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Von TraderFox
02. August 2018

Den QIX Dividenden Europa Index belasten am Donnerstag neben dem amerikanisch-chinesischen Handelsstreit auch gemischt aufgenommenen Quartalsberichte. Allerdings entwickelt sich der Index gegenüber dem Gesamtmarkt robuster und gibt dabei bis zum Nachmittag nur 0,8% auf 10.105 Punkten ab. Rückläufige Kundenzahlen und zu hohe Wettertemperaturen drücken bei SSE in Q1 auf die Gewinnentwicklung. Vorleistungen für F&E sowie höhere Rohstoffpreise und Wechselkurseffekte setzen BMW im 2.Quartal zu.

Ein leichtes Minus auf aktuell 14,15 Euro verbucht heute im Dividenden-Index die Aktie von Scottish and Southern Energy (SSE). Der zweitgrößte britische Energieversorger hatte letzte Woche erste Eckdaten für sein 1.Geschäftsquartal, das zum 30.Juni endete, vorgelegt. Demnach waren die Kundenzahlen des Konzerns im inländischen Energiegeschäft gegenüber dem Vorjahr um rund 320.000 auf 7,45 Millionen zurückgegangen. Zudem hatte SSE im zurückliegenden Quartal mit dem ungewöhnlich warmen Wetter sowie den anhaltend hohen Gaspreisen zu kämpfen. Dies führte letztlich dazu, dass der operative Gewinn des Versorgers um immerhin 80 Mio. GBP (92 Mio. Euro) niedriger ausfiel als erwartet. Dabei verwies der Vorstand von SSE auf die von April bis Juni in Großbritannien gemessenen Temperaturen, die über dem 30-Jahres-Durchschnitt lagen. Wodurch sich der durchschnittliche Gasverbrauch, der für Kunden in dieser Jahreszeit typisch wäre, um nahezu 10% unter dem erwarteten Niveau entwickelte.

Auch die unterdurchschnittlichen Windverhältnisse führten bei SSE im letzten Quartal sowohl im Onshore- als auch im Offshore-Geschäft zu einer niedrigeren Stromerzeugung. Die ursprünglich geplanten Produktionsmengen der eigenen Windparks lagen damit rund 15% unten der Planung des Unternehmens. Das für uns neue Geschäftsjahr war geprägt von einer geringeren Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien und dauerhaft hohen Gaspreisen, erklärte der Vorstand. Trotzdem konzentrieren wir uns bei SSE darauf, unseren Kunden gegenüber alle Verpflichtungen zu erfüllen. Zugleich kündigte der Manager für das Gesamtjahr Projekt-Investitionen in Höhe von 1,7 Mrd. GBP (1,9 Mrd. Euro) an. Auch kleinere und aggressive Wettbewerber machten dem Unternehmen auf dem britischen Energiemarkt weiterhin zu schaffen sowie die gesetzlich geregelten Preisbegrenzungen der Regierung. Damit sollen überhöhte Energietarife dauerhaft begrenzt werden. Immerhin dürften bei SSE bis zu 71% der Kunden von diesen Preisobergrenzen betroffen sein.

Die von Scottish and Southern Energy zuletzt ausgeschüttete Gesamtdividende von 0,94 GBP (1,08 Euro) für 2017/18 ergibt für die Aktie eine durchaus beachtliche Kapitalrendite. Basierend auf dem aktuellen Kurs liegt sie bei stattlichen 7,5%. Die jüngste Ausschüttung war für die Anteilseigner des Energieversorgers immerhin die 19te Anhebung in Folge. Dabei lag die Rendite allein in den letzten 5 Jahren im Schnitt bei 5,9%. Zudem hatte erst kürzlich das Management von SSE eine Weiterführung der aktionärsfreundlichen Dividendenpolitik bekräftigt. Für das Geschäftsjahr 2018/19 wurde hierbei zunächst eine Dividende von 0,97 GBP (1,11 Euro) in Aussicht gestellt. Untermauert soll das Ganze dann ab 2019 auch wieder von einem Gewinnanstieg werden, trotz möglicher Preisobergrenzen.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Im Minus bei 80,85 Euro präsentiert sich heute im Dividenden-Index angesichts durchwachsener Zahlen auch die Aktie von BMW. Der Autokonzern hat im 2.Quartal insgesamt deutlich weniger verdient. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) fiel um 6% auf 2,87 Mrd. Euro, wie das Münchner Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Auch der Nettogewinn von BMW ging im abgelaufenen Quartal um 6,1% auf 2,08 Mrd. Euro zurück. Analysten hatten hier im Schnitt nur mit einem Vorsteuergewinn von 2,79 Mrd. Euro und einem Gewinn von 2,03 Mrd. Euro gerechnet. Als Gründe für den Rückgang nannte der Autobauer hohe Kosten und Vorleistungen für Forschung und Entwicklung sowie Wechselkurseffekte und höhere Rohstoffpreise. Der Umsatz von BMW im Autogeschäft betrug 22,19 Mrd. Euro, das sind 0,1% mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings fiel auch die EBIT-Marge in der zentralen Autosparte von 10,1% auf nur noch 8,6% zurück. Zudem meldete der Premiumhersteller noch aktuelle Absatzzahlen vom US-Automarkt. Dort gingen die Verkäufe im Juli auch belastet von der Zweitmarke MINI um 0,3% auf 26.278 Neuwagen zurück. Im Jahresverlauf ergibt sich aber dennoch ein Absatzplus von 2,4%.

Insgesamt bleiben die Bewertungskennzahlen für die BMW-Aktie aber weiterhin durchweg attraktiv. Zwar fehlt gerade beim Gewinn je Aktie aktuell etwas Dynamik. Für die Jahre 2018 bis 2019 gehen Analysten aber von den Werten 11,55 Euro und 11,80 Euro aus. Gegenüber den von BMW im Vorjahr verdienten 12,52 Euro wäre das immerhin ein leichter Rückgang. Damit ist das geschätzte 2018er KGV von 7 aber trotzdem als äußerst moderat einzustufen. Auch die Dividende soll den Prognosen zufolge für 2018 unverändert 4,00 Euro betragen und 2019 sowie 2020 sollen dann 4,10 Euro je Aktie fließen. Für das laufende Geschäftsjahr wäre das gleichbedeutend mit einer üppigen Rendite von 4,9%. BMW ist schon länger für seine stabile und zugleich auch konservative Ausschüttungspolitik bekannt. So wurde die Dividende vom Management seit 2008 von 0,30 Euro auf zuletzt 4,00 Euro je Aktie mehr als verzehnfacht.

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