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Von Christina Rothfuß
17. November 2022

Angesichts einer rekordhohen Inflation in der Eurozone gibt der QIX Dividenden Europa Index am Donnerstag um 1,6 % auf aktuell 11.830 Punkte nach. Gaztransport & Technigaz verdient mit seinen LNG-Technologien an der gestiegenen Nachfrage nach verflüssigtem Erdgas und kommt dabei auf hohe Gewinnmargen. Knorr-Bremse will mit dem Technologiekonzern Thales bei Lösungen für automatisierte Güterzüge kooperieren, die Aktie bietet aktuell 4,0 % Dividendenrendite.

 

Im Seitwärtsmodus befindet sich nach dem Rekordhoch im August gegenwärtig im Dividenden-Index die Aktie von Gaztransport & Technigaz. Am Donnerstag legt sie aber erneut leicht auf aktuell 111,30 Euro zu. Die Anteilsscheine des französischen Energie- und Gastransportdienstleisters gehören in diesem Jahr mit zu den Hauptprofiteuren der europäischen Energiekrise, die seit dem Ukraine-Krieg und den Russland-Sanktionen zu einer enorm gestiegenen Nachfrage nach verflüssigtem Erdgas (LNG) geführt hat. Dabei ist das Unternehmen schon 1994 aus der damaligen Fusion der beiden Wettbewerber Gaztransport und Technigaz entstanden. Mit ihren LNG-Technologien- und den entsprechenden Dienstleistungen haben sich die Franzosen seitdem einen Weltmarktanteil von heute rund 70 % gesichert. Allein von 2006 bis 2020 ist der Umsatz jedenfalls im Schnitt um 7 % gestiegen, und zuletzt lag die Gewinnmarge bei außergewöhnlichen 40 %. Als Energielogistiker bietet Gaztransport & Technigaz neben der sogenannten "kryogen"-basierenden Membransystem-Technologie für den Schiffstransport vor allem auch logistische Lösungen, die Lagerung von verflüssigtem Erdgas. Im letzten Jahr kamen gut 87 % der 2021er-Gesamterlöse von 314 Mio. Euro über den Bau von LNG-Tankern herein, gefolgt von schwimmenden Einheiten für die Produktion, Zwischenlagerung und Entladung von verflüssigtem Erdgas mit 5 %. Und nur 5,5 % verdiente Gaztransport & Technigaz zuletzt mit Engineering- und Beratungsdiensten.

Letztlich besetzt das Unternehmen damit eine derzeit stark gefragte Nische, und auch wenn die wichtigsten Kunden diesbezüglich in China und Südkorea sitzen. Die angebotenen Transport-Dienstleistungen rund um verflüssigtes Erdgas sind dennoch hochzyklisch, und damit in erster Linie von der globalen wirtschaftlichen Entwicklung abhängig. Dazu kommt noch der intensive Wettbewerber auf dem Weltmarkt. Um sich aber davon etwas unabhängiger zu machen, ist Gaztransport & Technigaz mittlerweile auch ins derzeit boomende Wasserstoff-Geschäft eingestiegen, was natürlich künftig höhere Einnahmen verspricht. Mit dieser kleinen Sparte erwirtschafte der LNG-Dienstleister aber bislang nur einen Umsatzanteil von 1,5 %. Das gruppenweite Wachstum des LNG-Technologiegeschäfts dürfte aber laut Analysten bis 2030 bei jährlich gut 3,3 % liegen. Für die reine Terminalsparte des Unternehmens wird dabei mit durchschnittlich rund 2 % gerechnet. Darüber hinaus steht Gaztransport & Technigaz aber auch für eine gewisse Dividendenkontinuität, auch weil das Management bis zu 80 % des Nettogewinns ausschüttet. Erst kürzlich konnten sich die Aktionäre über 3,10 Euro pro Aktie für 2021 freuen. Die Papiere bringen damit aktuell eine solide Kapitalrendite von 2,8 %.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährten Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Heute befindet sich im Dividenden-Index dagegen die Aktie von Knorr-Bremse mit 2,3 % im Minus bei 52,40 Euro. Dabei erwägt der Lkw- und Zugbremsenspezialist mit dem französischen Technologiekonzern Thales gemeinsame Lösungen für automatisierte Güterzüge zu entwickeln. Die Partnerschaft habe enormes Potenzial für Innovationen, die automatisierten Zugbetrieb ermöglichen und den Schienenverkehr pünktlicher und effizienter machen, sagte der Knorr-Bremse-Vorstand in der letzten Woche zu den Plänen. Der automatisierte Zugbetrieb könne zudem Transportkapazitäten steigern, Kosten senken und Personal entlasten. Um die EU-Klimaziele zu erreichen, müssten große Frachtmengen von Lkw und Flugzeug auf die Schiene verlagert werden und die Bahn zum Rückgrat des Warentransports in Europa werden, so der Manager. Und auch die Unternehmensführung von Thales sieht die Kooperation mit Knorr-Bremse als Anbieter von Bremssystemen und anderen sicherheitsrelevanten Lösungen für Schienen- und Nutzfahrzeuge durchweg positiv. Gemeinsam wollen wir die Entwicklung von automatisierten Zugfunktionen für den Güterverkehr weiter beschleunigen und dazu beitragen, unsere Vision des autonomen Zugbetriebs zu realisieren, hieß es.

Derweil läuft es operativ für Knorr-Bremse derzeit gut, vor allem die anhaltend hohe Nachfrage in Europa und Nordamerika sorgte im 3. Quartal für Wachstum bei Umsatz und Aufträgen. Bis Ende September wuchsen die Quartalserlöse im Jahresvergleich folglich um rund 13 % auf 1,79 Mrd. Euro. Geholfen haben dem Industrie-Zulieferer dabei insbesondere zahlreiche Verhandlungen mit Lieferanten, Preiserhöhungen und interne Sparmaßnahmen. Dazu überzeugte das Unternehmen zuletzt auch mit einem zum Quartalsende um 30 % auf 1,88 Mrd. Euro gestiegenen Ordereingang. Knorr-Bremse schüttete in diesem Jahr zudem an seine Investoren auch rund 298 Mio. Euro in Form von Dividenden für 2021 aus, und damit so viel, wie schon lange nicht mehr. Die Aktie bietet damit gegenwärtig gut 4,0 % an Dividendenrendite.

 

Wenn Sie den QIX Dividenden Europa Index nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Dividenden Europa Index von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Dividenden Europa. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

 

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