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Von TraderFox
08. August 2019

Angesichts positiv aufgenommener chinesischer Konjunkturdaten setzt der QIX Dividenden Europa Index am Donnerstag seine Erholung fort. Dabei notiert der Index am Nachmittag mit 0,8% im Plus bei 10.115 Punkten. Hannover Rück streicht dank der Auflösung von stillen Reserven einen Sondergewinn für das 2.Quartal ein und bekräftigt 2019er Gewinnziele. Versicherungsholding Sampo zahlt heute eine Sonderdividende mit Aktien der Tochter Nordea Bank aus und bleibt mit seinen Geschäften im 1.Hj weiterhin sehr profitabel.

Nach dem zuletzt gezeigten Jahreshoch präsentiert sich heute im Dividenden-Index die Hannover Rück-Aktie trotz eines soliden Zahlenwerks kaum verändert bei 139,50 Euro. Der Rückversicherer hat dank der Abwicklung des Lebensversicherers Generali Leben im 2.Quartal einen kräftigen Gewinnsprung erzielt. Unter dem Strich stand ein Überschuss von rund 369 Mio. Euro und damit 31% mehr als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Dabei hatte die Hannover-Rück-Beteiligung Viridium im April das deutsche Lebensversicherungsgeschäft von Generali mit rund 4 Mio. Verträgen übernommen, um diese als Abwickler bis zum Ablauf weiterzuführen. Im Zuge dessen wurden auch stille Reserven aufgelöst, die dem Unternehmen letztlich einen Sondergewinn für das Quartal bescherten. Im eigentlichen Kerngeschäft schlug bei dem Versicherer aber im Juni eine Explosion in einer Fabrik in Philadelphia teuer zu Buche. Von den Prämieneinnahmen im Schaden- und Unfallgeschäft blieb der Hannover Rück auch deshalb weniger übrig als ein Jahr zuvor. Damit verschlechterte sich auch die kombinierte Schaden-Kosten-Quote von 95,6 auf 97,7%.

Dennoch sieht der Vorstandschef das Unternehmen auf Kurs, in diesem Jahr einen Nettogewinn von rund 1,1 Mrd. Euro zu erreichen. Zudem sei eine weitere Sonderdividende möglich. Schon für 2018 hatte die Hannover Rück eine angemessene Sonderzahlung in Höhe von 1,50 Euro an seine Aktionäre getätigt. Zwar war die Sonderdividende dabei auf dem Niveau von 2016 und 2017 geblieben, dafür wurde aber die reguläre Dividende von 3,50 auf 3,75 Euro angehoben. Insgesamt kommt die Aktie damit auf eine solide Dividendenrendite von 3,7% und liegt hiermit auch nur leicht unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre von 3,9%. Hauptprofiteur einer letztlich höheren Gewinnausschüttung ist aber die Versicherungsholding Talanx, der gut die Hälfte der Anteile an der Hannover Rück gehört.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Im heutigen Marktumfeld verzeichnet im Dividenden-Index die Aktie von Sampo leichte Abgaben auf aktuell 38,00 Euro. Das Management der finnischen Versicherungsholding hat heute die schon angekündigte Sonderausschüttung in Form von Aktien der Tochter und skandinavischen Großbank Nordea Bank vollzogen. Die Aktiendividende wurde vom Vorstand bereits auf der Hauptversammlung im April beschlossen. Zusätzlich zur normalen Dividende von zuletzt 2,85 Euro, erhalten Anteilseigner nun für je 10 im Depot befindliche Sampo-Aktien insgesamt 1 Nordea-Aktie. Bei ungeraden Ergebnissen wird eine entsprechende Ausgleichszahlung in bar stattfinden. Spätestens am 12.August werden die Nordea-Aktien jedenfalls den Sampo-Aktionären gutgeschrieben. Da in Finnland die Aktien-Dividende aber ähnlich wie eine Bardividende behandelt wird, zahlt die Holding deshalb an den Staat eine 1,6%ige Transfersteuer für den Vertrieb. Diese wird allerdings zur Hälfe auch von den Anteilseignern getragen.

Sampo`s Anteil an Nordea fällt damit unter die Marke von 20%. Nach geltenden Solvency II-Regularien werde dies auch Auswirkungen auf die entsprechende Quote haben, so das Unternehmen. Ende März lag die Solvency II-Quote der Finanzgruppe mit 126% immerhin noch deutlich über der 100%-Schwelle. Und auch operativ läuft es für Sampo weiterhin gut. Angesichts robuster Geschäfte vor allem in den skandinavischen Ländern lag der im 1.Halbjahr erzielte Betriebsgewinn nur aufgrund von Sondereinflüssen mit 981 Mio. unter dem Vorjahreswert von 1,15 Mrd. Euro. Zudem hatte sich seit Jahresbeginn auch die Profitabilität insgesamt verbessert. Die Eigenkapitalrendite der Finnen kletterte dabei wieder über 15%.

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