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Von TraderFox
18. Dezember 2020

Am heutigen Verfallstermin und ohne neue Nachrichten zu dem erwarteten US-Konjunkturpaket fehlen dem QIX Dividenden Europa Index am Freitag frische Impulse. Dabei liegt er am Nachmittag so gut wie unverändert bei 11.170 Punkten. Getränkeproduzent Diageo gilt trotz Corona-Einbußen weiterhin dank starker Premium-Marken als rezessionssicher und dividendenkonstant. Büroimmobilien-Verwalter Gesina verkündet die Erholung des Vermietungsgeschäfts in Paris und bekräftigt 2020er Ausblick.

In Anbetracht der anhaltend guten Stimmung legt am Freitag im Dividenden-Index die Aktie von Diageo nach der jüngsten Kurserholung weiter zu und steht aktuell bei 32,70 Euro. Der britische Premium-Spirituosenhersteller gehört nicht nur angesichts seiner Umsatzgröße und Markkapitalisierung zu den wichtigsten und einflussreichsten Unternehmen der Branche. Zum Portfolio gehören auch bekannte und exklusive Marken wie das traditionelle Guinness-Bier, Johnnie Walker, Bailey's und Smirnoff. Allerdings hat auch die Corona-Pandemie einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Absatz bei Diageo, da insbesondere die Schließung von Bars, Pubs und Restaurants rund um den Globus zu teils deutlichen Umsatzeinbußen führte. Immerhin musste der Getränkeproduzent für das Geschäftsjahr 2019/20, das im September endete, einen Rückgang der weltweiten Erlöse von 9% hinnehmen. Der starke Einbruch dürfte für die Briten, die in über 180 Ländern präsent sind, aber nur von kurzer Dauer sein. Denn die Nachfrage nach alkoholischen Premiumprodukten sollte sich nach den derzeitigen erneuten Lockdowns vor allem in Europa wieder zügig normalisieren. Zu hoch ist einfach das Interesse von Menschen nach sozialen Kontakten und persönlichen Treffen in entsprechenden Lokalitäten.

Zuletzt kam Diageo mit seinem Markensortiment, das sich neben Whiskey und Wodka auch aus verschiedenen Tequila- und Ginsorten zusammensetzt, jedenfalls auf einen Jahresumsatz von 16 Mrd. GBP steht damit für rund 39% aller verkauften alkoholischen Getränke in der Welt. Fundamental ist die Aktie aber weiterhin kaufenswert, da sich Investoren hier ein rezessionssicheres Geschäftsmodell mit einem äußerst robusten Unternehmensportfolio zulegen. Einziger Nachteil könnte jedoch das gegenwärtige KGV sein, was sich für 2021 auf 26 beläuft. Angesichts einer konstanten Dividendenrendite, die in den vergangenen Jahren meist mehr als 2% abwarf, könnte dieses Argument aber nicht mehr so viel an Gewicht haben. Letztlich ist Diageo aber eines der stabilsten britischen Unternehmen, dem es dank breit ausgerichtetem Geschäftsbereich egal sein kann, wie das Kapitel Brexit nun endlich ausgeht.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Im heutigen Marktumfeld präsentiert sich im Dividenden-Index dagegen die Gecina-Aktie im Minus bei 126,50 Euro. Nach dem virusbedingten Einbruch im März/April tendieren die Papiere der französischen Immobiliengesellschaft, die an der Börse als REIT notiert, eher unspektakulär seitwärts. Allerdings zählt sie zu den führenden Unternehmen Europas, da sie sich vor allem auf die Entwicklung und Vermietung von Büroräumen, Wohnimmobilien sowie Studenten-Appartements in und um Paris spezialisiert hat. Mitte des Jahres wurde das Portfolio von Gesina inklusive Office-Assets und derzeit 9.000 verwalteten Wohnungen sowie zuletzt jährlichen Mieterlösen von 673 Mio. mit knapp 20 Mrd. Euro bewertet. Der Immobilienverwalter legt dabei großen Wert auf Nachhaltigkeit, faire Mietpreise und ein lebenswertes Wohnen in der Großstadt. Und Unternehmensangaben zufolge werden derzeit über 100.000 Kunden betreut. Zwar wurde aufgrund der Pandemie-Ausbreitung in Frankreich auch das Geschäftsmodell von Gesina insbesondere durch die zeitweisen langen Shutdowns des Landes belastet. Inzwischen hat sich die Situation aber wieder verbessert, und das Management konnte für die ersten 9 Monate sogar einen kleinen Anstieg der Mieteinnahmen um 2,7% auf 496,9 Mio. Euro vermelden. Beigetragen hatten dazu aber hauptsächlich die Fertigstellung baulicher Projekte sowie eine anhaltend niedrige Leerstandquote in Paris.

Teilweise wurden von Gesina ausstehende Gewerbemieten aber zeitlich gestreckt, auch um kleine und mittlere Unternehmenskunden mit ihren Geschäftseinbußen während der vergangenen Monate zu unterstützen. Durch das an sich stabile Vermietungsgeschäft des Immobilienentwicklers wurden bis zuletzt aber auch hohe Dividendenausschüttungen erwirtschaftet. So erzielten Anleger in den letzten Jahren hier attraktive Renditen von durchschnittlich 4,0%. Das Unternehmen ist bilanziell gesund und verfügt über Kreditlinien von bis zu 4,4 Mrd. Euro. Ob von Gesina das Ausschüttungsniveau allerdings auch für 2020 gehalten werden kann, ist noch offen. Zuletzt wurde zwar vom Vorstand die Jahresprognose bestätigt, für die Aktie ergäbe sich aber selbst bei einer unveränderten Gewinnbeteiligung (5,60 Euro) eine durchaus stattliche Dividendenrendite von 4,4%.

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