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Von TraderFox
13. September 2018

Der QIX Dividenden Europa Index wird am Donnerstag von der heutigen EZB-Sitzung und der erneuten Verhandlungsbereitschaft der USA bezüglich des Handelsstreits mit China beflügelt. Somit legt der Index bis zum Nachmittag moderat zu und notiert bei 9.805 Punkten. US-Telekomaufsicht FCC braucht mehr Zeit für die Prüfung der angedachten Netzzusammenlegung von T-Mobile US und Sprint. Derzeitiger Hurrikan an der US-Südostküste und magere Prämienerhöhungen setzen Rückversicherer Swiss Re unter Druck.

Leichte Zugewinne auf aktuell 13,75 Euro zeigt heute im Dividenden-Index die Aktie der Deutschen Telekom. Bei der geplanten milliardenschweren Fusion mit dem Rivalen Sprint könnte es für die US-Mobilfunksparte des Konzerns zu Verzögerungen kommen. Die US-Telekomaufsicht FCC brauche nach eigenen Angaben mehr Zeit für die Prüfung der angedachten Netzzusammenlegung, wie sie T-Mobile US und Sprint am Dienstag mitteilte. Die Anfang September eingereichten Unterlagen zu den Netzen seien weitaus umfangreicher und komplexer als was die Behörde bisher dazu in den Akten habe, hieß es. Die FCC hat sich generell zum Ziel gesetzt, Fusionsprüfungen innerhalb von 180 Tagen abzuschließen. Sie kann die Zeit aber auch anhalten, um Sachverhalte insgesamt genauer prüfen zu können. Allerdings waren am Dienstag nach dieser Rechnung erst 55 Tage vergangen. Durch die Fusion will die Deutsche Telekom auf dem US-Mobilfunkmarkt zu den beiden Marktführern Verizon und AT&T aufschließen. Bezahlt werden soll das Ganze in neuen Aktien, Sprint wird dabei mit über 26 Mrd. USD bewertet. Die beiden kleineren Anbieter wollen vor allem durch die Zusammenlegung ihrer teuren Netze Kosten sparen. Dabei wirbt der T-Mobile-Chef für das Zusammengehen bei den Kartellwächtern unter anderem damit, dass er zügig ein Mobilfunknetz mit dem schnellen neuen Datenfunk 5G aufbauen will. Den Abschluss des Deals erwartet die Konzerntochter frühestens Mitte kommenden Jahres.

Auch dank der weiterhin boomenden US-Geschäfte hatte die Deutsche Telekom ihre Aktionäre für 2017 jüngst mit einer 8prozentigen Dividendenerhöhung verwöhnt. Der Bonner Konzern selbst zählt in Europa aber schon seit längerem mit zu den stabilsten Dividendenzahlern. Immerhin steigerte das Management seit 2013 die Ausschüttung von 0,50 Euro auf unlängst 0,65 Euro. Schließlich konnten sich die Anleger dabei über eine Rendite von im Schnitt 3,8% freuen. Angesichts der kürzlich gezahlten Dividende bietet die Aktie gegenwärtig eine außerordentlich attraktive Kapitalrendite von 4,7%.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein

Zu einem der heutigen Tagesfavoriten im Dividenden-Index hat sich die Aktie der Swiss Re entwickelt. Derzeit liegt sie dabei leicht im Plus bei 77,90 Euro. Die jüngste Kursschwäche bei der Aktie des Rückversicherers wurde mit dem auf die US-Südostküste zusteuernden Hurrikan und den eher zurückhaltenden Aussagen zur Erneuerungsrunde begründet. Zurzeit schaut das Management der Swiss Re durchaus gebannt nach Amerika. Dort wurde am Dienstag in South Carolina von den Behörden eine Evakuierung der gesamten Küste wegen des Wirbelsturms "Florence" anordnetet. Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami (Florida) rechnete sogar damit, dass der Sturm in den kommenden Tagen noch an Stärke gewinnen könnte. Damit wecke der Sturm Erinnerungen an die verheerende Hurrikan-Serie im letzten Jahr, sagte ein Analyst und fügte hinzu, dass die diesjährige "Saison" der Wirbelstürme erst beginne. Zudem rechnet die Swiss Re wie auch die Konkurrenz schon wieder mit einem Ende der für die Branche so dringend notwendigen Preiserhöhungen. 2019 dürften sich die Preise für Rückversicherungen nach dem nur leichten Anstieg im laufenden Jahr lediglich stabil entwickeln, teilte der Vorstand am Montag anlässlich des jährlichen Branchentreffens in Monte Carlo mit. In den vergangenen Jahren waren die Prämien für viele Rückversicherungsgeschäfte unter anderem wegen der weltweit niedrigen Zinsen und des daher reichlich vorhandenen Kapitals deutlich gefallen. 2018 profitierte die Swiss Re dann von den schweren Hurrikans des vergangenen Jahres in den USA, die zumindest in den betroffenen Regionen zu einem Preisanstieg von über 20% führten.

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