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Von TraderFox
11. Dezember 2019

Die anstehenden Ereignisse wie die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed am Abend sowie der EZB an diesem Donnerstag führen beim QIX Dividenden Europa Index am Mittwoch zu einer abwartenden Haltung. Dabei steht der Index am Nachmittag unverändert bei 11.235 Punkten. Orange plant bis zu 40.000 seiner europäischen Funktürme in separate Unternehmen aufzuspalten um dadurch mehr Geld zu verdienen. Münchner Rück-Vorstand erwartet angesichts dauerhafter Niedrigzinsen mit einem höheren Anlage-Risiko für die Versicherungsbranche.

Ungeachtet der zunächst unsicheren Markt-Entwicklung liegt am Mittwoch im Dividenden-Index die Aktie von Orange leicht im Plus bei aktuell 13,45 Euro. Der Vorstand des französischen Telekomdienstleisters hat sich erst für die Zeit nach 2020 wieder Gewinnsteigerungen vorgenommen, zudem sollen betriebene Mobilfunktürme in eine eigene Firma auslagert werden. Diese Pläne kündigte der Manager vergangene Woche an. Wie auch andere Telekomkonzerne zuvor will Orange seine 40.000 europäischen Funktürme, also die sogenannte passive Netzinfrastruktur ohne die tatsächlichen Sendeanlagen, nun ebenfalls stärker zu Geld machen. Zu diesem Zweck sollen in den jeweiligen Ländern eigene Funkturm-Betreiberfirmen entstehen. In einem ersten Schritt wollen die Franzosen zunächst in Spanien knapp 1.500 Standorte an den dort ansässigen Netzdienstleister Cellnex für 260 Mio. Euro verkaufen. Dabei gelten gerade für Investoren, die stabile Renditen suchen, wie etwa Versicherer, die Vermögensteile aus Mobilfunkmasten und deren Standorte als beliebte Investitionsmöglichkeit. Letztlich besteht das Geschäft der Funkturmfirmen aber hauptsächlich nur aus Mieteinnahmen für die Nutzung der Masten und Standorte.

Weil aber Orange in schwach besiedelten Regionen seine Netze gemeinsam mit Partnern ausbauen will, muss das Unternehmen erst einmal stärker investieren. Erst ab 2022 dürften dem Vorstandschef zufolge die Investitionsausgaben dann wieder sinken, vor allem wenn auch der Schwerpunkt des Glasfaserausbaus in Frankreich geschafft sei. Die Dividende soll aber während des gesamten Zeitraums wie schon im Vorjahr bei mindestens 0,70 Euro je Aktie liegen. Eine Steigerung des freien Mittelzuflusses sei aber nicht ausgeschlossen, hieß es. Der Cashflow aus eigener Kraft soll bei Orange 2020 wie auch dieses Jahr bei mehr als 2 Mrd. Euro liegen und bis 2023 dann sogar auf 3,5 bis 4 Mrd. anwachsen. Dabei will der Mobilfunk-und Breitbandanbieter künftig in erster Linie mit seinem schon bisher gut laufenden Geschäft in Afrika und dem Nahen Osten wachsen. Auch sollen bei Dienstleistungen für Geschäftskunden und das in den vergangenen Jahren gestärkte Bankgeschäft im Mittelpunkt stehen. Für die Aktionäre von Orange bedeuten diese Nachrichten auf absehbare Zeit indes eine gewisse Dividendenverlässlichkeit, die mit einer derzeit attraktiven Rendite von 5,2% vergütet wird.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Nach dem während der vergangenen Monate erreichten Mehrjahreshoch notiert die Aktie der Münchner Rück heute im Dividenden-Index wieder leicht im Plus bei 260,70 Euro. Dem weltweit größten Rückversicherer zufolge dürfte das anhaltende Zinstief die gesamte Versicherungsbranche in höhere Risiken treiben. Nach der Finanzkrise habe die Branche zunächst mehr Geld in Unternehmensanleihen und Infrastrukturinvestitionen angelegt, erklärte zuletzt der Vorstand auf einer Veranstaltung in München. Inzwischen sei aber auch das Investment weniger rentierlich. Entweder man gebe sich mit einer niedrigeren Rendite zufrieden oder man gehe ein höheres Kapitalanlagerisiko ein, so der Manager. Diesen Trend haben wir industrieweit gesehen, ergänzte er. Die Münchner Rück hat nach den Worten des Konzernchefs ebenfalls in besser verzinste und etwas niedriger bewertete Anlagen investiert, aber nur in geringem Umfang. Wir wollen das Risiko nicht grundsätzlich erhöhen, betonte er. Zudem glaubt der Manager des Versicherungsriesen auch nicht, dass die von vielen in der Finanzbranche ersehnte Zinswende kurzfristig eintritt. Dabei ist die Verzinsung der Kapitalanlagen gerade für Erstversicherer von generell großer Bedeutung, da damit unter anderem die den Kunden vertraglich zugesicherten Renditen der Lebensversicherung bezahlt werden. Die Münchner Rück selbst ist aber dem Vorstand zufolge gut auf Kurs, die angepeilten höheren Gewinnmarken zu erreichen. 2018 waren es 2,3 Mrd. Euro, in diesem Jahr sind 2,5 Mrd. das Ziel, 2020 sollen es 2,8 Mrd. Euro sein, sagte der Manager. Wir sind zuversichtlich, dass wir das erreichen können, kommentierte zudem der Finanzvorstand die neuen Prognosen.

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