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Von TraderFox
12. März 2021

Angesicht wieder steigender Anleiherenditen in den USA kommt es am Freitag beim QIX Dividenden Europa Index nach dem zuletzt guten Lauf zu Gewinnmitnahmen. Dabei steht der Index am Nachmittag mit 0,3% im Minus bei 11.445 Punkten. Orange plant bis zu 26.000 seiner Mobilfunk-Sendemasten in eine Tochtergesellschaft auszulagern, um sie möglicherweise danach an die Börse zu bringen. Deutsche Börse startet aufgrund des aktuellen Kryptowährungs-Booms neue Handelsprodukte für die Digitalwährungen Ethereum und Bitcoin Cash.

Trotz der heutigen schwachen Markt-Entwicklung liegt im Dividenden-Index die Aktie von Orange minimal im Plus bei aktuell 10,23 Euro. Immerhin will der französische Telekomdienstleister demnächst zu einigen seiner Konkurrenten aufschließen, und das unternehmenseigene Funkturmgeschäft abspalten und dieses möglicherweise sogar an die Börse bringen. Im Gegensatz zur spanischen Telefonica plane das Unternehmen aber nicht, seine Mobilfunk-Antennensparte zu verkaufen, sagte jüngst der Finanzvorstand. Allerdings wolle sich Orange alle Optionen offen halten, einschließlich einer Börsennotierung oder möglicher Beteiligungen von Dritten. Die neue Tochtergesellschaft mit dem Namen “Totem“ soll dem Manager zufolge bis zu 26.000 Sendemasten vor allem in Frankreich und Spanien betreiben und einen Jahresgewinn von rund 300 Mio. Euro anpeilen. Bis Ende 2021 soll Totem sein eigenständiges Geschäft aufgenommen haben. Der Verkauf von Sendestationen könnte Orange letztlich dabei helfen, die Bilanz schuldentechnisch zu entlasten und frisches Geld für wichtige Investitionen wie das neue schnelle 5G-Mobilfunknetz einzusammeln. Dabei gelten gerade Funktürme und Mobilfunkstandorte als attraktives Investment für professionelle Anleger wie Versicherer und Finanzinvestoren, die an einer stabilen Rendite aus den Standortmieten interessiert sind. Schon im Sommer 2020 hatte Orange-Wettbewerber Telefonica in Deutschland rund 10.000 seiner Sendemasten an eine andere Tochter seines spanischen Mutterkonzerns Telefonica (Telxius) ausgelagert und kündigte an, die Erlöse in die Infrastruktur und ins eigene Geschäft investieren zu wollen.

Zudem bestätigte kürzlich der Chef von Orange das Ziel des IT- und Mobilfunkanbieters, 2023 aus eigener Kraft einen Barmittelzufluss von 3,5 bis 4 Mrd. Euro generieren zu wollen. Gerade Dividendenanleger werden dies wohlwollend vernommen haben, immerhin wären dies 40 bis 60% mehr als im letzten und von Corona-beeinträchtigtem Geschäftsjahr. Erreichen wollen die Franzosen dies unter anderem über Einsparungen. Außerdem hatte der französische Staatsrat (Conseil d'état) Orange erst im November nach langjährigen Steuerstreitigkeiten insgesamt gut 2,2 Mrd. Euro zugesprochen. Die Zahlung entspreche der 2013 vorgestreckten Beträge inklusive Kosten für den Rechtsstreit und Zinsen, hieß es damals. Gut ein Viertel davon hat das Management aber letztlich für die Transformation des Konzerns sowie für ein Übernahmeangebot aller restlichen Aktien von Orange Belgium eingeplant. Den restlichen Teil davon will Orange aber nun als Sonderdividende in Höhe von 0,20 Euro je Aktie an seine Aktionäre ausschütten. Als reguläre Gewinnbeteiligung stellte der Vorstand zuletzt eine unveränderte Dividende von 0,70 Euro in Aussicht, wodurch ein Investment in die Aktie mit einer derzeit unschlagbar attraktiven Rendite von 6,5% vergütet wird.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Deutlich erholen konnte sich im Dividenden-Index in dieser Woche die Aktie der Deutschen Börse, die am heutigen Freitag jedoch wieder leicht im Minus bei 138,40 Euro liegt. Der Börsenplatzbetreiber organisiert über seine elektronischen Handelsplattformen vor allem den Aktien- und Terminhandel, aber auch die Verrechnung und Verwahrung von Wertpapieren für institutionelle Kunden. Zudem bietet das Unternehmen auch international umfassende Dienstleistungen und Technologien an, welche die gesamte Wertschöpfungskette des Finanzdatengeschäfts abdecken. Darüber hinaus ist die Deutsche Börse auch für die sogenannte DAX-Indexfamilie verantwortlich, die die Wertentwicklung der 30 nach Marktkapitalisierung größten deutschen Unternehmen abbildet. Die Frankfurter bauen aber nun in Anbetracht des anhaltenden Booms bei Kryptowährungen logischerweise ihr Angebot für deren Handel aus. Demnach können Anleger organisiert von der Deutschen Börse künftig auch Finanzprodukte (ETP) erwerben, die die Entwicklung von digitalen Währungen wie Ethereum und Bitcoin Cash abbilden sollen. Bereits seit Mitte 2020 hat der Börsendienstleister ein solches Produkt für Bitcoin, die bekannteste und liquideste Digitalwährung, im Angebot.



Mit der Ausweitung auf Ethereum und Bitcoin Cash schaffen wir nun weitere Investmentmöglichkeiten, um Kryptoprodukte effizient im regulierten börslichen Umfeld zu handeln, betonte jüngst der Spartenmanager, der das Geschäft mit ETPs bei der Deutschen Börse verantwortet. Investoren müssen somit nicht auf unregulierte Handelsplätze ausweichen oder eigene Krypto-Wallets einrichten. Die neuen Produkte sollen auf dem elektronischen Xetra-Segment der Frankfurter Börse gehandelt werden. Das Clearing übernimmt dabei die Deutsche Börse-Tochter Eurex. Der Vorstoßt kommt allerdings überraschend, immerhin war das Unternehmen lange zurückhaltend, was den Handel von Kryptowährungen betrifft. So bieten beispielsweise die amerikanischen Börsenkonkurrenten CBOE und CME bereits seit 2017 erste Bitcoin-Futures an, also handelbare Terminkontrakte auf die virtuelle Währung.

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