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Von TraderFox
11. September 2019

Angesichts versöhnlicher Töne aus China im Handelsstreit mit den USA setzt der QIX Dividenden Europa Index auch am Mittwoch seine jüngste Erholung fort. Dabei notiert der Index am Nachmittag mit 0,5% im Plus bei 10.650 Punkten. Hannover Rück peilt weiterhin dank niedriger Großschäden für 2019 mit 1,2 Mrd. Euro den höchsten Gewinn in der Unternehmensgeschichte an. Legal & General glänzt mit seinen Rentenversicherungs-Geschäften im 1.Hj und bietet aufgrund der Brexit-Debatte inzwischen eine fürstliche Rendite.

Nach dem erst kürzlich markierten Jahreshoch notiert heute im Dividenden-Index die Hannover Rück-Aktie wieder leicht im Plus bei 153,20 Euro. In Anbetracht des jüngsten Branchentreffens in Monte Carlo rechnet der Rückversicherer bei der Vertragserneuerung mit Erstversicherern zum Jahreswechsel mit Preiserhöhungen zwischen 2 und 5%. Dabei profitiere die Hannover Rück teilweise davon, dass Versicherer die Prämien bei ihren Kunden erhöhten, sagte der Vorstand am Montag nach Gesprächen mit Branchenvertretern in Monaco. Aber auch bei vielen Verträgen, bei denen der Rückversicherer erst ab einer gewissen Schadenshöhe einspringt, hätten die Prämien bereits angezogen. Daher sieht der Manager für die Hannover Rück das Potenzial, Prämieneinnahmen und Gewinn im kommenden Jahr weiter steigern zu können. Analysten gehen für 2020 derweil im Schnitt von einem Rekordgewinn in Höhe von 1,26 Mrd. Euro aus. Bereits für dieses Jahr peilt das Management angesichts niedriger Großschäden einen Überschuss von 1,2 Mrd. Euro an, und könnte damit den höchsten Gewinn in der Unternehmensgeschichte erreichen. Allerdings profitiert der Konzern dabei auch von positiven Sondereffekten. Außerdem dürfte es damit für 2019 auch wieder eine Sonderdividende geben.

Schon im Vorjahr hatte die Hannover Rück eine dem Geschäftsverlauf angemessene Sonderzahlung in Höhe von 1,50 Euro an seine Anteilseigner ausgezahlt. Zwar war die Sonderdividende dabei auf dem Niveau von 2016 und 2017 geblieben, dafür wurde aber die reguläre Dividende von 3,50 auf 3,75 Euro angehoben. Letztlich kommt die Aktie aber damit auf eine solide Dividendenrendite von derzeit 3,4% und liegt hiermit auch nur leicht unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre von 3,9%. Der Hauptprofiteur einer höheren Gewinnausschüttung ist aber die Versicherungsholding Talanx, der gut die Hälfte der Anteile an der Hannover Rück gehört.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Im heutigen positiven Marktumfeld verzeichnet im Dividenden-Index auch die Aktie von Legal & General deutliche Zugewinne von 2,1% auf aktuell 2,80 Euro. Die Geschäfte des führenden britischen Finanzdienstleisters laufen derzeit weiterhin rund. Mit seinen insgesamt 6 Sparten, konnte das Unternehmen allein im 1.Halbjahr den operativen Gewinn um gut 11% auf über 1 Mrd. GBP (1,12 Mrd. Euro) steigern. Zugleich erreiche der weltweite Verkauf von Rentenversicherungsverträgen mit rund 7 Mrd. GBP (7,85 Mrd. Euro) einen Rekordwert. Legal & General hatte erst im Juni die umfangreichen Pensionsgeschäfte des britischen Autobauers Rolls-Royce übernommen, und damit für diesbezüglich für Schlagzeilen gesorgt. Aber selbst individuell gestaltete Rentenprodukte wurden von Januar bis Juni im Gesamtwert von 500 Mio. GBP (560 Mio. Euro) abgesetzt, und lagen damit gut 47% über dem Vorjahresniveau. Die Kapitalanlagen, die das Unternehmen damit zu managen hat, kletterten folglich um 15% auf insgesamt 1,14 Mrd. GBP (1,27 Mrd. Euro). Dennoch hat die Aktie von Legal & General in den letzten Monaten deutlich an Wert verloren.

Die Gründe hierfür sind vielschichtig und vor allem bei der für Unsicherheit sorgenden Brexit-Debatte und generellen Konjunkturängsten zu sehen. Mittlerweile bieten die Papiere aber eine exzellente Dividendenrendite von über 7%. Wobei das Management der Versicherungsgruppe in den letzten 5 Jahren nie weniger als 4,5% ausgeschüttet hat. Auch ist die Dividende bei Legal & General immer mit mindestens dem 1,5fachen des Gewinns gut abgesichert. Das KGV liegt dementsprechend auch nur bei 8 und zeigt, wie unterbewertet die Aktie, trotz starker Zahlen, letztlich gegenwärtig ist.

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