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Von TraderFox
13. Juli 2021

Die hohen Erwartungen an die in dieser Woche beginnende Berichtssaison sowie anstehende Inflationsdaten haben am Montag die US-Börsen auf teils neue Rekordstände gehoben. In diesem Markumfeld legte folglich auch der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index um 0,2% auf 19.360 Punkte zu. Pandemie-bedingter Umsatzboom bei gebrauchten Autos bringen AutoZone weiterhin brummende Geschäfte. Online-Marktplatz eBay erwartet angesichts der anhaltend starken Covid-19-getriebenen Nachfrage einen Gewinnanstieg für 2021 von stattlichen 100%.

Leichte Zugewinne von 0,8% konnte am Montag im TraderFox-Index die Aktie von AutoZone hinlegen, die am Ende zu einem neuen Jahreshoch bei 1.577,50 USD führten. Die starke Kurseinwicklung der letzten Monate verwundert dabei nicht, ist doch die schwere Rezession, die Corona letztlich in Amerika ausgelöst hat, für den US-Autoersatzteil-Händler, angesichts des robusten Geschäftsmodells, ein richtiger Umsatz- und Gewinntreiber geworden. Und dieser Trend scheint auch in diesem Jahr anzuhalten, denn im letzten Quartal lag das Umsatzplus erneut bei beachtlichen 31%, die Gewinne zogen sogar um dynamische 84% an. AutoZone zeigt sich aber nicht nur pandemieresistent, da viele Leute aufgrund der Virus-Ausbreitung in 2020 kaum mit öffentlichen Transportmitteln fuhren, und sich zudem wegen der wirtschaftlichen Unsicherheiten damals kein neues Auto zulegten. Als Besitzer eines gebrauchten Wagens benötigt man aber irgendwann auch die unterschiedlichsten Ersatzteile, und da kommt das Unternehmen mit seinem Geschäft ins Spiel. Mit einer Umsatzgröße von zuletzt 14,26 Mrd. USD ist AutoZone am amerikanischen Markt neben Konkurrenten wie O'Reilly und Advance Auto Parts jedenfalls eine wichtige Branchengröße. Seit dem Börsengang 1991 gab für das Management auch kein einziges Jahr mit Umsatzrückgang zu vermelden.

Laut Analysten ist der durchschnittliche Preis für einen Neuwagen in den USA vor kurzen sogar auf einen Rekordwert von 41.000 USD gestiegen, was den schon jetzt boomenden Markt für Gebrauchtwagen zusätzlich anheizen dürfte. Die Auto- und Ersatzteilverkäufe könnten also noch eine Weile hoch bleiben, zumal neben den hilfreichen Konjunkturpaketen der Regierung auch die Nutzungsdauer von gekauften Autos auf mittlerweile im Durchschnitt 12 Jahre gestiegen ist. AutoZone verdient daran jedenfalls prächtig, wie die zuletzt erzielte Nettomarge von 15% zeigt. Der Ersatzteilhändler schüttet zwar generell keine Dividende aus, in Anbetracht anhaltender Aktienrückkäufe ergibt sich für die letzten 5 Jahre aber dennoch eine ordentliche adjustierte Dividendenrendite von 5,2%. Darüber hinaus ist die Aktie mit einem 2021er KGV von nur 17 auch noch vergleichsweise niedrig bewertet.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Nach dem jüngsten Rekordlauf gab am Montag im TraderFox-Index die Aktie von eBay wieder leicht auf 68,95 USD nach. Dabei zählt das Internet-Auktionshaus mit seiner digitalen Handelsplattform zu den ganz großen Gewinnern der globalen und Covid-19 geschuldeten Lockdown- und Quarantäne-Umstände. Das Unternehmen bringt aber letztlich nicht nur Käufer und Verkäufer zusammen, eBay-Nutzer haben die E-Commerce-Plattform in den letzten Quartalen auch für Einkäufe des täglichen Bedarfs und viele weitere Dinge genutzt, die sie sonst nur in den Innenstädten bekommen hätten. Und obwohl ebay sich während der Pandemiezeit für neue Geschäftskonzepte und Käufergruppen geöffnet hat, und dadurch im letzten Jahr auch ein Erlöszuwachs von 28% verbuchte. Die Aktien-Bewertung ist, vor allem auch was die künftigen Perspektiven betrifft, mit einem derzeitigen KGV von 15 einfach zu niedrig. Zumal für 2021 und 2022 mit Gewinnanstiegen von 99% bzw. 15% gerechnet wird. Für den reibungslosen Ablauf der Handelsgeschäfte hat das Unternehmen technologisch auch alles Notwendige getan, um innovativ und kundenfreundlich zu bleiben.

So hatte eBay im letzten Jahr unter anderem neue Softwaretools für Verkäufer eingeführt, und auch für Käufer wurden verbesserte strukturierte Plattform-Daten angeboten, um das Kauferlebnis an sich effizienter zu machen. Erst kürzlich wurde sogar eine Echtheits-Zertifizierung für angebotene Luxus-Handtaschen garantiert. Zwar dürfte das Geschäftsmodell des Online-Marktplatzes noch lange nicht an die Umsatzgröße von Amazon herankommen, mit einer Gewinnmarge von aktuell fast 40% ist es für eBay aber immerhin viel profitabler. Zumal Corona die generelle Digitalisierung sowie global getätigte Online-Käufe zusätzlich beschleunigt hat. Für die Handelsplattform an sich ergeben sich damit auch weiterhin hervorragende Wachstumsaussichten. Da die Papiere in den letzten Monaten aber bereits wieder stark gestiegen sind, hat sich die reguläre Kapitalrendite der Gewinnausschüttung auf nur noch 1,0% verringert. Die aber über 5 Jahre getätigten Aktienrückkäufe bringen den Aktionären eine adjustierte Dividendenrendite von stattlichen 6,5%.

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