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Von TraderFox
13. November 2019

Nach der jüngsten Rally rückt am Mittwoch wieder die unsichere Handelspolitik beim QIX Dividenden Europa Index in den Fokus. Der Index gibt daraufhin am Nachmittag um 0,6% auf 11.230 Punkte nach. Unilever geht mit Fast-Food-Kette Burger King bei Fleischersatzprodukten eine Kooperation ein und greift damit US-Konkurrenten wie Beyond Meat an. Chinas Sachversicherer China Pacific Insurance und Swiss Re führen derzeit offenbar Gespräche über eine mögliche Überkreuzbeteiligung.

Angesichts zuletzt guter Zahlen zeigt heute im Dividenden-Index die Aktie von Unilever ein leichtes Plus auf 54,25 Euro. Der niederländische Konsumgüterproduzent, der weltweit vor allem für seine Markenartikel in den Bereichen Ernährung, Körperpflege und Waschmittel bekannt ist, will sein Angebot rund um fleischlose Produkte erweitern. Wie das Unternehmen und die amerikanische Fast-Food-Kette Burger King am Dienstag mitteilten, wollen beide zusammen den pflanzlichen "Rebel Whopper" herausbringen. Die Veggie-Variante des Burger-King-Klassikers soll demnach in mehr als 2.500 Filialen in 25 europäischen Ländern an den Start gehen, auch in Deutschland. Mit der Herstellung der fleischlosen "Whopper"-Alternative folgt nun auch Unilever dem globalen Trend zu fleischlosem Fast Food, den in den USA inzwischen schon diverse Schnellrestaurantketten mit den Produkten der Fleischersatz-Hersteller Beyond Meat und Impossible Meat abdecken. Zwar sind die Niederländer mit ihrer Foodsparte und auch dank strategischer Übernahmen in der Vergangenheit mit Koch- und Backprodukten wie Knorr und Pfanni sowie Getränken und Eiscremes der Marken Langnese und Ben & Jerry’s solide gewachsen. Die Wachstumsraten selbst waren aber verhältnismäßig durchschnittlich.

Dennoch legte der gruppenweite Umsatz von Unilever in den letzten 10 Jahren beständig von 39,8 auf zuletzt 50,9 Mrd. Euro zu. Und mit einer Gewinnmarge von 18% wurden über die Jahre auch hohe Cashflows erwirtschaftet, die wiederum kontinuierlich hohe Dividenden ermöglichten. Das Management hat jedenfalls die Gewinnbeteiligung in den vergangenen 38 Jahren so gut wie immer erhöht, und dabei sogar um durchschnittlich 8% angehoben. Von 2009 bis 2018 hat sich die Ausschüttung letztlich auf jüngst 1,52 Euro je Aktie mehr als verdoppelt. Dividendenanleger erhalten von Unilever immerhin eine quartalsweise Auszahlung, die auf das Gesamtjahr gesehen derzeit eine Kapitalrendite von gut 2,8% abwirft.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Leicht im Minus zum Vortag bei 96,50 Euro präsentiert sich heute im Dividenden-Index hingegen die Aktie der Swiss Re. Der Schweizer Rückversicherer erwägt Medienberichten zufolge eine Beteiligung am chinesischen Versicherer China Pacific Insurance. Eine Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen, hieß es in einer Stellungnahme vergangene Woche. Unabhängig davon habe Swiss Re aber nicht die Absicht, neue Aktien auszugeben. Auch sollen keine eigenen Aktien anderen potenziellen Investoren "zur Verfügung gestellt werden". Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise gemeldet, China Pacific Insurance und Swiss Re seien in Gesprächen über eine mögliche Überkreuzbeteiligung. Demnach wolle sich China Pacific mit mindestens 2 Mrd. USD an dem Schweizer Unternehmen beteiligen. Im Gegenzug würde Swiss Re einen Minderheitsanteil im Volumen von bis zu einer Mrd. USD an dem chinesischen Versicherer erwerben. China Pacific Insurance ist der zweitgrößte Sachversicherer in China und nach China Life, Ping An und New China Life auch eine der größten Versicherungsgesellschaften des Landes. Für den Schweizer Rückversicherer wäre dies eine weitere Möglichkeit am Aufwärtspotenzial des chinesischen Versicherungsmarktes allgemein zu partizipieren. Zumal das Management mit der Halbierung ihrer Beteiligung an New China Life und dem dreistelligen Millionenbetrag (USD) aus dem kürzlich erfolgten Verkauf des 14,9%-Anteils an Brasiliens größtem Gesundheitsversicherer, SulAmerica, einiges an Kapital zu Verfügung hat.

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