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Von TraderFox
04. Januar 2019

Trotz deutlich schwächerer Vorgaben der US-Börsen bewegt sich der QIX Dividenden Europa Index am Freitag im grünen Bereich. Angetrieben wird der Index dabei von der Hoffnung auf einen Durchbruch im Handelsstreit zwischen den USA und China. Am Nachmittag liegt er komfortabel mit 1,0% im Plus bei 9.365 Punkten. Sampo will mit Cevian Capital als aktivistischen Investor bei der Tochter Nordea Bank Umsatz und Renditen steigern. Deutsche Telekom hält die Auflagen der Netzagentur für die anstehende 5G-Auktion für unrealistisch und klagt dagegen.

Im heutigen positiven Marktumfeld kann im Dividenden-Index die Aktie von Sampo leichte Zugewinne auf 38,40 Euro verbuchen. Die finnische Versicherungsholding hat bei seiner Tochter einen aktivistischen Investor mit an Bord geholt. Die schwedische Investmentfirma Cevian Capital hat einen Anteil von 2,3% an der Nordea Bank erworben, teilte das Unternehmen vergangene Woche mit. Die größte skandinavische Bank, an der Sampo knapp 21% der Anteile hält, könnte dadurch unter Druck geraten, Umsatz und Rentabilität zu verbessern. Der neue Investor sehe erhebliches Wertpotenzial in Nordea und wolle mit den Besitzern, dem Board und dem Management zusammenarbeiten, um dieses Potenzial ohne unnötige Zeitverzögerung zu heben. Dies zeigt, dass sich Cevian mit Nordeas Großaktionär Sampo bezüglich der Richtung einig ist, in die die Bank künftig entwickelt werden soll. Immerhin hatte der Mutterkonzern die Renditen von Nordea zuletzt als “enttäuschend“ bezeichnet.

Cevian könnte die Bank dazu drängen, sich stärker auf die schwache Umsatzentwicklung zu konzentrieren, hatten Analysten schon im November gemutmaßt, nachdem Spekulationen aufgekommen waren, dass Cevian eine Beteiligung aufbaue. Letztlich macht der Anteil von 2,3% Cevian zum viertgrößten Nordea-Aktionär und könnte zu Einfluss im Nominierungsausschuss führen, der Vorstandsmitglieder vorschlägt. Die Sampo-Tochter selbst war zuletzt bei Rentabilität und Aktienkurs hinter wichtige Wettbewerber zurückgefallen. Allein im vergangenen Jahr ist die Nordea-Aktie um rund 23% gefallen, mehr als jede andere nordische Großbank – mit Ausnahme der Danske Bank. Und die Eigenkapitalrendite lag im 3.Quartal mit nur 8,7% weit unter den zweistelligen Renditen der größten schwedischen Banken. Dennoch hatte sich Sampos Beteiligung an der Bank einmal mehr ausgezahlt. Schließlich erzielte Nordea von Januar bis September einen Nettogewinn von knapp 527 Mio. Euro, und lag damit deutlich über dem Wert des Vorjahres von 491 Mio. Euro.

Derweil bietet die Sampo-Aktie infolge des jüngsten Kursrückgangs mittlerweile wieder eine mehr als üppige Kapitalrendite von 6,7%. Aber nicht nur die hohe Rendite sondern auch das Dividendenwachstum der Finanzholding ist durchaus beachtlich. Letztlich wurde die Ausschüttung seit 2009 kontinuierlich von 1,00 Euro auf zuletzt 2,60 Euro mehr als verdoppelt. Allein in den letzten 5 Jahren betrug die Rendite dabei im Schnitt 5,4%. Finanziert wurde Sampos beeindruckende Entwicklung aber vor allem durch beständig steigende Beteiligungsgewinne.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Nach der starken Erholung in dieser Woche zeigt sich heute im Dividenden-Index die Aktie der Deutschen Telekom ebenfalls leicht im Plus bei 15,00 Euro. Der Telekommunikationsdienstleister hat einem Zeitungsbericht zufolge gegen die Netzagentur wegen der Vergaberegeln der 5G-Frequenzen für einen schnellen Mobilfunk geklagt. Diese sei beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht worden, berichtete die “Welt“. Somit gingen nun alle drei Netzbetreiber in Deutschland gegen die Netzagentur vor. Bereits vor Weihnachten hätten Vodafone und Telefonica Klagen eingereicht. Wir haben von Beginn an gesagt, dass die für die Auktion vorgesehenen Auflagen aus unserer Sicht unrealistisch sind und Rechtsunsicherheit schaffen, zitiert das Blatt einen Telekom-Sprecher. Dabei bemängelt der Mobilfunkanbieter verschiedene Vorgaben, so beim Roaming. Letztlich geht es hierbei darum, dass Mobilfunkkunden das Netz eines Konkurrenten nutzen können, wenn das Angebot ihres eigenen Betreibers zu schlecht ist.

Die Versteigerung der Frequenzen, die im Frühjahr über die Bühne gehen soll, ist für die Deutsche Telekom der eigentliche Startschuss des geplanten Aufbaus eines eigenen 5G-Netzes. Der neue und deutlich schnellere Mobilfunkstandard wiederum ist Voraussetzung für neue Schlüsseltechnologien wie autonomes Fahren oder die Vernetzung von Maschinen in der Industrie. Auch sollen damit unterversorgte Regionen ohne Breitbandanbindung mittels der Auflagen erstmals überhaupt ans World Wide Web angeschlossen. Für die Deutsche Telekom und andere Netzbetreiber dürften letztlich die Investitionskosten hierfür im Milliardenbereich liegen.

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