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Von TraderFox
17. November 2021

Der weiter schwächelnde Euro und die Ölpreisschwäche sorgen am Mittwoch beim QIX Dividenden Europa Index für neue Kaufimpulse. Bis zum Nachmittag klettert der Index letztlich um 0,4% auf 13.375 Punkte. Steigende Kosten belasten derzeit KONE, in Q3 legt aber der Auftragseingang um beachtliche 14,5% auf 2,21 Mrd. Euro zu. US-Bank Goldman Sachs schnappt sich die Vermögensverwaltung der NN Group, beide vereinbaren aber eine 10-jährige Zusammenarbeit.

Eine deutliche Erholungstendenz mit über 2% zeigte bereits am Dienstag im Dividenden-Index die KONE-Aktie. Und auch heute gehört sie mit zu den Favoriten und legt erneut leicht auf aktuell 63,10 Euro zu. Der jüngste Kursrückgang bei dem finnischen Aufzugs- und Rolltreppenbauer wurde durch eher enttäuschende Q3-Zahlen ausgelöst, was auch zu einer Normalisierung der vorherigen Premiumbewertung geführt hat. Zwar profitiert das Unternehmen ungeachtet aller Pandemieumstände neben strukturellen Trends wie die zunehmende Urbanisierung, auch von den bis zuletzt guten Geschäften in Asien. Das aktuelle Kursniveau spiegelt bei KONE aber inzwischen Befürchtungen hinsichtlich der verschlechterten Wachstumsaussichten für Neuinstallationen in China sowie steigende Rohstoffpreise und Lieferengpässe wider. Wegen eines stärkeren Gegenwindes von der Kostenseite senkte das Management zuletzt sogar das obere Ende der EBIT-Prognosespanne. Von Juli bis September hatte der Dienstleister rund um moderne Lifte, Fahrtreppen und Automatiktüren allerdings einen Anstieg beim Auftragseingang um 14,5% auf 2,21 Mrd. Euro vermelden können. Im 3.Quartal hat sich die Nachfrage auf mehreren Märkten weiter erholt, was zu dem starken Wachstum unseres Auftragseingangs beigetragen hat, teilte der Vorstand hierzu mit. Der Umsatz bei KONE legte dabei jedoch nur um 0,9% auf 2,61 Mrd. Euro zu. Unter dem Strich verdienten die Finnen mit 260,7 Mio. Euro auch 0,8% weniger als im Vorjahreszeitraum.

Der Auftragseingang des Aufzugsanlagen- und Fahrtreppenherstellers hatte aber letztlich die Erwartungen der Analysten klar getoppt, das Unternehmen steht nun aber mit Blick auf die Lieferketten und den zunehmenden weltweiten Wettbewerb vor schwierigen Quartalen. Für 2021 rechnet KONE aber weiterhin mit einem Zuwachs bei den Erlösen von 4 bis 6%. Die operative Marge soll dabei zwischen 12,4 und 12,8% liegen. Zuvor hatte das Management das obere Ende der Margenspanne bei 13% gesehen. Das eigentliche Wachstum wird aber im Wesentlichen auch von den Strategien des Rolltreppenspezialisten vorangetrieben, mit denen das Unternehmen nicht nur Nachhaltiger werden will, was Produktplanung und Entwicklung angeht. Mit seinen Wartungs- und Neuinstallations-Geschäften will KONE sogar auf dem schnell wachsendenden aber fragmentierten chinesischen Markt die Führung übernehmen. Für diese ambitionierten Pläne soll aber weder die Rentabilität noch die bisherige Dividendenpolitik geopfert werden. Immerhin lag die Nettomarge zuletzt bei 9%, und auch die Dividendenrendite liegt derzeit wieder bei fast 3%.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Auch die Aktie der NN Group befindet sich am Mittwoch nach ihrem jüngsten Allzeithoch im Dividenden-Index leicht im Plus bei 47,20 Euro. Der Rekordlauf des Papiers kommt nicht von ungefähr. Immerhin konnte der niederländische Versicherungs- und Finanzdienstleister im Sommer seine Fondssparte verkaufen, und war damit den Forderungen des aktivistischen Investors Elliott Management gefolgt, der schon 2020 schlankere Strukturen und höhere Kapitalrenditen innerhalb der NN Group gefordert hatte. Letztlich ging das Vermögensverwaltungs-Geschäft des Unternehmens Ende August für 1,7 Mrd. Euro an die US-Investmentbank Goldman Sachs. Mit dieser Entscheidung war auch die Deutsche Bank-Fondstochter DWS leer ausgegangen, die ebenfalls Interesse gehabt haben soll. Neben der DWS sollen zudem auch der italienische Versicherer Generali sowie die Allianz und die schweizerische Bank UBS an der Sparte interessiert gewesen sein. Darüber hinaus hatten sich die Niederländer mit Goldman Sachs auch auf eine 10-jährige Zusammenarbeit bei der Vermögensverwaltung geeinigt. Dabei verwaltet die NN Group mit ihrer Sparte “NN Investment Partners“ gegenwärtig Vermögenswerte im Umfang von rund 300 Mrd. Euro, die aber zum Großteil aus dem verwalteten Vermögens des Lebensversicherungsgeschäfts der Finanzgruppe stammen. Ein Löwenanteil davon entfällt folglich auf festverzinsliche Anlagen, wie Anleihen.

Neben der Fondsparte betreibt das Unternehmen, in der der frühere Versicherungs- und Fondsbereich der niederländischen Großbank ING nach der Finanzkrise 2008/2009 gebündelt wurde, vor allem sein auf private und institutionelle Kunden ausgerichtetes Versicherungs- und Bankgeschäft. Von der NN Group werden diesbezüglich in erster Linie Bankdienstleistungen wie Hypothekenfinanzierung, Konsumentenkredite und Verwaltung von Spareinlagen offeriert. Insgesamt betreut das Unternehmen mehr als 15 Mio. Kunden, hauptsächlich in Europa aber auch in den USA, in Asien sowie dem Mittleren Osten. Und vom 2020er Gesamtgewinn (1,91 Mrd.) wurden erst im Mai rund 705 Mio. Euro an die Aktionäre als Dividende ausgeschüttet. Die Aktie der NN Group bietet damit derzeit eine Kapitalrendite, die mit 4,7% sehr attraktiv ist.

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