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Von Christina Rothfuß
20. November 2023

Den US-Börsen fehlten am Freitag zum Ende einer robusten Börsenwoche neue Impulse. In diesem Umfeld lag der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index aber mit 0,3 % im Plus bei 21.492 Punkten. Cisco legt für Q1 einen um 8,0 % höheren Rekordumsatz von 14,67 Mrd. USD hin, allerdings nahmen auch die Bestellungen ab, was die Aktie zuletzt belastete. Lebensmittelanbieter General Mills verfügt dank 100 Portfoliomarken über zahlreiche Qualitäten, nach dem jüngsten Rückgang kommt die Aktie wieder auf 3,6 % Dividendenrendite.

 

Am vergangenen Donnerstag war mit zeitweise zweistelligen Abgaben im TraderFox-Index die Aktie von Cisco Systems der größte Verlierer. Am Freitag lag sie aber nur noch leicht hinten bei 47,75 USD. Dabei lieferte der IT-Netzwerkausrüster am Donnerstag ein durchaus starkes Startquartal ins neue Geschäftsjahr 2023/24 inklusive Rekordumsatz. Allerdings reduzierte das Management den Ausblick für das Gesamtjahr, was einigen Investoren offenbar nicht geschmeckt hat. Dafür bietet Cisco auf dem aktuellen Kursniveau derzeit wieder eine beachtliche Dividendenrendite. Das Technologieunternehmen, das sich vor allem auf Netzwerk-bezogene Hard- und Software sowie Telekommunikationsausrüstung spezialisiert hat, konnte aber für die Zeit von August bis Oktober einen um 8,0 % höheren Q1-Umsatz von 14,67 Mrd. USD ausweisen. Zudem war auch der Gewinn dynamisch um 29,0 % geklettert. Cisco`s Vorstand sprach letztlich von einem “soliden Start“ in das neue Geschäftsjahr und verwies darauf, dass im Startquartal neue Rekorde bei Umsatz und Rentabilität aufgestellt wurden. Wir sind zuversichtlich, was die Stärke unseres Geschäfts und die künftigen Wachstumschancen in den Bereichen KI, IT-Sicherheit und der Cloud angeht, so der Manager weiter. Cisco konnte in den letzten 3 Monaten aber vor allem mit den um jeweils 13,0 % gestiegenen Einnahmen der Softwaresparte und im Abo-Bereich punkten. Was die Anleger aber etwas verschreckte, waren die vom Router- und Netzwerkspezialisten verbuchten Ordereingänge.

Denn trotz des soliden Q1-Zahlenwerks musste das Management bei Cisco eine Verlangsamung bei neuen Produktbestellungen vermelden, da sich Kunden derzeit zunächst auf die Installation und Implementierung von ausgelieferten Produkten konzentrieren. Konkret schätzt Cisco, dass aktuell ein bis zwei Viertel der ausgelieferten Produktbestellungen noch darauf warten, von den Firmenkunden implementiert zu werden. Dies hatte zur Folge, dass am Donnerstag auch gleich die Umsatzerwartungen heruntergesetzt wurden. Demnach erwartet das IT-Unternehmen im Bilanzjahr 2023/24 nur noch Gesamterlöse zwischen 53,8 und 55,0 Mrd. USD, nach zuvor 57,0 und 58,2 Mrd. USD. Am Ende war das Quartal für Cisco aber dennoch ein starker Start ins neue Geschäftsjahr. Aber solange Investoren keine Anzeichen dafür sehen, dass sich der jüngste “Implementierungs-Rückstand“ auflöst, dürfte der Aktienkurs unter Druck bleiben. Dies bietet aber wiederum für Dividendenjäger gute Chancen einzusteigen, und die aktuelle Kapitalrendite von derzeit gut 3,3 % mitzunehmen. Schließlich hat Cisco in den letzten 16 Jahren immer höhere Ausschüttungen getätigt, getrieben vor allem von robusten Cashflows und Margen von meist über 20,0 %.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl einbezogen.

Einen kleinen Kursrückgang von 0,4 % auf 64,75 USD zeigte am Freitag im TraderFox-Index auch die Aktie von General Mills. Dabei notieren die Anteilscheine des US-Lebensmittelherstellers derzeit so niedrig wie schon lange nicht mehr, und haben inzwischen ein überschaubares KGV von 14. Zudem bieten sie gegenwärtig auch wieder 3,6 % an Dividende. General Mills verfügt sogar über 100 Portfoliomarken, die fast jeder kennen sollte. Hierzu zählen Produkte wie Cheerios, Yoplait, Haagen-Daz oder auch Fitness Cornflakes. Und mit einem Gesamtumsatz von 22,09 Mrd. USD im Jahr 2022 ist das Unternehmen mit seinen Pizzen, Fertiggerichten sowie Soßen und Gewürzen auch einer der größten Player in dem Bereich. Das globale Geschäft rundum verpackte Lebensmittel ist jedoch hart umkämpft, General Mills hat seine Position als Marktführer über die letzten Jahrzehnte immer verteidigt. Gegenwärtig strafft das Unternehmen auch seine gesamten Sparten, mit dem Ziel, langsam wachsende und margenschwache Marken zu veräußern. Die Amerikaner sind dabei bis zuletzt vor allem durch Produkterweiterungen sowie dem Kauf von Zusatzmarken gewachsen. Dazu kamen aber bei General Mills noch Vertriebsausweitung, Preiserhöhungen und kleinere Akquisitionen und Fusionen. Seit 2018 sind die Umsätze mit den in erster Linie in den USA bekannten Marken wie Old El Paso und Bisquick folglich jährlich um im Schnitt 5,1 % gestiegen.

Das eigentliche Dividendenwachstum von General Mills beträgt aber nur 4 Jahre, da der Müsli- und Pizzaproduzent nach der 2019er-Übernahme von Blue Buffalo eine Pause eingelegt hat. Mit dem damaligen 8-Mrd-USD-Deal gelang dem Unternehmen aber der Einstieg in den Bereich Tiernahrung. Allerdings hat das Management seit 122 Jahren keine Dividendenkürzung mehr vorgenommen, was bei General Mills als Zeichen von operativer Stärke gewertet werden kann. Die aktuelle Dividendenrendite von 3,6 % liegt sogar leicht über dem 5-Jahresdurchschnitt. Und die moderate Ausschüttungsquote von etwa 50,0 % gibt Anlegern darüber hinaus Vertrauen in die bilanzielle Sicherheit. Die Aktie von General Mills hat aber im Jahresverlauf bisher um über 20,0 % nachgegeben, und dürfte damit aufgrund der zahlreichen Qualitätsmerkmale ein langfristiger Kauf sein.

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