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Von TraderFox
23. Oktober 2019

Nach der zuletzt starken Erholung bremsen am Mittwoch die erneuten Verzögerungen beim Brexit-Drama den QIX Deutschland wieder etwas aus. Dabei gibt der Index bis zum Nachmittag minimal um 0,4% auf 13.295 Punkte nach. Continental kündigt für 2019 Milliardenabschreibung an und will sich bis Ende 2023 mit Strukturumbau gegenwärtige Branchenkrise stemmen. Umbau und Wachstumsinitiativen bei der Software AG tragen in Q3 mit einem deutlichen Umsatz- und Gewinnplus erstmals Früchte.

Nach dem kräftigen Kursanstieg von gestern legt die Continental-Aktie auch am Mittwoch im Qualitäts-Index weiter zu. Dabei steigt sie um 0,3% auf 123,90 Euro. Der Automobilzulieferer wird wohl in diesem Jahr wegen einer milliardenschweren Sonderbelastung in die Verlustzone rutschen. Im 3.Quartal werde Conti Wertminderungen von rund 2,5 Mrd. Euro verbuchen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Diese seien in der Annahme begründet, dass sich die derzeitige Weltproduktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in den kommenden 5 Jahren nicht wesentlich verbessern werde. Zudem hat Conti erste Rückstellungen für den vor kurzem vorgestellten Konzernumbau in Höhe von 97 Mio. Euro gebildet. Die Belastungen würden im 3.Quartal und im Gesamtjahr zu einem Verlust führen, betonte das Management. Es seien jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf den Dividendenvorschlag für das laufende Jahr zu erwarten. Dabei bekommt der weltweit führende Reifen- und Gummiproduzent die derzeit kriselnde Autoindustrie immer stärker zu spüren. Mit einem weitreichenden Umbauprogramm will sich die Conti-Konzernführung aber gegen die laufende Branchenkrise stemmen. Die zuletzt angekündigten Pläne dürften sich Unternehmensangaben zufolge auf voraussichtlich rund 1,1 Mrd. Euro belaufen, der Großteil davon in den Jahren 2019 bis 2022. Mit dem Strukturumbau und der Strategie für das Jahr 2030 sei Conti gut auf den Wandel in der Branche vorbereitet, sagte jüngst der Vorstand. Wir gehen darüber hinaus mit unserem Strukturprogramm die sich abzeichnende Krise in der Autoindustrie offensiv an und werden wie vor 10 Jahren aus ihr ein weiteres Mal gestärkt hervorgehen, gab sich der Manager zuversichtlich.

Trotz der jüngsten Erholung ist die Continental-Aktie jedenfalls weiterhin attraktiv bewertet. Das derzeitige KGV für 2020 liegt dabei nur bei günstigen 10. Auch die Dividendenrendite von 3,8% ist weiter als durchaus solide zu bezeichnen. Dazu ist die Gesellschaft operativ ungeachtet der derzeitigen Herausforderungen mit ihrer Eigenkapitalquote von 41% und der starken Eigenkapitalrendite von 19% robust aufgestellt. Somit erfüllt die Aktie wichtige Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Gestern war mit einem kräftigen Kursplus von zeitweise fast 10,0% die Aktie der Software AG der größte Gewinner im Qualitäts-Index. Heute nun gibt sie wieder nach und liegt dabei aktuell bei 28,50 Euro. Ausschlaggebend für den jüngsten Anstieg waren die gestern überraschend positiv ausgefallenen Quartalszahlen des Software-Dienstleisters. Denn der anhaltende Umbau des Unternehmens scheint offenbar schon seine Wirkung zu zeigen. Immerhin wurden im 3ten Quartal mit den Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnis sogar die Erwartungen der Analysten übertroffen. Es liegt noch viel Arbeit vor uns, betonte der Vorstand der Software AG am Dienstag. Aber ein starkes Wachstum der wiederkehrenden Umsätze, die Verfügbarkeit von Cloud-Versionen aller wichtigen Produkte, die Dynamik bei der Akquise von Neukunden und die Stabilisierung unseres Nordamerika-Geschäfts zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Darüber hinaus bestätigte der Manager auch die Jahresziele. Im jüngsten Quartal verbuchte Deutschlands zweitgrößtes Software-Unternehmen jedenfalls ein Umsatzplus von 5% auf 224 Mio. Euro und einen Anstieg des operativen Ergebnisses (EBITDA) um 7% auf 68,4 Mio. Euro.

Für das Gesamtjahr peilt die Software AG aber unverändert eine operative Umsatzrendite zwischen 28 und 30% an. Der Finanzvorstand verwies derweil darauf, dass die Umstellung auf ein abonnementbasiertes Modell von zuvor Lizenzvergaben planmäßig verläuft, eine schnellere Einführung aber im kommenden Jahr den Gewinn belasten könnte. Schon zu Beginn des Jahres hatte der Vorstand bei dem Software-Spezialisten eine Neuausrichtung eingeleitet, um das Unternehmen in eine neue Ära der Digitalisierung zu führen. Und die Chancen für ein Gelingen dieses Vorhabens sind mit den jüngsten Zahlen einmal mehr gestiegen. Letztlich will sich die Software AG diesbezüglich aber auf weniger Produkte konzentrieren und dabei den Fokus vor allem auf Nordamerika, Deutschland, Großbritannien und Frankreich sowie den asiatisch-pazifischen Raum richten.

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