articles-marktberichte-international
29
Von Christina Rothfuß
13. Juli 2022

In Anbetracht der heute veröffentlichten US-Inflationsdaten gibt der QIX Dividenden Europa Index am Mittwoch weiter nach. Am Nachmittag liegt der Index letztlich mit 1,7 % im Minus bei 11.575 Punkten. Versicherer Allianz wird angesichts zahlreicher operativer Herausforderungen mit einem 10er KGV und unter Buchwert gehandelt, die Dividende bleibt aber attraktiv. Schneider Electric profitiert von Wachstumstrends rund um Digitalisierung, Elektrifizierung und Automatisierung und überzeugt mit aktionärsfreundlicher Politik. 

 

Im Abwärtsmodus befindet sich gegenwärtig trotz starker Unterbewertung im Dividenden-Index die Aktie der Allianz. Und auch am Mittwoch gibt sie leicht auf aktuell 176,10 Euro nach. Dabei ist das Unternehmen nicht nur der größte europäische Lebensversicherer, sondern als einer der führenden Versicherungs- und Finanzdienstleister auch in fast allen Kontinenten der Welt präsent. Mit den Töchtern Allianz Global Investors und PIMCO gilt die Versicherungsgesellschaft sogar als weltweit viertgrößter Vermögensverwalter. Die Allianz hatte zuletzt zudem auch ihr Geschäft rund um Cyberversicherungen ausgebaut, wobei die Risikokapital-Sparte der Münchner, Allianz X, sich an einer Finanzierungsrunde des US-Insurtechs Coalition beteiligte. Bei der insgesamt gut 250 Mio. USD schweren Runde war die Versicherungsgruppe sogar einer der Co-Lead-Investoren. Die "Active Insurance" von Coalition kombiniere branchenführende Sicherheitstools und eine 24-Stunden-Bereitschaft zur Reaktion auf Cyber-Attacken mit einem umfassenden Versicherungsschutz, hieße es von Seiten der Investoren. Das Insurtech habe in den USA bereits mehr als 160.000 Unternehmenskunden. Neben der Allianz waren unter anderem Valor Equity Partners und Kinetic Partners weitere Kapitalgeber. Coalition will die frischen Mittel für Investitionen in Wachstum sowie die internationale Expansion verwenden. Weiterhin soll das Dienstleistungsangebot weiter ausgebaut werden.

Derweil bleibt für die Allianz-Gruppe aber das Geschäftsjahr 2022 erneut herausfordernd. Zumal die Abwicklung der Structured-Alpha-Affäre in den USA am Laufen ist. Dazu kommen noch Belastungen durch Einmaleffekte und auch das Ende des Russland-Engagements dürfte nicht spurlos an dem Erst- und Rückversicherer vorbeigehen. Analysten sind jedoch davon überzeugt, dass die anvisierte Dividende von 10,80 Euro für dieses Jahr operativ zu schaffen sein sollte. Gegenüber 2021 wäre sich zwar nur eine unveränderte Gewinnbeteiligung, aber mit Blick auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld wäre dies für die Allianz allemal als respektabel zu bezeichnen. Ursprünglich hatte sich das Management ein solides Dividendenwachstum bis 2024 auf die Fahnen geschrieben. Neben der aktuell hohen Kapitalrendite von über 6 % bleibt auch die fundamentale Bewertung der Aktie unglaublich günstig. So bietet die Allianz neben einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 10 auch noch eine Börsenbewertung unter Buchwert. Vor allem, wenn der Finanzdienstleister demnächst wieder zurück zur alten operativen Stärke findet, wird der gegenwärtige Schnäppchenkurs schnell Geschichte sein.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Am heutigen Mittwoch befindet sich nach ihrem jüngsten Jahrestief  im Dividenden-Index die Aktie von Schneider Electric ebenfalls mit 1,1 % im Minus bei 114,15 Euro. Dabei verwundert die schwache Entwicklung des Papiers durchaus, zumal der Herstellung von Produkten für die Bereiche elektrische Energieverteilung und industrielle Automation eigentlich robuste Branchenkunden beliefert. Allein im abgelaufenen Quartal hatte Schneider Electric den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um beachtliche 16 % auf 7,57 Mrd. Euro steigern können. Sämtliche Geschäftsbereiche wie Erneuerbare Energien, Utility Management oder auch intelligente Stromversorgung wiesen hierbei kräftige Zuwächse aus. Letztlich profitierten die Franzosen von einer anziehenden Produktnachfrage, während der Vorstand auf die Herausforderungen im Zusammenhang mit den angespannten Lieferketten verwies. Dazu wurden von Januar bis Ende März eigene Aktien für rund 697 Mio. Euro zurückgekauft. Schneider Electric fokussiert sich nach etlichen größeren Akquisitionen in den letzten Jahren aber nunmehr auf organisches Wachstum und weitere Marktanteilsgewinne. Dabei verfügt das Unternehmen über ein solides Geschäftsmodell, zudem neben der Energieversorgung auch Kühlsysteme und Sicherheitstechnik gehört.

Dieses dürfte dank künftiger Wachstumstrends rund um Digitalisierung, Elektrifizierung, Automatisierung und Smart Infrastructure auch weiter beständig zulegen. Aufgrund dessen ist Schneider Electric mit seinem besonderen Fokus auf Nachhaltigkeit unter Investoren besonders beliebt. Als Zulieferer für Branchen, die eng mit der Energietransformation verbunden sind, dürfte im Jahr 2022 auch wieder ein Umsatzwachstum von 7 bis 9 % drin sein. Allerdings sind die Ziele unter den aktuellen Herausforderungen, wie den anhaltenden Lieferkettenproblemen, den geopolitische Spannungen und der drohenden Energieknappheit in der EU durchaus ambitioniert. Die Aktie von Schneider Electric bietet aber dennoch eine solide Dividendenrendite von inzwischen 2,3 %.

 

Wenn Sie den QIX Dividenden Europa Index nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Dividenden Europa Index von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Dividenden Europa. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

 

Teilen