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Von TraderFox
29. Januar 2019

Enttäuschende Unternehmensnachrichten und der deutliche Rückgang des Ölpreises haben am Montag die US-Börsen belastet. Die Zurückhaltung zeigte sich letztlich beim S&P 500-Index, der gestern knapp 0,8% abgeben musste. Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index dagegen lag am Ende leicht im Plus bei 14.813 Punkten. US-Zigarettenhersteller Altria bereitet dramatischen Konzernumbau vor und bietet mittlerweile 7,0% Dividende. Versicherer Allstate will dank starkem Markenportfolio weltweit wachsen und beeindruckt mit hoher adjustierte Dividendenrendite.

Mit einem Kurszuwachs von 2,4% auf 45,30 USD zählte gestern im Traderfox-Index die Altria Group-Aktie zu den klaren Gewinnern. Kaum ein anderes Börsenunternehmen kann mit einer ähnlichen Dividendenentwicklung aufwarten wie der US-Tabakkonzern. Dabei musste das Unternehmen in den letzten 50 Jahren teilweise große Hürden überwinden, um für seine Investoren diese beeindruckenden Renditen zu erwirtschaften. Allein in den letzten 5 Jahren lagen sie im Schnitt bei 3,7%. Und obwohl die Aktie in den zurückliegenden Jahrzehnten ebenfalls kräftig zulegen konnte, so haben doch die quartalsweisen Gewinnausschüttungen von Altria den größten Anteil an den starken Kurszuwächsen gehabt. Allerdings hat diese eindrucksvolle Gesamtentwicklung einen doch unverhältnismäßig hohen Aufwand erfordert. Dabei musste sich der Konzern über die letzten Jahre hinweg nicht nur verstärkt mit regulatorischen Einschränkungen gegenüber der Tabakindustrie auseinandersetzen. Altria hatte generell auch mit rückläufigen Umsätzen auf den klassischen Rauchermärkten zu kämpfen. Deshalb hat der Tabakproduzent zuletzt auch zwei strategisch wichtige Entscheidungen getroffen, durch die sich die Geschäftsaktivitäten bei Altria insgesamt möglicherweise dramatisch verändern könnten. Dazu zählt zum einen die jüngste Beteiligung an dem E-Zigarettenhersteller JUUL Labs und zum andern der milliardenschwere Anteilskauf an dem Cannabis-Produzenten Cronos Group.

Da der Konzern hierfür jedoch ziemlich viel Geld auf den Tisch gelegt hat, befürchten schon einige Aktionäre, dass künftig kaum noch größeres Dividendenwachstum zu erwarten sei. Zumal Altria im vergangenen Jahr angesichts der US-Steuerreform und dem damit verbundenen einmaligen starken Gewinnanstieg eine ungewöhnliche Dividendenerhöhung durchführte. Der Gewinnanteil für die Anteilseigner wurde dabei um beachtliche 21% angehoben, und dies war immerhin der bislang höchste jährliche Anstieg in der bisherigen Unternehmensgeschichte. Und diese doch außergewöhnliche Ausschüttung hat die Kapitalrendite der Altria-Aktie auf inzwischen üppige 7,0% getrieben. Dazu liegt das derzeitige KGV nur bei 10.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Am Montag gehörte im Traderfox-Index auch die Allstate Corporation-Aktie mit zu den Favoriten und kletterte dabei leicht auf 86,50 Euro. Seit der US-Versicherer 1993 vom damaligen Mutterkonzern Sears Holding abgespalten wurde, gehört er mit zu den stabilsten amerikanischen Dividendenzahlern. Dabei ist Allstate vorrangig im Privatkundengeschäft tätig und bietet über eine Vielzahl von weltweiten Niederlassungen eine breite Produktpalette an Versicherungsleistungen an. Mit seinen Kfz-, Sach- und Haftpflichtversicherungen sowie den Renten- und Kapitalanlageprodukten kam das Unternehmen zuletzt auf Prämieneinnahmen von rund 40 Mrd. USD. Und für 2019 sind die Aussichten für Allstate weiterhin gut. Dabei soll vor allem das Sach- und Haftpflichtgeschäft durch Preiserhöhungen, neue Kunden und geringere Schadensforderungen in der Autoversicherung zulegen. Da das Unternehmen hier vor allem auf unterschiedliche Produkte und Marken in Verbindung mit Telematik-Diensten und analytischen Fachkenntnissen setzt, dürften die Wachstumserwartungen durchaus erfüllt werden. Allein in den ersten 9 Monaten des vergangenen Jahres legten hier die Prämien um fast 6% zu.

Auch dürften die von Allstate jüngst gemachten Übernahmen wie die von Square Trade, einem Anbieter von Versicherungsschutz für Handys, Tablets und andere elektronische Artikel, das Wachstum insgesamt beschleunigen. Außerdem plant der Versicherer sich von seiner kostenintensiven Sparte zu trennen, die festverzinsliche Produkte anbietet und verwaltet. Dabei profitiert Allstate mit seinem Kapitalanlagegeschäft immer mehr von den doch deutlich angestiegenen US-Zinsen. Zuletzt lag auch die Eigenkapitalrendite bei über 15%, während der Branchendurchschnitt nur bei 6,6% liegt. Dies zeigt die weiterhin beeindruckende operative Effizienz, mit der das Unternehmen letztlich arbeitet. Zwar bietet die Aktie gegenwärtig nur eine Kapitalrendite von 2,1%, die durchschnittliche adjustierte Dividendenrendite der vergangenen 3 Jahre liegt aber immerhin bei 7%.

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