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Von TraderFox
26. September 2019

Das von den US-Demokraten eingeleitete Amtsenthebungsverfahren gegen den US-Präsidenten drückt am Mittwoch den QIX Dividenden Europa Index nach seinem jüngsten Rekordhoch ins Minus. Dabei gibt der Index am Nachmittag gut 0,8% auf 10.635 Punkte ab. GlaxoSmithKline rechnet nach dem Pfizer-Joint Venture der Gesundheitssparte mittelfristig mit einer Abspaltung des Geschäftsbereichs. Orange verkauft alle Unternehmensanteile an Britisch Telekom und glänzt mit starkem Wachstum in Afrika und dem Mittleren Osten.

Nach dem während der vergangenen Tage erreichten Mehrjahreshoch notiert die Aktie von GlaxoSmithKline heute im Dividenden-Index wieder im deutlicher im Minus bei 19,00 Euro. Das britische Pharmaunternehmen hatte in den zurückliegenden Monaten seine Consumer Healthcare-Sparte mit dem ähnlich gelagerten Geschäft des US-Konzern Pfizer zusammengeschlossen. Durch die Fusion entstand immerhin der weltweit größte Anbieter von Gesundheitsprodukten mit bekannten Marken wie Odol, Dr.Best und Sensodyne. Für das bislang schon umsatzstarke Produktportfolio von Glaxo soll hierdurch der bisherige Vertriebsweg erweitert werden, was künftig weltweit zusätzliche Erlöse bringen dürfte. Von dem neuen Joint Venture halten die Briten nunmehr gut 68%, die restlichen 32% hat Pfizer übernommen. Den Jahresumsatz der beiden fusionierten Geschäfte schätzen Analysten auf rund 12,7 Mrd. USD (11,5 Mrd. Euro). Dabei dürften die gesundheitsbezogenen Produkte hauptsächlich die Nachfrage nach Medikamenten unter anderem zur Schmerzlinderung, Vitaminversorgung und Mundpflege abdecken. Investoren können allerdings noch nicht direkt in den neu geschaffenen Geschäftsbereich von Glaxo investieren. Das Management hat aber bereits verkündet, eine Abspaltung der Gesundheitssparte in Betracht zu ziehen. Dieser Schritt ist aber erst innerhalb der nächsten 3 Jahre geplant.

Für die Aktionäre indes dürfte der mit Pfizer durchgezogene Deal zunächst aber viel interessanter sein. Da der Zusammenschluss dem Pharmakonzern letztlich spürbare Kosteneinsparungen bringen sollte. Und das wiederum dürfte bei Glaxo die allgemeinen Gewinnaussichten vor allem im Rahmen der angekündigten Umsatzeinbußen durch zunehmende Generikakonkurrenz beim ehemaligen Umsatzbringer Advair klar verbessern. Aufgrund dessen dürfte zwar der 2019er Konzernumsatz um rund 4% zurückgehen. Dennoch hält der Vorstand für das Gesamtjahr an der bisherigen Dividendenpolitik fest und will weiterhin eine Gewinnbeteiligung von 0,80 GBP (0,91 Euro) ausschütten. Alle Glaxo-Anteilseigner können sich somit weiter über eine fürstliche Rendite von aktuell 4,7% freuen. Sollte der Spin-Off aber tatsächlich kommen, dann dürfte dies die derzeit noch stolze Dividendenhöhe durchaus mindern, da ein Großteil der Erlöse aus dem Gesundheitsgeschäft zur Finanzierung der Dividende wegfallen würde.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Leicht im Minus bei aktuell 14,17 Euro liegt am Mittwoch im Dividenden-Index auch die Aktie von Orange. Der französische Telekomdienstleister hatte im Sommer seine Beteiligung am britischen Wettbewerber BT Group verkauft. Insgesamt wurden vom Management dabei über die Börse gut 248 Mio. Aktien veräußert, und damit die komplette 2,5%ige Beteiligung. Seit Abschluss des Verkaufs hält Orange also keine Aktien von Britisch Telekom mehr. Laut Konzernangaben soll der Erlös aber für "allgemeine Unternehmenszwecke" verwenden werden. Dabei läuft es für die Franzosen operativ derzeit ganz gut. Angesichts einer durchaus dynamischen Entwicklung im 2.Quartal hatte der Vorstand für das 1.Halbjahr ein leichtes Umsatzplus von 0,2% auf 20,57 Mrd. Euro vermeldet. Während sich dabei für Orange auf dem Heimatmarkt Frankreich immer mehr eine positive Trendwende abzuzeichnen scheint, war vor allem das Geschäft in Afrika und im Mittleren Osten erneut die Wachstumslokomotive des Unternehmens. Sogar im sonst eher enttäuschenden und wettbewerbsintensiven spanischen Geschäftsumfeld konnten Ergebnisverbesserungen erzielt werden. Die bislang kommunizierte Prognose für das Geschäftsjahr 2019 hatte das Management von Orange im Juli zudem erneut bestätigt. Von den Aktionären dürfte diese Nachrichte auch durchweg positiv aufgenommen worden sein. Steigt doch damit die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Dividendenanhebung von 0,70 Euro im Vorjahr auch nunmehr 0,72 Euro. Die Rendite der Aktie läge damit weiterhin bei über 5%.

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