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Von TraderFox
01. März 2021

An den US-Aktienmärkten hatte sich am Freitag angesichts zunehmender Renditeanstiegs-Ängste die jüngste Talfahrt noch mal beschleunigt. In diesem Umfeld verzeichnete der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ebenfalls deutliche Abgaben auf 17.007 Punkte. Amgen verzeichnet angesichts starker Medikamenten-Verkäufe in 2020 ein Umsatzplus von 9% und stellt mit über 20 Wirkstoff-Kandidaten in Phase 3 künftiges Wachstum sicher. IPO-Boom und zugesagte Pandemie-Hilfspakete der US-Regierung treiben die Aktie von JPMorgan Chase derzeit auf neue Jahreshöchststände.

Im TraderFox-Index gab am Freitag die Amgen-Aktie um 1,1% nach und notierte am Ende bei 224,90 USD. Der US-Biotechnologiekonzern ist für seine durchaus rapiden Wachstumsraten der letzten Jahrzehnte bekannt. Die Papiere haben sich folglich in den zurückliegenden 5 Jahren p.a. auch um gut 13% inklusive Dividendenausschüttungen zulegen können. Diese starken Renditen verdanken Investoren vor allem Amgen`s breitgefächertes Spektrum an Medikamenten und Therapieformen, wie gegen Herzgefäß- und Knochenerkrankungen. Aber auch der Onkologie-Bereich sowie Entzündungs- und Nervenkrankheiten werden von dem Unternehmen abgedeckt. Und selbst 2020 war ungeachtet aller im Pharma- bzw. Biotechsektor spürbaren globalen Pandemie-Auswirkungen ein durchweg robustes Wachstumsjahr. So konnte Anfang Februar das Management mit einem beachtlichen Umsatzplus von 9% auf 25 Mrd. USD aufwarten, bei gleichzeitigem Gewinnzuwachs von 12%. Amgen erzielte zudem im letzten Jahr auch einen um 16% höheren Cashflow von 9,9 Mrd. USD, was vor allem Hoffnungen auf eine erneute Anhebung der Gewinnausschüttung für das abgeschlossene Jahr beflügelte. Ein wichtiger Treiber hinter den starken Arzneimittel-Geschäften war insbesondere der Absatz des bislang schon so erfolgreichen Mittels Enbrel. Das bei Entzündungen und einer Form von Arthritis angewendete Medikament konnte demnach erneut deutlich gestiegene Verkäufe vermelden.

Bei Amgen befinden sich derzeit auch über reichlich 20 Wirkstoff-Kandidaten in Phase 3 der klinischen Studienzeit. Wobei in 2020 rund 17% der gesamten Unternehmenserlöse in den Forschungs- und Entwicklungsbereich geflossen sind. Ein Großteil davon dürfte letztlich zur Portfolioerweiterung beitragen und künftiges Wachstum sicherstellen. Dennoch hat die Aktie in den zurückliegenden Monaten eine eher unterdurchschnittliche Performance hingelegt, und notiert mittlerweile nur noch mit einem KGV von 12. Obendrauf kommt noch die bei Amgen über dem üblichen Branchendurchschnitt liegende Dividendenrendite von derzeit über 3%.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Nach dem jüngst markierten Jahreshoch gab am Freitag im TraderFox-Index auch die Aktie von JPMorgan Chase deutlich um über 2,5% nach und schloss zum Handelsende bei 147,20 USD. Dabei gehört Amerikas größtes und traditionsreichstes Bankhaus mit seinen Dienstleistungen zu den am besten gemanagten Branchenunternehmen inklusiver starker Bilanz. Und die Geschäfte boomen derzeit vor allem dank des gegenwärtigen Börsen- und IPO-Booms in den USA. Aber auch die zugesagten Hilfspakete der US-Regierung befeuern gegenwärtig die Aktienkurse innerhalb der Bankenlandschaft. Zwar lag der Gewinn des Unternehmens, das in erster Line mit Finanzierungs- und Kapitalanlagegeschäften sein Geld verdient, im Corona-beeinflussten Jahr 2020 mit 29 Mrd. USD unter dem Vorjahresniveau, dafür hat sich JPMorgan Chase aber deutlich resistenter im Vergleich zu anderen Finanzinstituten geschlagen. Zumal die Traditionsbank inzwischen weltweit über Assets in Höhe von 3,4 Billionen USD verfügt und trotz aller geschäftlichen Schwierigkeiten im ersten und zweiten Quartal des Vorjahres erst im Dezember ein neues Aktienrückkaufprogram von bis zu 30 Mio. für 2021 angekündigt hat. Dies würde sogar bedeuten, dass das Management immerhin bis zu 7% aller umlaufenden Aktien an der Börse einsammeln will.

Im Zuge der erhofften wirtschaftlichen Nach-Corona-Erholung innerhalb der USA wird JPMorgan Chase auch als einer der Hauptprofiteure gesehen. Mit diesen Erwartungen im Rücken, konnte die Aktie seit Jahresbeginn dementsprechend auch schon über 15% zulegen. Das bewertungstechnische KGV liegt dennoch nur bei 13. Und da bei dem Unternehmen zudem auch keine Verluste wie bei anderen Kreditinstituten durch die Covid-19-Auswirkungen angefallen sind, dürfte es demnächst für die Aktionäre auch wieder üppige Dividendenausschüttungen geben. Zuletzt schüttete die Bank jedenfalls nur rund 40% seiner Gewinne aus, was sich in einer Kapitalrendite von gegenwärtigen 2,4 % widerspiegelt. Viel spannender ist bei JPMorgan Chase aber die adjustierte Dividendenrendite der zurückliegenden 3 Jahre, die durchschnittlich 5,7% ergibt.

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