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Von TraderFox
20. Mai 2021

Der anhaltende Kursrutsch im Technologiesektor aufgrund zunehmender Zinsängste dehnte sich am Mittwoch auf den ganzen US-Aktienmarkt aus. Auch der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index konnte sich davon nur bedingt abgrenzen und lag am Ende mit 0,4% im Minus bei 18.916 Punkten. Allstate verkauft nach derzeit renditeschwache Sparten an Finanzinvestoren und fokussiert sich verstärkt auf Autopolicen und Hausversicherungen. LKW-Transportdienste von Landstar werden in Nordamerika gegenwärtig wieder stark nachgefragt, allein in Q1 lag das Umsatzplus bei 38%.

Mit nur leichten Abgaben auf 135,70 USD zeigte am Mittwoch im TraderFox-Index die Allstate-Aktie beachtliche Stärke. Zumal angesichts der gut laufenden globalen Geschäfte die Papiere des amerikanischen Versicherers ungeachtet der zuletzt schon überdurchschnittlichen Kursperformance weiterhin unterbewertet scheinen. Seit Beginn des Jahres liegt das Plus jedenfalls schon bei beachtlichen 23%, und dennoch ergibt sich bewertungstechnisch noch immer ein KGV von 10 und ein KUV von nur 0,8. Allstate gilt seit der Abspaltung von der damaligen Muttergesellschaft Sears Holding im Jahr 1993 damit nicht nur als eine der aussichtreichsten Value-Aktien überhaupt, sondern auch mit zu den beständigsten Dividendenwerten des Landes. Allerdings wurde durch die Pandemie in 2020 auch das Prämien-Wachstum (+1%) eingegrenzt, da weniger versicherte Autos auf den Straßen unterwegs waren. Was zugleich aber auch zu weniger Schadensfällen führte. Gerade im Privatkundengeschäft verfügt Allstate aber über zahlreiche weltweite Niederlassungen und bietet dabei eine breite Produktpalette von Versicherungsleistungen an. Hierzu gehören neben klassischen Lebensversicherungs- und Autopolicen auch Sach- und Haftpflichtversicherungen sowie Renten- und Kapitalanlageprodukte. Das Management hat sich jedenfalls im letzten Jahr von renditeschwachen Sparten getrennt, und um das gruppenweite Wachstum wieder anzukurbeln, im Sommer den Lebensversicherer National General für knapp 4 Mrd. USD zugekauft.

Dadurch hat sich Allstate eines der größten Netzwerke an eigenständigen Versicherungsmaklern in den USA einverleibt. Außerdem ist National General in Amerika Marktführer bei risikoreicheren Autoversicherungs-Policen, und dies dürfte neben allgemeinen Synergieeffekten das Versicherungs-Portfolio des Unternehmens durchaus gut ergänzen. Auch der in Q1 angekündigt Verkauf von Teilen der Lebensversicherungssparte an den Finanzinvestor Blackstone und den Rückversicherer Wilton Re für insgesamt 3 Mrd. USD dürfte dazu führen, dass sich Allstate künftig nur noch auf die profitableren Bereiche rund um Autopolicen und Hausversicherungen konzentriert. In dem herausforderndem Niedrigzins- und Corona-geprägtem Umfeld von 2020 hat sich der Versicherer dennoch gut geschlagen und einen Kapitalanlageertrag von 2,95 Mrd. USD erzielt, was aber gut 9% unter dem Vorjahr lag. Zuletzt lag auch die Eigenkapitalrendite bei beachtlichen 14%, während der Branchendurchschnitt nur einstellige Werte erreichte. Allerdings bietet die Allstate-Aktie derzeit nur noch eine dividendenbasierte Kapitalrendite von 2,4%, die durchschnittliche adjustierte Dividendenrendite der vergangenen 3 Jahre liegt aber bei immerhin 7%.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.



Am Mittwoch präsentierte sich im TraderFox-Index dagegen die Landstar System-Aktie nach ihrem jüngsten Rekordhoch kaum verändert und notierte damit am Ende bei 172,25 USD. Der US-Transportdienstleister, der zuletzt auf Erlöse von 4,50 Mrd. USD kam, gehört zu den Profiteuren der gegenwärtigen regierungsunterstützten Wirtschaftserholung. Durch den Pandemiebeginn im letzten Jahr wurde letztlich nicht nur die Expansion des Unternehmens ausgebremst, sondern das gesamte Geschäftsmodell aufgrund der schwachen Nachfrage nach beförderten Gütern insgesamt stark beeinträchtigt. Landstar selbst bietet seinen Kunden dabei LKW-Transportlösungen insbesondere für Amerika, Kanada und Mexiko sowie auch international an. Das Kerngeschäft besteht diesbezüglich aus 2 Sparten, über die neben logistischen Dienstleistungen auch Transportversicherungen angeboten werden. Und mit Hilfe der US-Regierungsgeldern, die seit Monaten in die US-Wirtschaft gepumpt werden, kommt auch das Transportgeschäft des Unternehmens seit einigen Quartalen wieder in Schwung. Schon in Q4 lag das Umsatzwachstum bei beachtlichen 40%, in Q1 nochmals bei 38%. Landstar rechnet deshalb für 2021 mit einem Gewinnzuwachs von gut 60%, daher ist der kürzlich starke Kursanstieg der Aktie auch gut nachvollziehbar.

Zuletzt zog jedenfalls das US-Wachstum auf Quartalsbasis um 6,5% an, nach 4,3% im Schlussquartal zuvor. Auch die jüngsten Konsumentenausgaben der Amerikaner lagen nach dem Einbruch im Vorjahr im 1.Quartal um fast 10% höher. Die Logistik- und Transportdienste des Unternehmens werden damit so stark nachgefragt, wie schon lange nicht mehr. Die Landstar-Aktie ist mit ihrem KGV von 20 nach ihrem jüngsten Rekordlauf auch noch nicht zu teuer. Die Papiere bieten aktuell aber nur 0,5% an Dividende. Viel entscheidender ist aber, wieviel Kapital den Anteileignern auch über Aktienrückkäufe letztlich in Summe zurückgeführt wird. Und hier ergab sich zuletzt immerhin eine adjustierte Dividendenrendite von 3,7%.

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