnisch nur noch mit einem KGV von 11.

Der Netzwerk- und Softwaresecurity-Dienstleister hat darüber hinaus auch die zuletzt getätigte Übernahme des auf die Herstellung von Netzwerkteilen spezialisierten Unternehmens Exablaze abgeschlossen. Mit den Bauteilen der neuen Tochter können Netzwerke insgesamt schneller und robuster betrieben werden. Cisco selbst erwartet aber für das laufende Quartal nochmals einen Rückgang des Umsatzes in einer Spanne von 1,5 bis 3,5%. Dennoch wird das Management dabei nicht nur gutes Geld verdienen, dieses dürfte neben Investitionen ins operative Geschäft auch weiterhin kontinuierlich in Aktienrückkäufe gesteckt werden.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Auch die Aktie von Citrix Systems war am Mittwoch im TraderFox-Index eines der stärksten Papiere und notierte dabei mit 2,4% im Plus bei 130,50 USD, dies war zugleich auch ein neues Jahreshoch. Die US-Technologiefirma gehört mit ihren digitalen Arbeitsplatz-Software-Plattformen zu den heimlichen Corona-Profiteuren. Mit diesen Anwendungen können Unternehmen ihre Mitarbeiter bequem von zuhause aus arbeiten lassen. Wichtigste Bestandteile der angebotenen Plattform sind dabei die integrierten App- und Datendienste sowie verschiedene Kommunikationslösungen. Dieses von Citrix entwickelte Software-as-a-Service-Geschäft (SaaS) basiert auf Cloud-Technologien und wird dem Unternehmen zufolge inzwischen von weltweit über 400.000 Organisationen genutzt. Und durch den überraschenden Corona-Ausbruch dürfte die Sparte letztlich enorm profitiert haben. Der IT-Spezialist bietet seinen Kunden aber noch deutlich mehr. So sorgt Citrix mit seinen Software-Produkten unter anderem dafür, das Inkompatibilitäten zwischen unterschiedlichen Betriebssystemen und Infrastrukturen überwunden werden können.

Das Wachstum in den zurückliegenden 5 Jahren war dabei aber mit im Schnitt nur 1% teilweise deutlichen Schwankungen ausgesetzt. Dafür kletterten die Gewinne des Unternehmens aber mit durchschnittlich 27% umso dynamischer. Letztlich sorgen vor allem auch Partnerschaften mit namhaften Kunden für einen beständigen technologischen Transformationsprozess, den Citrix maßgeblich für den Ausbau seiner Geschäfte nutzt. Für ein Technologieunternehmen ist auch die derzeitige Kapitalrendite von nur 1,1% eher typisch. Viel interessanter dagegen ist die adjustierte Dividendenrendite. Und die lag angesichts umfassender Aktienrückkäufe in den letzten 5 Jahren bei eindrucksvollen 13,2%.

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