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Von TraderFox
20. Januar 2020

Die am Vorabend erreichten Rekordmarken der US-Märkte können am Freitag auch den QIX Dividenden Europa Index beflügeln. Dabei legt der Index bis zum Nachmittag um gut 0,9% auf 11.690 Punkte zu. Papierhersteller UPM betreibt ungeachtet des sich abflachenden Absatzes und hoher Investitionen eine attraktive Dividendenpolitik mit 4,7% Rendite. Akzo Nobel will trotz laufendem Umbau und schwächerer Industrienachfrage für 2019 eine höhere Dividende bekanntgeben und kündigt erneut Aktienrückkäufe an.

Nach ihrem jüngst markierten Jahreshoch präsentiert sich heute im Dividenden-Index die Aktie von UPM-Kymmene wieder deutlich mit 1,5% im Plus bei 29,10 Euro. Der finnische Hersteller von Papier-, Zellstoff- und Holzprodukten zählt mit Jahreserlösen von zuletzt über 10 Mrd. Euro weltweit zu den führenden Forstbewirtschaftern und Papierproduzenten. Das Unternehmen selbst ist dabei vor allem auf Zeitungsdruckpapiere, Etiketten und Aufkleber sowie Furnier- und Sperrholz spezialisiert. Alle Produkte werden diesbezüglich zu 100% aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Nach den starken Halbjahrzahlen wurde allerdings der Wachstumskurs von UPM mit intelligenten und nachhaltigen Lösungen für die Papierindustrie im 3.Quartal deutlich ausgebremst. Wobei der Umsatz im Vorjahresvergleich sogar um 6% nachgab. Schon im Vorfeld hatte das Management für die 2.Jahreshälfte mit einem leicht abflachenden Absatzrückgang gerechnet, da die Papierpreise gerade in Europa und Nordamerika weiter leicht fallen. Eine Trendumkehr ist laut UPM auch noch nicht absehbar. Dadurch dürften auch die operativen Margen des Unternehmens weiterhin unter Druck stehen.

Die Finnen sind aber dennoch optimistisch, dass die negativen Effekte vor allem mit Kostensenkungen zunächst ausgeglichen werden können. Zumal sich die Nachfrage nach Papier und Verpackungsmaterial auch dank der boomenden Versandgeschäfte von Onlinehändlern wie Amazon und Zalando noch immer auf einem hohen Niveau befindet. Laut Analysten macht UPM zudem auch gute Fortschritte beim Ausbau der eigenen Papiersparte, wenngleich negative Einmaleffekte hierdurch zu Belastungen führen dürften. Der Fokus liege dabei aber auf Wachstumsmärkten wie Deutschland, Finnland und China. Die Aktie selbst wird nach dem jüngstem Anstieg allerdings mit einem 2020er KGV von 16 bewertet, dennoch ist die aktuelle Dividendenrendite von 4,7% aber weiterhin attraktiv.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Im heutigen Marktumfeld verbucht im Dividenden-Index dagegen die Aktie von AkzoNobel leichte Abgaben und notiert dabei aktuell bei 87,95 Euro. Die niederländische Unternehmensgruppe, die in erster Linie für ihre Produktion von Farben, Lacken und Spezialchemikalien international bekannt ist, konnte zuletzt wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Allein im abgelaufenen 3.Quartal kletterte der Umsatz um 3% auf 2,4 Mrd. Euro. Auch der operative Gewinn stieg um fast ein Viertel auf 300 Mio. Euro. Dabei profitierte Akzo Nobel im Wesentlichen von der laufenden Restrukturierung. Immerhin hatte sich dem Vorstand zufolge vor allem die Umsatzrendite das fünfte Quartal in Folge verbessert, und das trotz einer schwächeren Industrienachfrage. Die weitere Entwicklung der Nachfrage sei wegen des unsicheren wirtschaftlichen Umfelds zwar schwer vorherzusehen, betonte der Manager. Der Farben- und Chemikalienhersteller glaube jedoch, mit Preiserhöhungen und Kosteneinsparungen gegensteuern zu können.

Gleichzeitig hatte Akzo Nobel einen neuen Aktienrückkauf im Wert von 550 Mio. Euro für die erste Jahreshälfte angekündigt. Schon 2019 wurden vom Management eigene Aktien im Umfang von rund 2,5 Mrd. Euro eingezogen. Zusätzlich dürften die Niederländer trotz der schwierigen Umstrukturierungsphase auch eine solide Gewinnausschüttung für das vergangene Jahr bekanntgeben. Zwar lag sie 2018 mit 1,80 Euro unter dem Vorjahresniveau von 2,50 Euro. Analysten schätzen die Dividende für das zurückliegende Geschäftsjahr aber wieder auf 1,99 Euro. Die Dividendenrendite der Akzo Nobel-Aktie würde sich damit auf aktuell 2,3% belaufen.

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