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Von TraderFox
09. November 2021

Am Dienstag klettert der QIX Dividenden Europa Index trotz anhaltender Inflations- und Konjunktursorgen auf ein Monatshoch. Folglich notiert er am Nachmittag dabei leicht im Plus bei 13.140 Punkten. Coloplast will sein Medizingeschäft mit Atos Medical für gut 2,15 Mrd. Euro im Bereich Kehlkopfbehandlungen deutlich ausbauen. Iberdrola plant ohne Fördergelder bis 2026 rund 800 Mio. Euro in einen neuen Offshore-Windpark in der Ostsee zu investieren.

Mit einem Plus von über 5% zählte am Montag im Dividenden-Index die Aktie der Coloplast Group zum absoluten Top-Performer. Heute legt das Papier aber erstmal eine Pause ein, und notiert kaum verändert bei 149,50 Euro. Gestern hatte das dänische Unternehmen, das als weltweit führender Anbieter im Bereich Gesundheitsvorsorge gilt, und hat sich hierbei auf die Entwicklung und Herstellung von medizinischen Produkten sowie eine Vielzahl an Krankenhaus-Dienstleistungen spezialisiert hat, einen wichtigsten Zukauf vermeldet. So will Coloplast den Weltmarktführer im Bereich Laryngektomie (Kehlkopfbehandlungen) Atos Medical für gut 2,15 Mrd. Euro vom französischen Private-Equity Investor PAI Partners übernehmen. Mit der Akquisition eröffnen sich für die Dänen neue und langfristig robuste Wachstumspotenziale, da Atos Medical über operative Stärke und eine bekannte Marke in einem soliden Umfeld verfügen würde, teilte das Unternehmen dazu mit. Die neue Tochter soll künftig auch eigenständig ihre Geschäfte weiterführen, zugleich aber die bestehende Infrastruktur von Coloplast nutzen können. Das Management rechnet mit einem ersten Gewinnzuwachs aber frühestens ab dem Geschäftsjahr 2022/23, vorausgesetzt die behördlichen Genehmigungen werden bis dahin erteilt. Bisher liegt der Schwerpunkt des Gesundheits-Dienstleisters jedenfalls auf Behandlungen von urologischen und den Intimbereich betreffende Krankheiten sowie der Wund- und Hauttherapie sowie auf der Stomaversorgung. Und die Zuwächse in diesem Bereich waren bislang sehr beeindruckend.

Von 2016 bis Ende 2020 legte der Umsatz bei Coloplast von 14,68 Mrd. beständig auf 18,54 Mrd. DKK (2,49 Mrd. Euro) zu. Um das gegenwärtige Wachstum weiter voranzutreiben, wurde vom Vorstand erst im Sommer die unternehmensseitige Strategie “Strive25 - Sustainable Growth Leadership” kreiert, bei der bis zu 2% der Gesamterlöse jährlich in Innovationen und Marketing investiert werden. Für 2021/22 rechnet der medizinische Versorger trotz Corona-Umstände zunächst mit organischen Umsatzzuwächsen von bis zu 7%, was auch dem Durchschnitt der vergangenen Jahre entsprechen würde. Und auch die Eigenkapitalrendite von Coloplast dürfte sich dabei wieder bei über 50% einpendeln. Nur die Dividendenrendite ist derzeit unter 2% gerutscht, da sich die Aktie in den letzten Monaten sehr gut entwickelt hat. In den zurückliegenden Jahren hatte sie sich meist im Bereich von 2 bis 3% eingependelt.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Im heutigen Marktumfeld verbucht im Dividenden-Index auch die Aktie von Iberdrola leichte Abgaben auf aktuell 10,11 Euro. Dem spanischen Energieversorger droht zwar im eigenen Land starker Regulierungs-bedingter Gegenwind bezüglich steigender Strom- und Gaspreise. Dennoch plant das Unternehmen einen neuen Offshore-Windpark in der deutschen Ostsee, aber erstmals ohne staatliche Förderung. Das Projekt mit dem Namen "Windanker" soll 2026 mit einer Kapazität von 300 MW ans Netz gehen, wie Iberdrola in der letzten Woche mitteilte. Die Investitionen werden sich auf insgesamt rund 800 Mio. Euro belaufen. Überraschend war dabei aber die Aussage, dass der Stromerzeuger diesmal plant, große Teile der erzeugten Leistung über langfristige Verträge mit Abnehmern vermarkten zu wollen, statt der bisher gehandhabten Einspeisung zu einer vorher festgelegten Marktprämie. Nach Angaben der Stiftung “Offshore Windenergie“ sind ohne Förderung bisher nur 2 Windparks in der Nordsee geplant. Iberdrola verwies allerdings darauf, dass der Bau von Offshore-Windparks in der Ostsee technisch anspruchsvoller als in der Nordsee sei. Die Spanier würden aber vom technischen Fortschritt, etwa in Form effizienterer Turbinen profitieren. Zudem könne das Unternehmen vor Ort bestehende Erfahrungen und Synergien nutzen.

Der geplante "Windanker" dürfte letztlich auch den bestehenden "Baltic Hub" von Iberdrola erweitern, eine Gruppe von dann insgesamt drei Windparks vor der Ostseeinsel Rügen. Davon ist bereits einer in Betrieb, ein weiterer befindet sich im Aufbau. Bis 2026 soll "Baltic Hub" dann nach einer Gesamtinvestition des Unternehmens von knapp 3,5 Mrd. Euro über eine Kapazität von 1,1 GW verfügen. Aktuell sind im deutschen Teil der Nord- und Ostsee bereits 27 Windparks mit einer Gesamtleistung von 7,76 GW am Netz. Allerdings liegen die gesetzlichen Ausbauziele bei gut 20 GW bis 2030 und 40 GW bis 2040, was Kritiker für zu wenig halten. Iberdrola selbst gilt aber neben dem Heimatmarkt auch in den USA und Brasilien als einer der global führenden Anbieter im Bereich erneuerbare Energien.

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