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Von TraderFox
29. April 2021

Die weiterhin lockere US-Geldpolitik sorgt am Donnerstag beim QIX Dividenden Europa Index kaum für neue Kaufimpulse. Bis zum Nachmittag klettert der Index letztlich nur um 0,2% auf 12.120 Punkte. KONE verdient mit Aufzugsgeschäft dank China im 1.Quartal gut 25% mehr, und spürt Erholungstendenzen in einigen seiner Märkte. Deutsche Post will E-Transporter “StreetScooter“ nun doch bis mindestens Ende 2022 produzieren lassen und bleibt dank Paketboom ein Dividendengarant.

Nach dem gestrigen Quartalsbericht notiert im Dividenden-Index die KONE-Aktie erneut mit 1,2% im Minus bei aktuell 66,40 Euro. Der finnische Aufzugs- und Rolltreppenbauer hatte am Mittwoch mitgeteilt, erste Anzeichen einer Erholung in einigen seiner Märkte zu spüren. Darüber hinaus profitierte das Unternehmen ungeachtet aller Pandemieumstände neben strukturellen Trends wie die zunehmende Urbanisierung, auch von einem anhaltend guten Geschäft in China. Die weltweit erzielten Umsätze stiegen daher im 1.Quartal um beachtliche 5,8% auf 2,3 Mrd. Euro. Unter dem Strich blieb KONE angesichts von Produktivitätssteigerungen und Einsparungen ein Gewinn von 195,5 Mio. Euro, und damit über ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor, als noch die Virus-Ausbreitung für teils heftige wirtschaftliche Verwerfungen sorgte. Die Corona-Pandemie bleibe aber ein negativer Faktor, hieß es von Seiten des Unternehmens. Zudem sanken die Auftragseingänge leicht um 1,6% auf knapp 2,1 Mrd. Euro, wobei sich auch hier das anhaltende Wachstum in China positiv wirkte, und den Rückgang abfederte. Von Oktober bis Dezember hatte der Dienstleister rund um moderne Lifte, Fahrtreppen und Automatiktüren allerdings noch einen Anstieg beim Auftragseingang um 4,0% auf 2,07 Mrd. Euro vermelden können. Dennoch erhöhte KONE seine Prognose für das laufende Jahr.

So erwartet das Management für 2021 nunmehr einen Umsatzanstieg von 2 bis 6%. Bisher wurde im schlechtesten Falle von einer Stagnation des Aufzugsgeschäfts ausgegangen. Gegenwind spürt das Unternehmen dabei allerdings durch höhere Kosten bei der Rohstoffbeschaffung sowie im Logistik- und Transportbereich. Das eigentliche Wachstum wird aber im Wesentlichen auch von den Strategien des Rolltreppenspezialisten vorangetrieben, mit denen KONE nicht nur Nachhaltiger werden will, was Produktplanung und Entwicklung angeht. Mit seinen Wartungs- und Neuinstallations-Geschäften will der Vorstand sogar auf dem schnell wachsendenden aber fragmentierten chinesischen Markt die Marktführung übernehmen. Für diese ambitionierten Ziele sollen aber weder die bislang hohe Rentabilität noch die Dividendenkontinuität geopfert werden. Immerhin lag die Nettomarge bei KONE zuletzt bei fast 10%, und auch die Dividendenrendite liegt derzeit bei 2,7%.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Auch die Deutsche Post-Aktie befindet sich am Donnerstag nach ihrem jüngsten Rekordhoch im Dividenden-Index leicht im Minus bei 48,75 Euro. Dabei könnte der Logistik- und Transportdienstleister wohl länger als gedacht ein Hersteller von Elektrotransportern sein. Wie ein Sprecher des Unternehmens in der vergangenen Woche deutlich machte, werde die Produktion für den Eigenbedarf noch bis mindestens Ende 2022 laufen. Als Grund wurde hierfür die firmenintern nach wie vor hohe Nachfrage nach den Stromern genannt. Die von der Deutschen Post genutzten E-Transporter “StreetScooter“ sollen von derzeit bundesweit mehr als 15.000 im Einsatz befindlichen Fahrzeugen dann bis Ende 2022 auf etwa 21.500 ansteigen. Die Bonner stellten schon vor längerer Zeit ihre Pläne vor, wie das gesamte Deutschlandgeschäft insgesamt klimaschonender werden soll. Hierfür sind die Stromer immerhin ein zentraler Baustein. Aus Sicht des Unternehmens gibt es am Markt auch weiterhin keine gleichwertigen Transporter von anderen Herstellern. Folglich setzt die Deutsche Post nun doch noch länger auf die Produktion eigener E-Fahrzeuge. Die StreetScooter selbst werden in Düren inzwischen von einem externen Auftragnehmer gefertigt. Intern sind aber noch etwa 300 Mitarbeiter für die Elektroflotte tätig, etwa für die Wartung.

Noch vor gut einem Jahr hatte das Management das schrittweise StreetScooter-Aus angesichts hoher Verluste angekündigt. Kurz darauf deutete der Logistiker aber das Auslaufen der Produktion erst für das Jahr 2021 an. An dem grundsätzlichen Beschluss, aus diesem verlustträchtigen Geschäft auszusteigen und sich auf die Kernkompetenzen als Paket- und Expresslieferant zu beschränken, ändert sich aber nichts. Dabei hatte die Deutsche Post nach dem Boomjahr 2020 zuletzt ihre Gewinnausschüttung um fast 20% auf 1,35 Euro erhöht. Insgesamt überzeugt das Unternehmen aber schon seit vielen Jahren mit einer nachhaltigen Dividendenpolitik. Allein in den letzten 5 Jahren lag die Kapitalrendite bei durchschnittlich 3,3 %. Der Grundstein für die beständigen Ausschüttungen liegt dabei vor allem beim Gewinnwachstum, das in der Vergangenheit ebenfalls kontinuierlich zulegen konnte.

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