articles-marktberichte-international
24
Von Christina Rothfuß
03. Januar 2023

Der QIX Dividenden Europa Index steigt nach dem gestrigen USA-Feiertag am Dienstag erneut dank schwächerer EU-Inflationsdaten. Am Nachmittag legt der Index folglich gut 1,2 % auf 12.010 Punkte zu. Vonovia-Chef hält für 2023 sinkende Immobilienpreise in Deutschland für fraglich, die Mieterlöse dürften entsprechend stabil bleiben. British American Tobacco forciert derzeit die Etablierung seiner rauchfreien Produkte, und will bis 2025 mit der Sparte eine Umsatzgröße von 5 Mrd. GBP erreichen.

 

Deutliche Zugewinne von gut 2,5 % auf aktuell 23,50 Euro verzeichnet am Dienstag im Dividenden-Index die Vonovia-Aktie. Dabei hatte der Vorstand des Wohnimmobilienverwalters kurz vor dem Jahreswechsel erklärt, trotz steigender Zinsen keinen Rückgang der Immobilienpreise zu erwarten. Der Leerstand in den Städten ist niedrig, und ich habe selten erlebt, dass die Preise sinken, wenn die Nachfrage höher ist als das Angebot, sagte der Vonovia-Manager Ende Dezember der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Natürlich werden wir die Wertsteigerungen der vergangenen Jahre so schnell nicht mehr sehen, aber die Werte werden weitestgehend stabil bleiben, ergänzte er. Für den Unternehmenschef liegt der Grund für den starken Kursverfall der Vonovia-Aktie im letzten Jahr vor allem bei angelsächsischen Investoren, die mehr Angst vor einem Preisverfall haben. Bei Vonovia dürften aber 2023 dennoch nicht nur die Werthaltigkeit des Wohnimmobilien-Portfolios, sondern auch der Verschuldungsgrad und die Ergebnistransparenz weiterhin im Mittelpunkt stehen. Denn würden die Annahmen des Managers stimmen, dann müssten in diesem Jahr keinerlei Anpassungen bezogen auf das Portfolio vorgenommen werden. Die genaue Entwicklung am Mietmarkt in Deutschland kann aber derzeit niemand zuverlässig prognostizieren. Zwar dürften die 2023-Mieterlöse bei Vonovia entsprechend stabil bleiben, allerdings sind die Immobilienpreise in zahlreichen deutschen Großstädten weiterhin teilweise derart hoch, dass hier in den nächsten Monaten ungeachtet der anhaltenden Inflation eine Preiskorrektur zu erwarten ist. Außerdem sind Bauvorhaben für das Unternehmen derzeit unattraktiv, weil die Baukosten, Zinsen und auch die Baustandards zugleich gestiegen sind.

Und ziehen die Zinsen der EZB in diesem Jahr vielleicht sogar auf 4 % an, dann könnte es bei Vonovia durchaus zu angepassten Preisen im Immobilienbestand kommen. Zumal kalkulatorische Kosten steigende Finanzierungsbedingungen ebenfalls berücksichtigen müssten. Die Papiere des Wohnungsvermieters notieren bereits jetzt schon unter ihrem Net-Asset-Value (NAV) und anderen Kennzahlen. Was darauf schließen lässt, dass Anleger hier womöglich weitere Wertberichtigungen erwartet. Gegenwärtig hat Vonovia jedenfalls einen beachtlichen Schuldenberg von rund 57 Mrd. Euro, wovon rund 22 Mrd. Euro kurzfristige Verbindlichkeiten sind. Das Management hatte deshalb auch schon erste Wohnimmobilien-Verkäufe im Wert von 13 Mrd. Euro angekündigt. Herausfordernd dürfte das Jahr 2023 für Vonovia aber allemal werden. Dem Unternehmen könnte dabei trotz stabiler Mieteinnahmen durch über ein halbe Million Wohneinheiten auch eine Dividendenabsenkung bilanziell helfen. Denn Aktionäre gehen derzeit von einer unveränderten Gewinnbeteiligung für 2022 von 1,66 Euro aus, was einer fürstlichen Dividendenrendite von 7,0 % entsprechen würde.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Im heutigen Marktumfeld zeigt sich im Dividenden-Index dagegen die Aktie von British American Tobacco kaum verändert bei 38,25 Euro. Allerdings gilt der britische Tabakproduzent als weltweit größtes börsennotiertes Branchenunternehmen nach Umsatz und Gewinn. Mit derzeit 44 Zigarettenfabriken werden dabei in 41 Ländern bekannte Marken wie Lucky Strike, Pall Mall oder auch Dunhill hergestellt. Damit dürfte British American Tobacco auch in 2023 steigende Margen und relativ gute Zuwächse, insbesondere in den Schwellenländern verzeichnen. Zwar bestehen für die Umsatzentwicklung des Sektors in diesem Jahr aufgrund sinkender Verbrauchernachfrage erhebliche Risiken. Das Management hatte aber im Dezember das langfristig ausgerichtete Unternehmensziel erneut bekräftigt, bis zum Jahr 2025 rund 5 Mrd. GBP an Umsatzgröße mit den neuen Produktkategorien wie E-Zigaretten erzielen zu wollen. Derzeit forciert British American Tobacco die Etablierung der eigenen rauchfreien Produkte. Das als „Non-Combustible Products“ bezeichnete Sortiment der Briten bietet seinen Kunden dabei einen angenehmen Nikotinkonsum ohne Verbrennung bzw. Rauch. Damit will der Zigarettenhersteller vor allem zurück zu alten Wachstumsraten und zu einer höheren Bewertung der eigenen Anteilsscheine finden. Das bestehende Kerngeschäft von British American Tobacco soll aber gerade in Inflations- und Krisenzeiten zugleich Rückhalt und Stabilität bieten.

Gemessen an den bisherigen Erlösen von rund 28 Mrd. GBP im abgelaufenen Jahr ist aber operativ noch einiges nötig, um das Zusatzgeschäft zum Erfolg zu führen. Laut British American Tobacco nutzen aber bereits heute weltweit mehr als 21 Mio. Menschen die rauchfreien Alternativen des Unternehmens. In den letzten 12 Monaten konnten sogar 3,2 Mio. neue Kunden gewonnen werden. Gelingt in Zukunft also eine erfolgreiche Etablierung der gesünderen Alternativprodukte, dann könnte die Sparte ebenso Cashflow-stark werden, wie das bisherige Geschäft von British American Tobacco. Zumal der Zigaretten-Spezialist und -Vermarkter den Ruf als verlässlicher Dividendenzahler zu verteidigen hat. Auch wenn das aktuelle Umfeld mit starkem USD sowie steigendem Zinsniveau für Gegenwind sorgt. Mit einer stattlichen Dividendenrendite von derzeit 6,7 % bleibt die Aktie jedenfalls weiterhin ein mehr als solider Kaufkandidat.

 

Wenn Sie den QIX Dividenden Europa Index nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Dividenden Europa Index von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Dividenden Europa. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

 

Teilen