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Von Christina Rothfuß
24. November 2023

Angesichts des gestrigen Thanksgiving-Feiertages in den USA fehlen dem QIX Dividenden Europa Index am Freitag neue Impulse. Demnach liegt er am Nachmittag bei unverändert 12.410 Punkten. Energieversorger Red Electrica dürfte seine 2023er-Dividende trotz milliardenschwerer Investitionspläne stabil halten, ab 2024 droht allerdings eine deutliche Kürzung. Eiffage wird als führende Baugesellschaft Europas nur mit einem einstelligen KGV bewertet und hat für 2023 und 2024 weitere Dividendenanhebungen geplant.



Eine eher enttäuschende Performance zeigte im Dividenden-Index in den vergangenen Monaten die Red Eléctrica-Aktie. Am Freitag notiert sie aber leicht im Plus bei aktuell 15,14 Euro. Der spanische Energieversorger, der als Eigentümer von Hochspannungsleitungen für die technische Verwaltung des Stromnetzes im Inland sowie auf mehreren Inseln verantwortlich ist, ist aufgrund seiner Zuverlässigkeit ein regelrechter Dividendengarant. Zumal Red Eléctrica das Übertragungsnetzwerk quasi in einer monopolähnlichen Stellung betreibt, und gut 93 % der erwarteten 2023er-Erlöse von 2,07 Mrd. Euro aus dem Heimatmarkt kommen, ist das eigentliche Geschäft risikoarm. Dazu ist die Gruppe als Betreiber von Elektrizitätsnetzen auch in Peru, Chile und Brasilien aktiv, und betreibt ein Satellitennetzwerk sowie eine Rückversicherungssparte. Bis 2021 war auch Reintel, das größte spanische Glasfasernetz mit 49,0 % im Besitz von Red Eléctrica, wurde aber für knapp 1,0 Mrd. Euro an den Finanzinvestor KKR verkauft. Mit dem Geld konnte das Unternehmen damals seine hohe Verschuldung ein Stück weit senken. Diese gilt zwar noch nicht als problematisch. Aber für den geplanten Ausbau des bislang verwalteten Stromnetzes dürften laut Red Eléctrica-Management von 2022 bis 2027 allerdings Investitionen von insgesamt 5,68 Mrd. Euro nötig sein, plus 759 Mio. Euro an internationalen Netz-Anbindungskosten. Die Nettomarge von Red Eléctrica aus dem operativen Geschäft war in der Vergangenheit aber bisher immer bemerkenswert hoch, und lag eine Zeit lang sogar bei über 30,0 %.

Mit diesem ungewöhnlich starken Profitabilitätswert sollte es dem Netzverwalter also gelingen, das Vorhaben problemlos zu finanzieren. Ein generelles Problem ist aber die anhaltend hohe Ausschüttungsquote bei zugleich zuletzt dramatisch gestiegenen Kapital- und Investitionskosten. Die Eigenkapitalquote lag jüngst auch nur noch bei 25,0 %. 2021 wurde von Red Eléctrica auch erstmals die Dividende leicht auf 1,00 Euro gekürzt, was zwar nicht ungewöhnlich war. In den vergangenen 20 Geschäftsjahren wurden die Ausschüttungen aber immer erhöht, was zu jahrelangen Dividendenrenditen von über 5,0 % führte. Im Vergleich zu anderen europäischen Stromnetzbetreibern ist die bisherige Dividendenkontinuität des Unternehmens damit auch fast schon einzigartig. Für 2023 könnte Red Eléctrica aber eine unveränderte Gewinnbeteiligung von 0,95 Euro zahlen, was bei dem zuletzt stark gefallenen Kurs eine beachtliche Kapitalrendite von 6,3 % bedeuten würde. Allerdings wird ab dem kommenden Jahr nur noch mit 0,84 bis 0,82 Euro an Dividende gerechnet, was möglicherweise derzeit in die Anteilscheine “eingepreist“ wird.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.



Eine kräftige Erholung verbuchte zuletzt im Dividenden-Index dagegen die Aktie von Eiffage. Heute gibt sie aber wieder leicht auf aktuell 90,85 Euro nach. Dabei gilt die französische Unternehmensgruppe als eine der führenden Baugesellschaften Europas. Zum Leistungsspektrum gehören diesbezüglich Dienstleistungen in den Bereichen Bauwesen, Immobilien- und Stadtentwicklung sowie Straßenbau und Energiesysteme. Weltweit kam Eiffage damit zuletzt auf fast 20,0 Mrd. Euro an Jahresumsatz. Der Fokus des Unternehmens liegt dabei vor allem auf der Gestaltung von nachhaltigen und widerstandsfähigen Städten und Infrastrukturen. Das Management verfolgt damit eine Strategie des kohlenstoffarmen Bauens in großem Maßstab und nutzt jede Gelegenheit, Innovationen in diesem Bereich einzusetzen. Die Ingenieurs- und Umweltdienste von Eiffage sind in zahlreichen Ländern jedenfalls noch immer sehr gefragt, im letzten Jahr wurde sogar erneut ein Gewinnanstieg von 16,0 % erzielt. Und mit einer Eigenkapitalrendite von 22,0 % gehörte das Unternehmen auch noch zu den profitableren in ganz Europa. Da verwundert es, dass die Bau- und Konstruktionsgesellschaft nur über eine schwache Eigenkapitalquote 17,0 % verfügt. Zumal über die Jahre bei Eiffage auch keine exorbitant hohen Dividendenausschüttungen stattfanden.

Die Ausschüttungsquote lag in der Vergangenheit meint unter 30,0 %. In den letzten 5 Jahren stieg zwar die Dividende beständig von 2,00 auf zuletzt 3,60 Euro, was auch dem seit 2014 andauernden weltweiten Immobilienboom bei zugleich niedrigen Zinsen geschuldet war. Aktuell bietet die Aktie aber damit gut 3,9 % an Kapitalrendite. Für Eiffage spricht aber nicht nur die Unternehmensgröße, sondern auch dass offenbar keine Dividendenkürzung geplant sind. Für 2023 und 2024 sind jeweils Ausschüttung von 3,97 bzw. 4,19 Euro in Aussicht gestellt worden, was die Dividendenrendite auf weit über 4,0 % bringen würde. Und mit einem KGV von nur 8 bietet sich damit sogar ein langfristiger Kauf an.



Wenn Sie den QIX Dividenden Europa Index nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Dividenden Europa Index von finanzen.net und der TraderFox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Dividenden Europa. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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