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Von TraderFox
09. Dezember 2020

Am Mittwoch treiben konkretere Aussichten auf ein weiteres Hilfspaket für die US-Wirtschaft den QIX Dividenden Europa Index an. Dabei steigt der Index am Nachmittag leicht auf 11.220 Punkte. Kontroll- und Prüfholding SGS passt derzeit die Kapazitäten an die enorme Nachfrage nach professionellen Tests von Elektrobatterien an, und bietet weiterhin über 3% Dividende. Siemens-Vorstand sieht durch die Abkehr vom breit aufgestellten Mischkonzern flexiblere Aufstellung und mehr sichtbaren Wert der einzelnen Sparten.

Am Dienstag war im Dividenden-Index die Aktie von SGS mit einem Kurszuwachs von zeitweise gut 4% der größte Gewinner. Und auch heute legt sie wieder leicht zu und notiert aktuell bei 2.444,00 Euro. Die Schweizer Société Générale de Surveillance ist mit ihren Tochtergesellschaften eines der weltweit führenden Unternehmen beim Prüfen, Testen, Verifizieren und Zertifizieren. Dabei setzt es mit über 2.600 globalen Niederlassungen und Laboratorien bei Kunden anerkannte Maßstäbe für mehr Sicherheit, Effizienz und Qualität. Zwar wird das Geschäft unter dem Dach einer Holdinggesellschaft geführt, wichtige Trends gehen an dem Unternehmen aber dennoch nicht vorbei. So ist die SGS bereits seit gut einem Jahrzehnt im Bereich e-Mobility weltweit aktiv. Immerhin werden an 3 Standorten in Bayern neben bis zu 800 kg schweren Traktionsbatterien für Fahrzeuge führender Hersteller auch Umrichter und Heimspeicher, z.B. für Solarstromanlagen, von den Schweizern geprüft. Darüber hinaus testet das Unternehmen auch elektrische Motorrad-Traktionsbatterien oder e-Bike Speicher sowie Second Life-Anwendungen. Der e-Mobility-Markt und damit auch die Nachfrage für professionelle Tests von Elektrobatterien wächst rasant, betonte jüngst der Vorstand der Sparte. Mit seinen zuletzt erweiterten Kapazitäten fokussiert sich SGS aber nicht nur auf den boomenden Markt der Elektromobilität, sondern auch auf Hersteller und Anwender kleinerer Batterietypen, wie sie z.B. in kabellosen Bohrmaschinen, Mährobotern oder Rollern vorkommen.

Letztlich setzt das Kontroll- und Prüfunternehmen dabei vor allem auf eine stärkere Digitalisierung, um interne Prozesse zu verbessern und langfristig hohe Kosten weiter zu senken. Wachstumschancen an sich sieht das Management aber auch im Bergbau- und dem zurzeit ebenfalls wieder stark anziehenden Rohstoffgeschäft. Bereinigt um die jüngsten Übernahmen wurden von SGS hier zuletzt sogar zweistellige Zuwächse verbucht. Dank des insgesamt robusten Geschäfts überzeugt das Unternehmen aber auch mit einer recht soliden Dividendenkontinuität. Allein in den letzten 5 Jahren kletterte die Ausschüttung von 68 auf zuletzt 80 CHF (74,70 Euro). Und trotz zuletzt gesehener Kursgewinne ergibt sich noch immer eine Kapitalrendite von 3,1%.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Nach den teils deutlichen Zugewinnen der vergangenen 4 Wochen zeigt am Mittwoch im Dividenden-Index auch die Aktie von Siemens ein leichtes Plus und steht damit bei 115,00 Euro. Der scheidende Vorstand des Münchner Technologie- und Industriekonzerns hält die Abkehr von breit aufgestellten Mischkonzernen nicht für einen kurzfristigen Trend. Konglomerate alten Zuschnitts, also große und breit angelegte Konzerne, haben keine Zukunft mehr, sagte der Manager jüngst der "Augsburger Allgemeinen". Und diese Erkenntnis ist keine Modeerscheinung. Der 63-Jährige Chef, der im kommenden Februar nach gut 7 Jahren die Unternehmensspitze verlässt, hatte Siemens in den vergangenen 3 Jahren in seine Einzelteile zerlegt, vor allem um den Wert der einzelnen Sparten und des Kerngeschäfts sichtbarer zu machen. Dabei wurde 2019 die Medizintechnik-Sparte Siemens Healthineers an die Börse gebracht, die Mehrheit an dem seit Ende September ebenfalls börsennotierten Energietechnik-Geschäft Siemens Energy hat der Mutterkonzern sogar abgegeben. Wenn die besten in den Einzeldisziplinen gefragt sind, tut sich der Zehnkämpfer schwer, erklärte der Vorstand in dem Interview sein Vorgehen. Wer da überall Durchschnitt ist, wird abgehängt. Dem Manager zufolge verdrängt die laufende Digitalisierung die ineffizientesten Teile der wirtschaftlichen Wertschöpfungskette, und Siemens hat mit der Aufteilung auf 3 Unternehmen dieser Entwicklung einfach Rechnung getragen. Aber auch die Dividendenentwicklung während der Zeit als Unternehmenschefs kann sich durchaus sehen lassen. Zwar wurde die Gewinnausschüttung in diesem Jahr etwas zurückgenommen, von 2013 bis 2019 stieg sie aber beständig von 3,00 auf 3,90 Euro. Investoren konnten dabei auch eine ordentliche Rendite von meist über 3,5% im Durchschnitt erzielen.

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