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Von TraderFox
17. Dezember 2020

Kaum neue Impulse kamen am Mittwoch für die Wall Street von der gestrigen US-Notenbanksitzung. Der marktbreite S&P 500 zeigte dabei Zugewinne von 0,2%, und auch der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index legte leicht auf 16.690 Punkte zu. Zigarettensparte von Altria bleibt wichtigster Cashflow-Treiber, das KGV der Aktie ist aber weiter einstellig. Allstate sichert mit Zukauf von National General weiteres Prämienwachstum und beeindruckt mit hoher adjustierte Dividende von 7%.

Gestern verzeichnete im TraderFox-Index die Aktie der Altria Group deutliche Kursgewinne von über 2% und schloss letztlich bei 43,10 USD. Mit einer zuletzt erzielten Umsatzgröße von gut 25,86 Mrd. USD und dem damit verbundenen hohen Cashflows ist das US-Tabakunternehmen trotz rückläufigem Zigarettengeschäft weiterhin ein verlässlicher Dividendenzahler. Zumal sich die Muttergesellschaft von bekannten Marken wie Marlboro (US-Rechte) und Parliaments inzwischen auch gewandelt, und sogenannte risikoreduzierte Produkte wie rauchfreie Zigaretten ins Angebot genommen hat. Altria musste zwar in 2019 verkraften, das nur noch 14% aller erwachsenen Amerikaner aktive Raucher sind, was einem Mehrjahrestief entsprach, der Umsatz- und Gewinnentwicklung hat dies aber nicht geschadet. Denn beide Größen kann das Unternehmen, wenn auch nur moderat, weiterhin steigern. Und die Zigarettensparte bleibt dabei dank leichter Preiserhöhungen zudem auch weiterhin eine attraktive und Cash generierende Maschine. Die jüngst von Altria gemachten Investments in das E-Zigaretten-Start-ups JUUL Labs sowie den 45%igen Anteil an dem Cannabis-Produzenten Cronos haben sich für den Tabakhersteller allerdings bislang noch nicht ausgezahlt.

Nur die Einführung der erhitzbaren IQOS-Tabaksysteme in verschiedene amerikanische Absatzmärke war zuletzt erfolgversprechend. Ungewöhnlich niedrig bleibt jedenfalls die derzeitige Bewertung des einstigen Börsenlieblings. Neben dem 2021er KGV von nur 9, bietet die Altria-Aktie trotz der jüngsten Erholung gegenwärtig eine unschlagbare Dividendenrendite von stattlichen 8%. Diese Unterbewertung ist umso erstaunlich, ist doch das Management bemüht, den Tabakanbieter weiter zu diversifizieren und so unabhängiger vom eigentlichen Kerngeschäft zu machen. Für langfristig ausgerichtete Value-Investoren bietet sich dadurch weiterhin eine großartige Einstiegsgelegenheit.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Am Mittwoch präsentierte sich im TraderFox-Index auch die Allstate-Aktie leicht mit 0,5% im Plus und notierte damit am Ende bei 106,40 USD. Der amerikanische Erstversicherer zählt aufgrund seiner schon über viele Jahrzehnte andauernden soliden Geschäftsentwicklung mit zu den beständigsten Dividendenwerten des Landes. Immerhin hat das Unternehmen trotz einiger Finanzkrisen und der jüngsten Corona-Umstände nicht nur ein A+-Rating sondern bietet im Privatkundengeschäft weltweit über zahlreiche Niederlassungen auch eine breite Produktpalette von Versicherungsleistungen an. Dazu gehören bei Allstate neben klassischen Lebensversicherungs- und Autopolicen auch Sach- und Haftpflichtversicherungen sowie Renten- und Kapitalanlageprodukte. Zwar hatten die Pandemieeinflüsse dem Versicherer zu Jahresbeginn noch einen Quartalverlust eingebracht, dieser wurde im jüngsten Q3-Bericht, mit einem Umsatzplus von 1,7% auf 11 Mrd. USD, aber wieder ausgeglichen. Somit konnte das Management von Juli bis Ende September seinen Anteilseigner auch problemlos rund 967 Mio. USD an Dividenden ausschütten und zugleich noch eigene Aktien für 798 Mio. USD zurückkaufen.

Zwar lag das Umsatzwachstum von Allstate in den zurückliegenden 5 Jahren bei durchschnittlich 5%, um dieses aber wieder anzukurbeln, wurde im Juli der US-Lebensversicherer National General für knapp 4 Mrd. USD übernommen. Mit diesem Schritt hatte sich das Unternehmen immerhin eines der größten Netzwerke an eigenständigen Versicherungsmaklern in den USA hinzukauft. Zuletzt lag auch die Eigenkapitalrendite des Unternehmens bei überdurchschnittlich hohen 19%, während der Branchendurchschnitt nur einstellige Werte erreicht. Die Aktie von Allstate bietet derzeit jedoch nur noch eine Kapitalrendite von 2,1%. Die adjustierte Dividendenrendite der vergangenen 3 Jahre liegt aber bei im Schnitt beachtlichen 7%.

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