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Von TraderFox
25. November 2020

Am Mittwoch legt der QIX Dividenden Europa Index nach den klaren Vortagesgewinnen erstmal eine Atempause ein. Dabei steigt der Index am Nachmittag nur noch leicht auf 11.130 Punkte. Reisesoftwareanbieter Amadeus IT setzt bei Corona-Impfstoffeinsatz auf eine schrittweise Erholung der Reise- und Tourismusbranche. Novartis hat derzeit über 160 Produktkandidaten in der Testphase und beginnt mit dem Rückkauf eigener Aktien für bis zu 2,5 Mrd. USD.

Dank der anhaltenden Impfstoff-Hoffnung am europäischen Aktienmarkt zeigt sich am Mittwoch die Aktie der Amadeus IT Group im Dividenden-Index erneut als Gewinner und steht aktuell mit 1,5% im Plus bei 61,60 Euro. Innerhalb von 2 Wochen haben sich die Papiere damit um fast 50% erholt. Angetrieben wurde die Kursexplosion dabei vor allem von den jüngst aussichtreichen Studien-Erfolgen mehrerer Pharmaunternehmen bei ihren Corona-Impfstoffen. Mit Blick auf die hierdurch einhergehende Erholung des weltweiten Flugverkehrs dürfte den Anbieter von Buchungssystemen zunächst einmal stützen. Dabei gilt das in Spanien ansässige Unternehmen als führender IT-Anbieter von Technologie- und Vertriebs-Softwarelösungen, die speziell auf die Anforderungen der Reise- und Tourismusbranche ausgerichtet sind. Seit Beginn der Virusausbreitung und den vielen Pandemie-bedingten Reise- und Flugbeschränkungen hatte sich das Geschäft von Amadeus IT aber sichtlich eingetrübt. Für das Unternehmen dürfte zwar angesichts der erneuten Lockdowns in vielen Ländern operativ das 4.Quartal erneut herausfordernd werden. In den Monaten Juli bis September hatte sich aber die Lage im Vergleich zum 2.Quartal verbessert, der Erlös war aber dennoch um 70% auf 419 Mio. Euro gefallen. Im Vorquartal hatte der Umsatzrückgang jedoch noch bei 82% gelegen.

Das Vorkrisenniveau könnte Amadeus IT einigen Analysten zufolge selbst beim Einsatz eines Covid-19-Impfstoffes aber nicht vor dem Jahr 2024 erreichen. Da einfach noch zu viel Unsicherheit bezüglich der Erholung herrschen dürfte. Allerdings verfügt der Buchungssystem-Anbieter laut Vorstand aktuell aber über ausreichend Liquidität, um bei einer anhaltenden Reduktion des Luftverkehrs bis 2022 hinein liquide zu bleiben. Bis zum Virusausbruch war vor allem der weitere Ausbau des Produkt- und Dienstleistungsangebots rund um die Automatisierung von Geschäftsprozessen für Amadeus IT gut kalkulierbar. In den letzten 5 Jahren war der Umsatz jedenfalls um immerhin rund 42% gestiegen. Bis zuletzt erzielten die Spanier jedenfalls auch eine beachtliche Eigenkaptalrendite von 36% und eine hohe Gewinnmarge von über 20%. Die Dividende wurde vom Unternehmen zur Liquiditätssicherung für 2020 aber zunächst ausgesetzt, in den zurückliegenden Jahren lag die Dividendenrendite hier aber meist bei um die 2%.



Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Am Mittwoch verbucht im Dividenden-Index auch die Aktie von Novartis leichte Zugewinne und notiert damit aktuell bei 74,70 Euro. Das Management des Schweizer Pharmaproduzenten hat sich gestern auf einem Investorentag zum Ziel gesetzt, zu einem der größten Player in der Pharmaindustrie werden zu wollen. Ein wichtiger Treiber hinter diesen Plänen soll dem Vorstand zufolge die Unternehmenssparte Innovative Medicines werden, die schon heute bis zu 48% durch das Wachstum von Medikamenten und der innovativen Pipeline generiert. Aktuell verfüge das Unternehmen über 116 Produktkandidaten, die sich in Phase I oder II befinden, dazu kommen noch 49 Kandidaten in Phase III oder in der Registrierung, sagte der Novartis-Manager. Die prall gefüllte Produktpipeline soll sich auch zu künftigen Wachstumstreibern entwickeln, die insbesondere die bisherige Profitabilität voranbringen soll. Mittelfristig will das Unternehmen in der Pharmasparte eine Marge im hohen 30-Prozent-Bereich anvisieren. Aus finanzieller Seite kündigte Novartis außerdem den Start eines neuen Aktienrückkaufprogramms über bis zu 2,5 Mrd. USD an. Damit untermauere man das Vertrauen in die eigene Stärke, betonte der Konzernchef.

Ungeachtet der laufenden Virus-Auswirkungen rechnet der Arzneimittelhersteller für 2020 aber mit einem Umsatzzuwachs im mittleren einstelligen Bereich und beim Gewinn ein niedriges zweistelliges Plus. In Anbetracht der derzeitig aber dennoch robusten Wachstumsdynamik und der Vielzahl an möglichen Neuzulassungen, bleibt die Aktie von Novartis auch vergleichsweise deutlich unterbewertet. Auch wenn für die Aktionäre die Vergangenheit dank der krisenfesten Dividendenqualität bislang schon ausgesprochen einträglich war. Immerhin wurden die Ausschüttungen in den letzten 10 Jahren ohne Unterbrechung um fast 50% auf zuletzt 3,04 USD immer weiter erhöht. Mit einer Dividendenrendite von dabei fast immer über 3% wurden die Anteileigner letztlich stattlich bedient.

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