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Von TraderFox
26. Mai 2020

Die immer näher rückenden europaweiten Corona-Lockerungen können am Dienstag den QIX Deutschland befeuern. Dementsprechend notiert der Index am Nachmittag wieder deutlich mit 1,4% im Plus bei 12.420 Punkten. Mittelfristige Perspektiven bleiben bei CTS EVENTIM sobald die Corona-Beschränkungen für das Veranstaltungsumfeld gelockert werden weiterhin intakt. Fielmann will spätestens ab dem 2ten Hj. wieder zur alten operativen Stärke und einem moderaten Wachstumskurs dank E-Commerce-Boom zurückfinden.

Nach der jüngsten Kurserholung gelingt es der Aktie von CTS EVENTIM auch am Dienstag im Qualitäts-Index weitere Zugewinne zu erzielen. Dabei steigt sie um 2,0% auf 37,90 Euro. Bei dem Ticketvermittler und Eventveranstalter waren mit der zunehmenden Verbreitung von Corona die schrittweisen und unvermeidlichen Absagen von europaweiten Großveranstaltungen und Events verbunden. Praktisch hat die Pandemie das Geschäft der Gruppe erstmal stillgelegt. Und bis Ende März war dabei noch unklar, welche genauen Auswirkungen die Umstände auf das laufende Geschäftsjahr von CTS EVENTIM haben werden, zumal der Start ins neue Jahr nach den Rekordzahlen für 2019 noch relativ gut verlief. Auch kann das Unternehmen derzeit noch keine verlässliche Prognose für das Gesamtjahr geben, was bis zuletzt unter Anlegern für zusätzliche Unsicherheit sorgte. Der Grund hierfür ist, dass nach wie vor keine Klarheit darüber herrscht, ab wann Massenveranstaltungen wie beispielweise Live-Konzerte und Festivals von den europäischen Regierungen wieder erlaubt werden. Analysten halten es allerdings für unwahrscheinlich in 2020 ein profitables Konzertgeschäft überhaupt aufrechtzuerhalten. Zwar bietet CTS EVENTIM einen Großteil seiner Tickets über die firmeneigenen Online-Plattformen und Webshops an, und profitiert hierdurch auch von den zunehmenden Corona-bedingten Online-Käufen. Aber ohne Planungssicherheit für künftige Veranstaltungen wird es schwierig, wieder richtig Geld zu verdienen. Viele der von dem Unternehmen für dieses Jahr organisierten Events finden diesbezüglich erst im Sommer sowie in der zweiten Jahreshälfte statt.

Für den Ticketvermarkter spricht in der jetzigen Situation insbesondere, dass die Bundesregierung für Live-Veranstaltungen eine Gutscheinlösung beschlossen hat. Damit erhalten Personen, deren Event wegen der Corona-Ausbreitung abgesagt wurde, nicht das gezahlte Geld zurück, sondern einen Gutschein. CTS EVENTIM kann somit einen unnötigen Liquiditätsabfluss verhindern, der gerade die vorab getätigten Konzertfinanzierungen im Unternehmen belässt. Bislang war auch die Firmenbilanz sehr solide, was hilft diese Zeit besser zu überbrücken. Die Unternehmensgruppe selbst dürfte aus der Krise sogar gestärkt hervorgehen. Immerhin werden viele kleinere Wettbewerber den Geschäftseinbruch nicht überstehen. Dadurch könnte der Veranstaltungsmarkt insgesamt konsolidiert werden. Und sobald wieder Normalität ins Event-Geschäft zurückkehrt und vor allem Großveranstaltungen wieder erlaubt werden, dürfte die CTS EVENTIM-Aktie abheben. Die zuletzt erzielte EBIT-Marge von 16% sowie die solide Eigenkapitalrendite von 25 % sollten dann mittelfristig auch wieder erreicht werden. Beste Voraussetzungen also für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Auch die Fielmann-Aktie gehört heute im Qualitäts-Index mit zu den Gewinnern und verzeichnet dabei deutliche Zugewinne auf aktuell 63,65 Euro. Die Augenoptikerkette hat ebenfalls mit den Auswirkungen des Coronavirus zu kämpfen, vor allem da das Hamburger Unternehmen im Vertrieb noch immer stark auf ein ausgedehntes Filialnetz setzt. Insbesondere die Restriktionen, die vom Gesetzgeber im März beschlossen worden und europaweit zu Ladenschließungen führten, musste Fielmann dabei verkraften. Und um Liquidität im Unternehmen zu halten, wurde sogar die Dividende für 2019 zunächst ausgesetzt. Das Jahr 2020 dürfte für das Management aber noch nicht vorbei sein. Lediglich die Umsatzeinbußen der letzten Monate und ein schwächerer Geschäftsverlauf bis in den Sommer hinein, sollten operativ zu spüren sein. Wobei das Unternehmen mit Brillen von der Konjunktur unabhängige Produkte verkauft.

Fielmann ist zudem im Megatrendmarkt der Sehhilfen bestens positioniert. In Zeiten von deutschlandweit boomenden E-Commerce-Geschäften, vor allem unter jungen Menschen, dürfte das Wachstum angesichts steigender Handy- und Computer-Bildschirmnutzungszeiten auch zukünftig mehr als viel versprechend sein. Mit seinem auf Brillendienstleistungen ausgerichteten Kerngeschäft will das Familienunternehmen ungeachtet aller Corona-Einflüsse bis 2025 immerhin Marktführer in Kontinentaleuropa werden und einen Marktanteil von gut 25% erreichen. Angetrieben wird von Fielmann dabei auch von der laufenden Digitalisierung des eigenen Geschäfts. Mittelfristig sollte die Optikerkette also spätestens ab dem 2ten Halbjahr wieder zur alten operativen Stärke und einem moderaten Wachstumskurs zurückfinden.

 

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