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Von TraderFox
25. Mai 2021

Vor allem die heutige Veröffentlichung des starken Ifo-Geschäftsklimas für Deutschland kann am Dienstag die Kurse in Europa beflügeln. Der QIX Dividenden Europa Index liegt folglich am Nachmittag mit 0,9% im Plus bei 12.525 Punkten. Immobilienkonzern Vonovia will offenbar erneut den Berliner Wohnungsverwalter Deutsche Wohnen für rund 18 Mrd. Euro übernehmen. Sanofi rechnet nach neuen Studienergebnissen beim eigenen Covid-19-Impfstoff mit Erstzulassung bis Ende 2021, die Aktie bietet zudem weiter eine Kapitalrendite von 3,6%.

Nach dem Pfingstwochenende schießt am Dienstag angesichts eines Übernahmeangebots im Dividenden-Index die Deutsche Wohnen-Aktie nach oben. Aktuell befindet sie sich dabei mit über 15% im Plus bei 52,00 Euro. Entscheidend für Kurssprung ist letztlich das heute von Vonovia gemachte Kaufangebot, wonach die deutsche Immobiliengesellschaft, die sich hauptsächlich auf Wohnungsbewirtschaftung, Portfoliomanagement und die Privatisierung von Apartments konzentriert, für rund 18 Mrd. Euro oder 53,03 Euro je Aktie übernommen werden soll. Die heutige Offerte würde einer Prämie von knapp 18% auf den Schlusskurs vom Freitag und von 25% auf den volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurs entsprechen. Sie stehe unter dem Vorbehalt einer Mindestannahmequote von 50% aller ausstehenden Deutsche Wohnen-Aktien, der Erteilung der fusionskontrollrechtlichen Freigabe sowie weiterer üblicher Bedingungen, hieß es. Diesmal konnte sich aber Vonovia, anders als noch beim Übernahmeversuch im Jahr 2016, die Unterstützung des Deutsche Wohnen-Managements offenbar sichern. Beide Immobilienunternehmen hätten diesbezüglich sogar schon eine Grundsatzvereinbarung unterzeichnet. Analysten zeigten sich indes von der jetzigen Offerte erstmal überrascht. Die Prämie auf den Nettoinventarwert mache einen niedrigen Eindruck im Vergleich zu dem früher gebotenen Aufschlag, betonten sie. Damals habe das Management von Deutsche Wohnen noch abgelehnt, das Marktumfeld habe sich aber seither verändert. Zudem werde kalkuliert, dass der Deal auf hundertprozentiger Cash-Basis den Nettoinventarwert des neuen fusionierten Unternehmens um 4 bis 5% steigern könnte.

Die Berliner Wohnungsgesellschaft dürfte neben dem eigentlichen Vermietungsgeschäft aber auch aufgrund der langjährigen Dividendenkontinuität für Vonovia interessant sein. Bereits für das jüngst von der Pandemie stark beeinflusste aber mit einem Umsatzplus von fast 50% für die Deutsche Wohnen dennoch erfolgreiche Geschäftsjahr 2020 wurden jedenfalls insgesamt 354,10 Mio. Euro, nach zuvor 313 Mio. Euro, des Nettogewinns ausgeschüttet. Letztlich hat sich die Gewinnbeteiligung bei dem Immobilienverwalter in den zurückliegenden 10 Jahren damit nahezu verfünffacht. Mit dem heutigen starken Kursanstieg bietet die Deutsche Wohnen-Aktie jetzt aber nur noch knapp 1,6% an Dividendenrendite.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Nur leicht im Plus zum Freitag bei 88,30 Euro präsentiert sich heute im Dividenden-Index dagegen die Sanofi-Aktie. Dabei stieg der Arzneimittelproduzent mit der Veröffentlichung von neuen Studienergebnissen zu seinem eigenentwickelten Corona-Impfstoff wieder in das Rennen um die Entwicklung von Covid-19-Vakzinen ein. Wie das Unternehmen jüngst mitteilte, wirke das zusammen mit GlaxoSmithKline entwickelte Präparat in einer Phase 2-Studie jetzt bei allen Altersgruppen. Noch im vergangenen Dezember musste Sanofi mit seinem britischen Partner alle Tests nochmal neu starten und den Markteintritt verschieben, da die entsprechende Wirkung bei älteren Testpersonen nur schwach ausgefallen war. Voraussichtlich in den nächsten Wochen werde eine großangelegte Studie der Phase 3 mit Tausenden Probanden starten, so das Pharmaunternehmen weiter. Bei einem Erfolg könnte das Vakzin europaweit schon in Q4 dieses Jahres zugelassen werden. Denn nur eine Zulassung wäre die wichtigste Voraussetzung für Bestellungen etwa durch die EU.



Sanofi selbst war, was die Entwicklung eines eigenen Corona-Impfstoffes betraf, in den letzten Monaten im Vergleich zu Konkurrenten wie Biontech/Pfizer, Moderna, Johnson & Johnson und Astrazeneca in Rückstand geraten. Dem Unternehmen zufolge würden die zuletzt vorgelegten Zwischenergebnisse aber nach der zweiten Dosis in 95 bis 100% der Fälle die Bildung von Antikörpern zeigen. Getestet wurden dabei Probanden im Alter von 18 bis 95 Jahren. Die Franzosen setzen bei dem Vakzin sogar auf die gleiche Technologie wie bei ihren üblichen Grippemitteln, nimmt zur Verstärkung jedoch eine Substanz des Partners GlaxoSmithKline hinzu. Sanofi blieb zuletzt auch in Anbetracht des weiterhin risikoarmen Medikamenten- und rezeptfreien Produktgeschäfts seiner bisherigen Dividendenpolitik treu. Denn dank der letzten Gewinnausschüttung erzielen Investoren mit der Aktie eine nach wie vor solide Kapitalrendite von gut 3,6%.

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