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Von TraderFox
15. Oktober 2020

Die Angst vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus und den daraus resultierenden erneuten Einschnitten für die Wirtschaft drücken am Donnerstag den QIX Dividenden Europa Index ins Minus. Der Index gibt daraufhin am Nachmittag um 1,9% auf 10.470 Punkte ab. Nestlé dominierend weiterhin den Handel mit abgefülltem Trinkwasser und will in 2020 sogar gruppenweit mehr Gewinn einfahren. Reifengeschäfte von Nokian Tyres werden kaum von Konjunkturzyklen geprägt, aktuell bekommen Investoren auch über 6% an Dividende.

Im aktuellen schwächeren Marktumfeld zeigt sich am Donnerstag im Dividenden-Index die Aktie von Nestlé robust und verliert nur leicht auf 99,85 Euro. Der Schweizer Lebensmittelproduzent mag für manche ein eher langweiliges Unternehmen sein, Mit seinem Marken wie Vittel, Contrex und Perrier ist es im globalen Handel mit abgefülltem Trinkwasser aber durchaus dominierend. Insgesamt vertreibt Nestlé international über 70 verschiedene Wassersorten und verdient auf diese Weise am milliardenschweren und weiterhin boomenden Markt für Wasser kräftig mit. Vom Management wurden über die Jahre auch weltweit Wasserrechte erworben, vor allem in den am wenigsten entwickelten Ländern und denen der Dritten Welt. Durch die dort von den Schweizern betriebene Wasserförderung sinkt allerdings der Grundwasserspiegel und Brunnen trocknen aus, dafür musste das Unternehmen auch Kritik einstecken. Als größter Lebensmittel- und Getränkehersteller der Welt mit einem Jahresumsatz von zuletzt 92,57 Mrd. CHF (85,7 Mrd. Euro) ist das aber zu verkraften. Zumal Investoren gern in Nestlé investieren, da es mit seinen Geschäften auch außerhalb des Bereichs Wasser hervorragend aufgestellt ist. Und um beständiges Wachstum zu generieren, durchläuft die Portfoliostruktur des Konzerns einen ständigen Optimierungsprozess.

Bis Ende dieses Jahres zielt der Vorstand auch darauf ab, eine operative Marge von 18,5% zu erreichen, und wäre damit noch renditestärker als in den Geschäftsjahren vor dem jüngst verstärkten Unternehmensumbau. Dementsprechend könnte Nestlé trotz aller Corona-Auswirkungen in 2020 auch bei gleichbleibendem Umsatz deutlich mehr Gewinn einfahren. Der Aktienkurs jedenfalls hat sich, auch wenn das Wertpapier letztlich als äußerst konservativ betrachtet wird, allein in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt. Darüber hinaus wird Nestlé wegen seiner verlässlichen und auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Dividendenpolitik bewusst geschätzt. Schon über 20 Jahre hintereinander wurden die Ausschüttung vom Unternehmen erhöht. Aktuell bietet sie folglich auch eine solide Dividendenrendite von 2,4%, die aber noch Luft nach oben lässt.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Eine durchaus starke Performance konnte in den letzten 4 Monaten im Dividenden-Index die Aktie von Nokian Tyres hinlegen. Im heutigen Umfeld liegt sie aber mit 2,5% im Minus und notiert aktuell bei 24,55 Euro. Mit einer 2019er Umsatzgröße von 1,59 Mrd. Euro zählt der finnische Reifen- und Gummihersteller zu den kleineren Nischenanbietern der Branche. Spezialisiert hat sich die Firma dabei vor allem auf die Fertigung von Reifen für das Fahren in nördlichen Gefilden und unter extremen Wetterbedingungen. Letztlich besteht das Sortiment aus Produkten für normale Fahrzeuge, LKWs und Schwermaschinen, zusätzlich werden von Nokian Tyres aber auch Spezialreifen vermarktet. Und da die Covid-19-Pandemie auch einen entscheidenden Einfluss auf die globale Nachfrage nach Autos und entsprechenden Reifen hat, musste das Unternehmen Mitte März sogar die Unterbrechung der Produktion zunächst in Finnland aufgrund der Pandemie-bedingt rückläufigen Aufträge bekanntgeben. Mittlerweile läuft die unternehmensweite Reifenherstellung aber wieder besser, aber immer noch auf einem niedrigen Niveau. Das Management konzentriert sich seitdem in erster Line auf Kosteneinsparungen und eine Stabilisierung des Cashflows. Nokian Tyres verfüge über eine gesunde Bilanz, betonte zuletzt der Vorstand. Zudem haben wir unsere Liquidität gerade im ersten Halbjahr gestärkt. Auch die Investitionsphase der zurückliegenden Jahre sei inzwischen abgeschlossen.

Erst im Februar hatten die Finnen ihre kommerzielle Reifenproduktion im neuen US-Werk im Bundestaat Tennessee hochgefahren. Nokian Tyres hatte hier gut 360 Mio. USD investiert und wollte innerhalb der nächsten 5 Jahre den Absatz in Nordamerika von zuletzt 195 Mio. Euro verdoppeln. Das Unternehmen unterhält aber eigene Produktionsstätten neben Finnland und den USA auch noch in Russland. Und das Reifengeschäft ist normalerweise relativ robust und kaum von Konjunkturzyklen geprägt. Folglich wurden die Aktionäre lange mit hohen Dividenden verwöhnt. Aktuell bietet die Aktie von Nokian Tyres noch eine stattlich Rendite von 6,4%. Ob die Gewinnausschüttung für 2020 erneut in dieser Höhe stattfinden wird, ist jedoch noch offen.

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