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Von TraderFox
22. November 2019

Trotz überraschend negativer Konjunkturdaten aus der Eurozone hält sich der QIX Dividenden Europa Index am Freitag nach dem jüngsten Rekordhoch im Plus. Letztlich legt der Index dabei bis zum Nachmittag um 0,3% auf 11.210 Punkte zu. Versicherer Aviva will sein Lebensversicherungs-Geschäft in vier Sparten aufteilen und künftig eine höhere Eigenkapitalrendite erzielen. Telia plant mit schwedischem Mobilfunkausrüster Ericsson sein 5G-“Next-Generation-Network“ bis 2023 in Norwegen zu realisieren.

Einer der absoluten Top-Performer der vergangenen Monate war im Dividenden-Index die Aviva-Aktie. Heute zeigt sie sich aber kaum verändert und notiert damit bei 4,69 Euro. Die britische Versicherungsgruppe ist mit Erlösen von knapp 30 Mrd. GBP einer der führenden Versicherungsanbieter und Vermögensverwalter des Landes. Dabei umfassen die Geschäftsfelder des Unternehmens unter anderem Anlageprodukte wie Renten- und Aktienfonds sowie allgemeine Versicherungen. Jedoch laufen die Geschäfte derzeit weltweit eher nur durchschnittlich. Gerade das schwierige Niedrigzinsumfeld macht es der Lebensversicherungssparte von Aviva nicht einfach. Und um die Probleme zu überwinden, hat der Vorstand in dieser Woche ein weiteres Strategie-Update veröffentlicht. Dieses sieht im Wesentlichen vor, das britische Lebensversicherungs-Geschäft des Unternehmens, das unter dem Namen UK Life geführt wird, in verschiedene Sparten aufzuteilen. Dem Manager zufolge soll daraus in Großbritannien neben einer separaten Investmentsparte auch ein Savings & Retirement-Segment entstehen. Zudem sollen alle Aktivitäten des Non-Life-Geschäfts in einer eigenen Abteilung gebündelt werden. Auch will Aviva das europäische und asiatische Geschäft rund um Lebensversicherungsverträge separieren.

Den Versicherer will der Vorstandschef damit vor allem kommerzieller Ausrichten, und hat dem Unternehmen hierzu ein neues Eigenkapitalrenditeziel verordnet, das bei 12% liegt, bezogen auf die derzeitige Solvency II-Quote. Außerdem sollen die gruppenweiten Prämieneinnahmen leicht auf jährlich 8,5 bis 9,0 Mrd. GBP (9,9 bis 10,4 Mrd. Euro) ansteigen. Das laufende Schuldenreduzierungs-Programm in Höhe von 1,5 Mrd. GBP und auch die geplanten Kosteneinsparungen von bis zu 300 Mio. GBP pro Jahr blieben dagegen unverändert. Und auch die bisherige Dividendenpolitik wurde vom Management unangetastet belassen. Von Avivia wurde die Gewinnbeteiligung jedenfalls von 0,15 GBP im Jahr 2013 auf jüngst 0,30 GBP (0,35 Euro) glatt verdoppelt. Damit ergibt sich für die Aktionäre weiterhin eine äußerst attraktive Dividendenrendite von 7,3%.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Leicht im Plus bei 3,93 Euro befindet sich heute ebenfalls die Telia-Aktie aus dem Dividenden-Index. Der skandinavische Telekommunikationsanbieter hat die Technologie des schwedischen Mobilfunkausrüsters Ericsson für sein “Next-Generation-Network“ in Norwegen ausgewählt. Dabei sollen von der Tochter Ericsson Radio System in erster Linie die Hard- und Software-Produkte geliefert werden, teilte das Unternehmen jüngst mit. Im Zuge der gesamten 5G-Infrastrukturaufrüstung werden die Schweden zudem auch Telia`s 5G Radio-Netzwerk in ganz Norwegen modernisieren. Zum Einsatz kommen soll hier vor allem die industrieweit einzigartige Software “Ericsson Spectrum Sharing“, mit der eine Umschaltung zwischen den Bandbreiten der Funknetzwerke 4G und 5G möglich ist. Beide Partner wollen mit dem geplanten 5G-Rollout im kommenden Jahr beginnen. Auch sollen zeitgleich erste kommerzielle Nutzungen des neuen 5G-Mobilfunkstandards ausgesuchten Kunden in Norwegen angeboten werden. Die landesweite Abdeckung des neuen Netzwerkes will Telia mit den Komponenten seines schwedischen Lieferantens bis 2023 schaffen. Bis dahin plant das Management aber vor allem das Potenzial der neuen Technologie auszutesten. Spezielle Dienstleistungen bezogen auf das Internet der Dinge (IoT), Industrie 4.0 sowie Heimanwendungen und Smart Cities dürften von dem Unternehmen daraufhin angeboten werden.

Mit Ericsson arbeitet der finnisch-schwedische Mobilfunkanbieter schon seit längerem an einem 5G-Pilot-Netzwerk im norwegischen Trondheim zusammen. Bei diesem Projekt geht es hauptsächlich um das Ausloten neuer technologischer Möglichkeiten im Bereich smarte Transportsysteme, Automation und Künstliche Intelligenz (KI). Die Verwirklichung des 5G-Netzwerkes in Norwegen treibt unsere Digitalisierungsziele voran, erklärte zuletzt der Telia-Vorstand. Zudem hilft dies bei der Transformation der norwegischen Industrie und gesamten Infrastruktur und letztlich lassen sich damit für uns völlig neue Möglichkeiten realisieren.

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