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Von TraderFox
04. Dezember 2020

Nach den letzten Konsolidierungstagen haben die Anleger am Donnerstag an der Wall Street wieder vermehrt Aktien gekauft. In diesem Markumfeld legte folglich auch der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index um 0,5% auf 16.507 Punkte zu. Corona-bedingte Absatzrekorde bei gebrauchten Autos bringen Ersatzteilhändler AutoZone gute Geschäfte, die Aktie kommt dazu auf eine adjustierte Dividende von 5%. Drogeriekette Walgreens macht sein Pharmageschäft trotz Amazon-Konkurrenz derzeit noch robuster und wird weiter nur mit einem KGV von 8 bewertet.

Leichte Zugewinne verbuchte am Donnerstag im TraderFox-Index die Aktie von AutoZone und schloss am Ende bei 1.154,00 USD. Dem amerikanischen Autoersatzteil-Händler kann die anhaltende Corona-Krise, so wie sie sich bislang ausbreitet, dank des robusten Geschäftsmodells, kaum etwas anhaben. Für Analysten haben die jüngsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die Amerika gerade erlebt, sogar aufgezeigt, wie rezessionsunabhängig und pandemieresistent AutoZone letztlich ist. Nicht nur das sich die Auto- und Ersatzteilverkäufe allein im September trotz Virusausbreitung in den USA um 11% erhöht haben, auch im gesamten 3.Quartal zogen sie bundesweit um über 7% an. Die stärksten Wachstumsimpulse kamen dabei vor allem von Gebrauchtwagenmarkt. Darauf spezialisierte Autohändler wie Carvana und Vroom kommen mit der hohen Nachfrage kaum hinterher, was wiederum zu steigenden Fahrzeugpreisen geführt hat. Dieser Trend dürfte auch noch eine Weile anhalten, sind doch spürbare Auswirkungen durch die angestrebten Covid-19-Impfungen noch Monate entfernt. Als Besitzer eines gebrauchten Autos benötigt man auch irgendwann verschiedenste Ersatzteile, und da kommt AutoZone ins Spiel. Der Vorstand des Unternehmens erwartet nach dem Boomquartal im Sommer mit einem über 22%igem Umsatzwachstum jedenfalls auch für die kommenden Quartale rosige Geschäftsaussichten.

Sollte die US-Wirtschaft demnächst erneut rezessive Tendenzen zeigen, dann werden unsere Kunden an ihren Autos eher festhalten, und sich keinen Neuwagen zulegen, betonte der Manager. Dies haben wir schon in den letzten 3 Rezessionen erlebt. AutoZone`s Erlöse könnten folglich noch eine Weile überdurchschnittlich hoch bleiben. Mit 12,63 Mrd. USD Umsatzgröße ist der Ersatzteil-Händler jedenfalls eine wichtige Größe am US-Markt. Dabei ist auch die jüngst erzielte Gewinnspanne von 14% durchweg gesund. Zwar schüttet das Management generell keine Dividende aus, angesichts beständiger Aktienrückkäufe ergibt sich aber dennoch für die letzten 5 Jahre eine adjustierte Dividendenrendite von 5,2%. Die AutoZone-Aktie ist darüber hinaus auch noch vergleichsweise niedrig bewertet, und notiert mit einem 2021er KGV von nur 14.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Den größten Tagesgewinn mit 7,5% auf 42,85 USD konnte gestern im TraderFox-Index die Aktie von Walgreens Boots Alliance hinlegen. Die Apothekenkette, die in Amerika unter dem Markennamen Walgreens und Duane Reade sowie in Großbritannien unter Boots Pharmaceuticals präsent ist, war zuletzt wieder stärker unter Verkaufsdruck geraten, nachdem der Onlinehändler Amazon Ende November seinen eigenen Pharmavertrieb gestartet hatte. Seitdem bietet der E-Commerce-Riese seinen Kunden den Medikamentenversand innerhalb von 2 Tagen, und das zu meist niedrigeren Preisen, als in den meisten Apothekengeschäften. Bei Walgreens sind nun aber wieder Schnäppchenjäger aktiv, da sich die Aktie in diesem Jahr trotz gegenwärtigem Value-Aktienboom eher unterdurchschnittlich entwickelt hat. Immerhin war das Geschäft mit Gesundheits- und Pharmaprodukten in den zurückliegenden Monaten, also mit Beginn der Pandemie, aufgrund zurückhaltender Kundschaft eine überaus herausfordernde Zeit. Inzwischen hat das Management aber begonnen, das eigentlich robuste Geschäftsmodell noch stärker gegen unerwartete Einflüsse zu machen. Zu diesem Zweck wurde bei Walgreens auch ein Kostensenkungsprogram eingeführt, das letztlich bis Ende 2022 notwendige Einsparungen von bis zu 2 Mrd. USD bringen dürfte.

In den zurückliegenden Jahren war das Geschäft der Drogeriekette eigentlich sehr erfolgreich. So lag das Wachstum in den USA und England auch aufgrund strategischer Zukäufe bis zuletzt im Schnitt bei jährlich 6%. Und angesichts der über 45-jährigen und damit beeindruckenden Dividendenkontinuität gehört Walgreens auch zu den stabilsten Werten am amerikanischen Aktienmarkt überhaupt. Noch immer ergibt sich für die Aktie ein bewertungstechnisch niedriges KGV von 8, obwohl Unternehmen innerhalb der Gesundheitsbranche als relativ widerstandfähig in Krisenzeiten gelten. Zudem wird die gegenwärtige Unterbewertung mit attraktiven 4,7% Dividendenrendite untermauert.

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