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Von Christina Rothfuß
24. Januar 2024

Die weiter tonangebenden US-Börsen treiben mit ihrem Rekordlauf auch am Mittwoch den QIX Dividenden Europa Index an. Am Nachmittag legt er folglich um 0,8 % auf 13.205 Punkte zu. Arzneimittelspezialist Sanofi will experimentelles Medikamentenprogramm der Biotechfirma Inhibrx für bis zu 2,2 Mrd. USD übernehmen. Mehrländerbörse Euronext konnte 2023 insgesamt 64 IPO-Neuzugänge begrüßen, und hat mittlerweile rund 54.000 Anleihen aus über 110 Ländern gelistet.

Leichte Kursgewinne kann am Mittwoch im Dividenden-Index die Sanofi-Aktie erzielen, und steht damit bei aktuell 92,50 Euro. Dabei hatte der Arzneimittel- und Impfstoffhersteller gestern einen neuen Kaufkandidaten aus den USA verkündet. Letztlich will Sanofi ein experimentelles Medikamentenprogramm der US-Biotechfirma Inhibrx in einen komplexen Deal für bis zu 2,2 Mrd. USD übernehmen. Die Unternehmensführung erhofft sich davon unabhängiger vom bisherigen Blockbuster und Asthmamittel Dupixent zu werden und setzt damit auch noch stärker auf innovative Medikamente. Dupixent ist weltweit mittlerweile für 5 Anwendungsbereiche zugelassen, und spülte 2022 mehr als 8,0 Mrd. Euro in Sanofi`s Kassen. Inhibrx könnte auch durchaus gut ins Portfolio der Franzosen passen. Schließlich fokussiert sich die künftige Tochter derzeit auf Behandlungstherapien bei Patienten mit “Alpha-1-Antitrypsin“-Mangel, eine genetische Störung, die Lunge und Leber beeinträchtigt. Zwar erwirbt Sanofi alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Projekt “INBRX-101“. Die Übernahme der Biotech-Hoffnung aus den USA dürfte aber voraussichtlich die F&E-Ausgaben des Pharmaproduzenten erhöhen. Auch weil das experimentelle INBRX-10-Medikament erst in die mittlere Phase der klinischen Tests eingetreten ist, und damit eine Zulassung noch nicht absehbar erscheint. Für Sanofi aber überwiegt bei dem Deal offenbar das mögliche Potenzial. Der Vorstand hatte jedenfalls im letzten Jahr eine neue Ära der Spitzenforschung und -entwicklung eingeläutet, was nicht allen Investoren gefiel.

Dennoch sollen bis Ende 2025 unter anderem die Zahl der zulassungsrelevanten Studien der Phase III um 50,0 % erhöht, und bis zu 19 Zulassungsanträge gestellt werden. Und die Inhibrx-Transaktion unterstreicht den Plan des Managers, Sanofi`s Produktlinie durch vielversprechende neue Medikamente in Bereichen wie Immunologie und seltene Krankheiten zu stärken. Der Sanofi-Chef steht jedoch unter Druck, und muss die in den kommenden Jahren erheblich höheren Investitionskosten in der Arzneimittelentwicklung rechtfertigen. Dieser Ansatz, der die Aufgabe alter Gewinnziele erforderte, führte bereits im Oktober zum Unmut bei Aktionären und einem Verlust von etwa 25,0 USD an Marktwert. Sanofi will aber zunächst den Inhibrx-Anteilseignern im Rahmen des Übernehme-Deals 30,00 USD pro Aktie zahlen. Dazu kommt noch das Recht, 5,00 USD in bar zu erhalten, falls das experimentelle Medikament eine regulatorische Hürde nimmt. Der Gründer und Vorstand von Inhibrx, wird zudem ein Spin-off mit dem verbleibenden Forschungsteam leiten, das Sanofi ebenfalls mitfinanzieren will. Die Aktie des Gesundheits-Dienstleisters bietet jedenfalls trotz der jüngsten Erholung noch immer eine solide Dividendenrendite von 3,5 %.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Einer der heutigen Gewinner im Dividenden-Index ist die Aktie von Euronext, die dabei um 1,8 % auf aktuell 81,15 Euro zulegen kann, und damit einen Jahreshöchststand markiert. Dabei spiegeln die Papiere des niederländischen Börsenplatz-Betreibers die derzeit gute Stimmung an den weltweiten Aktienmärkten bestens wider. Zumal das Unternehmen angesichts eines zuletzt boomenden IPO-Geschäfts und innovativen Börsendienstleistungen zu den erfolgreichsten Finanzmarktspezialisten Europas zählt. Euronext ist in den letzten Jahren dank der Brexit-Umstände sogar zum führenden Börsenbetreiber für Technologie-Unternehmen in Europa aufgestiegen. Die von Amsterdam aus agierende Gruppe ist neben Aktien aber auch der bevorzugte Handelsplatz für die Notierung von Anleihen, ETFs und Fonds, sowie von Optionsscheinen und Zertifikaten. Die Euronext betreibt zudem auch noch die Börsen in Brüssel, Dublin und Lissabon. Dazu kommt noch der zuletzt zugekaufte Finanzplatz Mailand, sowie die Börsen in Oslo und Paris. Die Infrastruktur im europäischen Aktienhandels- und IPO-Geschäft wurde im letzten Jahr auch erneut ausgebaut. 2023 konnte die Mehrländerbörse folglich auch 64 IPO-Neuzugänge begrüßen, darunter 13 internationale Notierungen.

Von der Euronext wurde hierfür das Pre-IPO-Programm “IPOready“ erneut stark beworben, um Unternehmen zu unterstützen, die in den kommenden Jahren einen Börsengang erwägen. Zudem haben sich im letzten Jahr auch 17 wachstumsstarke Technologiegesellschaften dem Euronext “Tech Leaders“-Segment angeschlossen, so dass die Gesamtzahl der Börsennotierung nur ein Jahr nach seiner Gründung auf 121 Firmen gestiegen ist. Als weltweit führender Handelsplatz für Bonds hat die Euronext mittlerweile über 54.000 Anleihen aus mehr als 110 Ländern auf ihren Plattformen notiert, wobei in den letzten 12 Monaten über 9.500 neue Emissionen dazukamen. Außerdem ist der Börsenbetreiber auch Vorreiter im Bereich nachhaltiger Finanzmärkte und hat 1.900 ESG-Profile von Unternehmen über das innovative Tool "My ESG Profile" für Investoren zugänglich gemacht. Bei all den zuletzt fortschrittlichen Entwicklungen blieb auch nicht die Profitabilität auf der Strecke. Zuletzt ergab sich bei Euronext eine Gewinnmarge von 31,0 %, dazu bietet die Aktie eine Dividendenrendite von 2,7 %.

Wenn Sie den QIX Dividenden Europa Index nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Dividenden Europa Index von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Dividenden Europa. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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