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Von TraderFox
02. Oktober 2018

Angesichts der zurückkehrenden Sorgen um Italiens Staatsschulden zeigt der QIX Dividenden Europa Index heute wieder leichte Abgaben. Nach dem positiven Wochenbeginn liegt der Index demnach am Nachmittag leicht im Minus bei 9.995 Punkten. TOTAL findet vor der Küste Großbritanniens neue Gasvorkommen und bekräftigt mit jährlichen Strategie-Updates die bisherigen Ziele bis 2022. BMW-Vertragshändler akzeptieren unerwartet die neuen Verträge des Autokonzerns und verlangen faire Nachverhandlungen.

Angesichts weiter steigender Ölpreise markiert heute im Dividenden-Index die Aktie von TOTAL mit einem leichten Plus auf 56,45 Euro ein neues Jahreshoch. Der französische Öl- und Gaskonzern hatte zuletzt den Fund eines großen Gasfeldes in der Region um Glendronach vermeldet, das sich vor der Küste Großbritanniens westlich von Shetland befindet. Glendronach ist eine wichtige Entdeckung für TOTAL, die uns den Zugang zu zusätzlichen Gasressourcen in einem unserer Kernbereiche ermöglicht und unsere Explorationsstrategie bestätigt, erklärte der Vorstand der Gasexplorations- und Produktionssparte in einer Pressemitteilung. Das Feld befindet sich im westlichen Teil des Shetland-Gebietes und kann durch die Nutzung unserer Infrastruktur schnell und kostengünstig kommerzialisiert werden. Zur Größe oder möglichen Produktionsmenge wurden allerdings keine Angaben gemacht. TOTAL hatte sich mit den jüngsten Übernahmen wie dem LNG-Upstream-Geschäft von ENGIE und auch von G2mobility weiter für die sich verändernde Energiewelt, die mehr Gas und höhere Elektrifizierungsdichten nachfragt, stärker positioniert. Das "klassische" Öl- und Gasgeschäft bleibt für die Geschäftsentwicklung des Konzerns jedoch vorerst dominant.

Zudem hatte TOTAL kürzlich im Zuge des jährlichen Strategie-Updates seine bisherigen Ziele konkretisiert. Demnach soll die jährliche Öl- und Gasproduktion von 2017 bis Ende 2022 um knapp 6-7% ansteigen. Die Nettoinvestitionen werden vom Management für die Zeit von 2018 bis 2020 zugleich auf 15 bis 17 Mrd. USD geschätzt. Auch sollen konzernweite Kostensenkungen bis 2020 von rund 5 Mrd. USD pro Jahr durchgesetzt werden. Dank des anhalten guten Barmittelzuflusses wird auch eine um 10% höheren Dividende bis 2020 gegenüber 2017 angestrebt. Außerdem will TOTAL seine Aktienrückkäufe bis 2020 auf insgesamt 5 Mrd. USD ausweiten, nachdem bereits in diesem Jahr mit Rückkäufen in Höhe von 1,5 Mrd. USD gerechnet wird. Auch rechne der Vorstand damit, dass die jüngste Entscheidung der "OPEC+", die sanktionsbedingten Produktionsrückgänge des Irans nicht ausgleichen dürfte, und zumindest temporär den Ölmarkt weiter verengt.

Aber selbst mit dem neuen Rekordhoch glänzt die TOTAL-Aktie weiterhin mit einer überdurchschnittlich attraktiven Dividende. Auf Basis der zuletzt gezahlten Gesamtdividende und des derzeitigen Aktienkurses ergibt sich immer noch einer Rendite von 4,1%. Bemerkenswert ist aber vor allem, dass der Energiekonzern die Ausschüttung seit 1982 nicht mehr gekürzt hat. Allein in den letzten 5 Jahren konnten die Aktionäre sogar eine Rendite von durchschnittlich 5,5% erzielen. Dank gestiegener Ölpreise hatte TOTAL zudem für 2018 zuletzt bereits eine höhere Dividende von 2,58 Euro in Aussicht gestellt.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Die BMW-Aktie liegt heute im Dividenden-Index nach der jüngsten Kurserholung wieder leicht im Plus und notiert damit aktuell bei 78,65 Euro. Der Premium-Hersteller hat seinen Streit mit den deutschen BMW-Vertragshändlern in letzter Minute beilegen können. Der Vorstand des Verbandes rief am Freitagabend dazu auf, die vom Konzern vorgelegten 5-Jahres-Verträge nun doch noch zu unterschreiben. Der Autobauer habe verbindlich zugesagt, über alle strittigen Punkte zu verhandeln. Man werde nun für unsere Betriebe in Deutschland gemeinsam ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell aushandeln, sagte der Präsident des deutschen BMW-Händlerverbands. Die alten Verträge liefen immerhin am Sonntag ab, und ohne neue Kontrakte hätte es keine Geschäftsgrundlage mehr gegeben. Noch am Freitagmorgen hatte der Präsident dem BMW-Konzern vorgeworfen, den Händlern ohne Ausgleich mehr Kosten und Risiken aufzubürden, und von einem “Joch“ gesprochen. BMW dagegen hatte von einem fairen Interessenausgleich gesprochen. Die Münchener planten mit einer neuen Vertriebsstrategie (Geschäftsmodell 2018+) wieder mehr zu verdienen, allerdings lehnten die Händler die neuen Verträge ab. Nach eigenen Angaben stehen die selbständigen Händler für 550 Autohäuser und 11 Mrd. Euro Umsatz oder zwei Drittel des BMW-Umsatzes in Deutschland. Erst bei einem längeren Streit hätten letztlich BMW-Käufer und bei Reparaturen auch die 3 Millionen BMW-Fahrer in Deutschland mögliche Auswirkungen gespürt.

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