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Von TraderFox
11. August 2020

Ein deutlich besser als erwartet ausgefallener ZEW-Konjunkturindex und Rückenwind vom chinesischen Automarkt treiben am Dienstag den QIX Dividenden Europa Index an. Der Index zieht daraufhin am Nachmittag um 1,5% auf 10.760 Punkte an. Roche kehrt im Juni nach Lockdown wieder auf Wachstumspfad zurück und bleibt dank anhaltend robuster Medikamentengeschäfte eine Dividendenperle. Endesa treibt mit Hilfe von EU-Fördergeldern die spanische Infrastruktur zur E-Mobilität aus und schüttet seit Jahren Dividenden von über 6% aus.

Ungeachtet zuletzt robuster Zahlen gibt heute im Dividenden-Index die Aktie von Roche leicht nach und steht damit bei derzeit 293,00 Euro. Der Schweizer Pharmaproduzent gehört nach wie vor zu den weltweit führenden Gesundheitsunternehmen. Im Laufe der Jahre hat sich das Management dabei gerade im F&E-Bereich und dank strategischer Zukäufe auch immer mehr auf Krebs-, Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel- sowie Viruserkrankungen fokussiert. Zwar hatte Roche zuletzt seine Ziele bei der Studie mit dem Brustkrebs-Mittel Tecentriq verfehlt, und auch das eigentlich gegen Arthritis gerichtetes Medikament Actemra/RoActemra konnte bei den mit Corona-Patienten durchgeführten Tests im Kampf gegen Covid-19 nicht die gewünschte Wirkung aufweisen. Dafür vermeldete der Vorstand jüngst die US-Zulassung für den neuen Hoffnungsträger Risdiplam bei Muskelschwund. Und auch wenn bei dem Unternehmen im Mai der Umsatz wegen des weltweiten Lockdowns um 15% zurückging, bereits im Juni war Roche dann schon wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Besonders stark betroffen von der Pandemie war im ersten Halbjahr aber vor allem die Pharmasparte. Der Umsatz ging hier um 4% auf 23,2 Mrd. CHF zurück, da in der Hochphase der Virus-Ausbreitung viele Patienten seltener zum Arzt gingen und Krankenhäuser ihre Betten hauptsächlich für Corona-Infizierte und Notfälle reservierten.

Das hatte sich bei Roche im Wesentlichen auf die Nachfrage von Medikamenten wie Ocrevus zur Behandlung von Multipler Sklerose, Hemlibra für Bluter oder auch das Augenmittel Lucentis ausgewirkt. Dennoch zeigte sich das Management zuletzt für die zweite Jahreshälfte zuversichtlich und bestätigte die Jahresprognose, die leichte Umsatzzuwächse verspricht. Auch die Dividende soll 2020 weiter steigen. Zuletzt bekamen die Anteileigner für 2019 insgesamt 9,00 CHF (8,50 Euro), und damit 0,30 CHF mehr als im Jahr zuvor. Damit hatte sich die Gewinnbeteiligung, die 2007 noch bei 4,60 CHF lag, bis heute fast verdoppelt. Mit derzeit 2,9% liegt die aktuelle Dividendenrendite bei Roche aber noch immer leicht unter dem Durchschnitt der letzten Jahre.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Eine durchaus starke Performance konnte in den letzten 4 Monaten im Dividenden-Index die Aktie von Endesa hinlegen. Im heutigen Marktumfeld legt sie erneut um 1,5% zu und notiert aktuell bei 24,60 Euro. Der spanische Energieversorger gilt mit zuletzt erzielten 20,15 Mrd. Euro an Umsatz als einer der führenden Anbieter des Landes. Dabei ist die Gesellschaft nicht nur ein bedeutender Gasproduzent sondern treibt daneben auch die Stromerzeugung mithilfe von erneuerbaren Energien voran. Aber auch Zusatzgeschäfte werden gegenwärtig ausgebaut. So hatte sich das Unternehmen bereits im November 2018 den Aufbau von über 8.500 öffentlichen Ladepunkten für Elektrofahrzeuge in Spanien bis 2023 zum erklärten Ziel gesetzt. Das Endesa-Projekt, das mit 35 Mio. Euro von der Europäischen Investitionsbank gefördert wird, soll fast 600 Arbeitsplätze in der Umsetzungsphase und weitere 40 dauerhafte Jobs schaffen. Die ersten 2.000 Ladepunkte will der Versorger noch in diesem Jahr entlang der großen Autobahnen und in den wichtigsten spanischen Ballungsgebieten installieren. Dabei sollen über eine Spannweite von insgesamt 15.000 Kilometern wichtige Hauptverkehrsstraßen und Städte Ladevorrichtungen erhalten. Endesa, das zu über 90% dem italienischen Enel-Energiekonzern gehört, hatte das Vorhaben jüngst als mit Abstand ambitioniertesten Plan zur Förderung der Elektromobilität in ganz Spanien bezeichnet.

Und für den Vorstand garantiert die zugesagte Unterstützung der EU-Klimabank die Solidität zur wirtschaftlichen Wiederbelebung des Landes. Die Konsolidierung des spanischen Netzes für das Aufladen von E-Fahrzeugen bei gleichzeitiger Schaffung von Wohlstand und Arbeitsplätzen und der Senkung der Emissionen ist ein deutliches Beispiel für diese Vision, betonte der Manager. Aber auch die Dividendenhistorie von Endesa kann sich sehen lassen. Trotz eher stagnierenden Erlösen hat sich die Gewinnausschüttung in den vergangenen 5 Jahren von 1,03 Euro auf jüngst 1,48 Euro jedenfalls stark entwickelt. Dabei ergab es jedes Jahr eine saftige Rendite, die sich im Schnitt auf über 6% summierte.

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