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Von Christina Rothfuß
01. Dezember 2022

Im Zuge der gestrigen Bekräftigung einer moderateren US-Zinspolitik zieht auch der QIX Dividenden Europa Index am Donnerstag um 1,2 % auf 12.235 Punkte an. Pharmaproduzent Sanofi will offenbar bei Übernahme von Horizon Therapeutics mitbieten und schüttet weiterhin 3,8 % an Rendite aus. NN Group will im Versicherungsgeschäft bis 2025 einen Überschuss von 1,8 Mrd. Euro erzielen und bestätigt bisherige Dividendenpolitik.

 

Dank wieder positiver Nachrichten war in den zurückliegenden Wochen im Dividenden-Index der Sanofi-Aktie die Erholung gelungen. Am Donnerstag steht sie aber mit aktuell 86,90 Euro leicht im Minus. Dabei ist der französische Arzneimittelproduzent offenbar an einer weiteren Übernahme dran. So bestätigte am Dienstag der irische Pharmahersteller Horizon Therapeutics vorläufige Gespräche mit gleich drei namhaften Playern über ein mögliches Kauf-Angebot. Neben Sanofi wurden hierbei auch der US-Biotechriese Amgen und der Pharmaspezialist Janssen genannt. Nach US-Börsenschluss schossen die Aktien von Horizon Therapeutics folglich auch um 30 % nach oben. Es bestehe keine Gewissheit, dass ein Angebot abgegeben werde, gab ein Sprecher der Gesellschaft aber bekannt. Dass Sanofi an den Iren aber großes Interesse haben dürfte, verwundert nicht, schließlich forscht Horizon an Therapieformen mit Bezug zu seltenen Krankheiten. Derzeit vermarktet das Unternehmen sogar schon 8 Medikamente, von denen das Augenmittel Tepezza bereits ein Blockbuster ist. 2021 wurden von Horizon mit rund 2.000 Angestellten weltweite Einnahmen von etwas mehr als 3,2 Mrd. USD erzielt, und das bei einer Gewinnmarge von stattlichen 20 %. Zuletzt wurde von Sanofi in den USA zudem auch ein neues Diabetes-Medikament zugelassen, das bei bestimmten Menschen mit familiärem Risiko für Typ-1-Diabetes den Ausbruch hinauszögern kann. Das Mittel Teplizumab sei für Menschen ab 8 Jahren zugelassen worden, teilte die US-Arzneimittelbehörde FDA Mitte November hierzu mit. Die Einnahme erfolge über eine an 14 aufeinanderfolgenden Tagen verabreichte Infusion.

Das Medikament mit dem Markennamen „Tzield“ stammt aber nicht allein von Sanofi, sondern wurde zusammen mit der Firma ProventionBio entwickelt. Aktuell haben rund 8,7 Mio. Menschen weltweit Typ-1-Diabetes, eine Stoffwechselerkrankung, bei der das Immunsystem die Zellen, die Insulin produzieren, attackiert. Aber auch das eigene Pharmageschäft der Franzoden lief zuletzt sehr gut. Immerhin konnte sich Sanofi von Juli bis September über einen Umsatzanstieg von 45 % auf rund 2,3 Mrd. Euro mit dem Kassenschlager “Dupixent“ freuen, was sogar der bisher höchste Quartalsumsatz in diesem Jahr war. Das Mittel ist neben der Asthma-Behandlung mittlerweile auch für Patienten mit Neurodermitis zugelassen worden. Und auch das Impfstoffgeschäft von Sanofi wuchs in Q3 um mehr als ein Fünftel. Folglich erwartet das Management für 2022 ein Gewinnwachstum von rund 16 %. Die Anteilsscheine bleiben dementsprechend hochinteressant. Selbst wenn es trotz aller 2022er-Unsicherheiten bei Sanofi nur eine unveränderte Dividende von 3,33 Euro gäbe, würde sich auf dem gegenwärtigen Niveau eine attraktive Rendite von 3,8 % ergeben.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Im Erholungsmodus befindet sich heute im Dividenden-Index auch die Aktie der NN Group, die leicht auf aktuell 41,20 Euro zulegt. Die zuletzt schwache Kursentwicklung bei den Papieren des Versicherungs- und Finanzdienstleisters ist durchaus überraschend. Schließlich ist das Unternehmen vor allem in den Niederlanden ein dominanter Player und bietet eine fürstliche Dividendenrendite. Zudem wurden vom Vorstand jüngst auch neue operative Ziele ausgerufen. So soll NN Group bis Ende 2025 ein Betriebskapital (Operating Capital Generation - OCG) von 1,8 Mrd. Euro generieren, im Vergleich zum 2023er-Zielwert von 1,5 Mrd. Euro. Operating Capital Generation ist auf Basis der europäischen Solvency II-Kriterien für Banken und Versicherungen der jeweilige Überschuss, und laut Analysten auch als ein ungefährer Wert für das Potenzial des freien Cashflows der NN Group zu sehen. Das Management der Versicherungsgruppe erwartet langfristig auch ein „OCG“-Wachstum im mittleren einstelligen Bereich. In den Niederlanden sind wir mit unseren Marken in einer starken Position und generieren bereits hohe Cashflows, erklärte zuletzt der Vorstandchef. Zusätzlich wachsen wir im Versicherungs- und Finanzgeschäft auch im Ausland mit soliden Raten.

Für die NN Group wurden aber zunächst keine neuen Eigenkapitalziele vorgegeben, dafür wurde aber die bisherige progressive Dividendenpolitik und jährliche Aktienrückkäufe mit bis zu 200 Mio. Euro bestätigt. Im Jahr 2021 konnte der Erstversicherer jedenfalls seine Einnahmen auf rund 21,3 Mrd. Euro steigern, getrieben von leicht höheren Prämien sowie den um 30 % gestiegenen Kapitalanlagegewinnen. Die aktuell steigenden Zinsen im Euroraum dürften diese Entwicklung in diesem Jahr noch beschleunigen. Für das abgelaufene Jahr hatte die NN Group im Mai die Dividende auf 2,49 Euro leicht erhöht, woraus sich eine stattliche Dividendenrendite von derzeit 6,0 % ergibt. Und angesichts des stark laufenden Versicherungsbereichs und der robusten Bilanzausstattung schätzen Analysten, dass die Dividendenhöhe bis 2025 sogar einen Wert von 3,00 Euro erreichen könnte.

 

Wenn Sie den QIX Dividenden Europa Index nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Dividenden Europa Index von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Dividenden Europa. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

 

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