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Von TraderFox
04. Oktober 2021

Die Wallstreet konnte am Freitag die aktuellen Inflationsbedenken sowie anhaltende Konjunktursorgen wegen Lieferengpässen hinter sich lassen. Der marktbreite S&P 500 zeigte dabei eine Erholung von 1,1%, während der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index um 0,3% auf 18.888 Punkte zulegte. Neues Corona-Medikament von Pharmaproduzent Merck könnte laut Patientenstudie künftig das Risiko für sehr schwere Verläufe halbieren. Eisenbahnbetreiber Union Pacific verdient dank robuster Konjunktur derzeit prächtig und bietet über 2% Dividende

Für Schlagzeilen sorgte am Freitag im TraderFox-Index vor allem die Merck & Co-Aktie, die dabei kräftig um zeitweise über 10% anzog. Am Ende schlossen sie bei 81,40 USD. Die Papiere wurden letztlich von der Nachricht beflügelt, dass ein Corona-Medikament des Pharmaunternehmens einer klinischen Studie zufolge bei Risiko-Patienten die Wahrscheinlichkeit sehr schwerer Verläufe deutlich reduzieren würde. Die Arznei, die als Pille verabreicht wird, solle so schnell wie möglich die Erlaubnis für den Einsatz in den USA erhalten, teilte Merck hierzu mit. Aber auch entsprechende Anträge bei Behörden weltweit sollen gestellt werden. Das Unternehmen erläuterte, in der Patienten-Gruppe mit milden bis moderaten Covid-19-Symptomen, die mit dem Medikament Molnupiravir behandelt wurde, hätten nur 7,3% der Fälle innerhalb von 29 Tagen ins Krankenhaus gemusst. Während es bei Corona-Patienten, denen ein Placebo verabreicht wurde, gut 14,1% der Fälle ins Krankenhaus kamen oder gestorben seien. Die Zahlen basieren laut Merck auf einer Auswertung der Daten von insgesamt 775 Covid-19-Patienten. Alle Probanden wiesen mindestens einen Risikofaktor auf, der einen schweren Verlauf wahrscheinlich machte. Nach der Meldung sagte der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, die Regierung habe für den Fall einer Zulassung bereits einen Vertrag über die Lieferung von 1,7 Mio. Dosen geschlossen, da das Medikament ein potenzielles zusätzliches Werkzeug im Werkzeugkasten der Behörde sein könne.

Der Pharmaproduzent hatte den Wirkstoff Molnupiravir zusammen mit seinem Partner Ridgeback Biotherapeutics in diesem Jahr entwickelt. In der Studie, in der beide Unternehmen getestet haben, ob das oral verabreichte Covid-19-Medikament das Risiko einer Krankenhaus-Einweisung oder eines Todesfalls verringert, wurde eine Dosis alle 12 Stunden über insgesamt 5 Tage verabreicht. Inzwischen rechnet Merck damit, bis Ende des Jahres mehr als 10 Mio. Behandlungsdosen weltweit zur Verfügung stellen zu können. Als einer der führenden Gesundheitsdienstleister innerhalb der Branche haben sich die Amerikaner aber in erster Linie auf eine breite Palette an Medikamenten, Impfstoffen und biologischen Therapeutika spezialisiert. Derzeit profitiert das Unternehmen dabei von der steigenden Nachfrage nach dem eigenentwickelten Krebsmittel Keytruda sowie von verschiedenen in Krankenhäusern benötigten Arzneien und Produkten. Merck ist aber auch weiterhin als zuverlässiger Dividendenzahler bekannt, und bietet Investoren derzeit gut 3,2% an Kapitalrendite. Angesichts aber beständiger Aktienrückkäufe liegt die durchschnittliche adjustierte Rendite der vergangenen 5 Jahre sogar bei stattlichen 6,5%.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Ebenfalls deutliche Zugewinne von über 2,5% auf 201,70 USD zeigte am Freitag im TraderFox-Index die Aktie von Union Pacific. Die amerikanische und traditionsreiche Eisenbahn-Gesellschaft, die mit ihren Transportdienstleistungen vor allem Waren und Güter wie Getreide, Dünger, Lebensmittel und Autos sowie Kohle und Stahl befördert, kam zuletzt auf Erlöse von über 20 Mrd. USD. Für Investoren ist das Unternehmen damit derzeit eine interessante Möglichkeit, um vom geplanten Ausbau der US-Infrastruktur und die anhaltende gesamtwirtschaftliche Erholung zu setzten. Zumal die Aktie zuletzt wieder etwas günstiger wurde, und inzwischen wieder mit einem moderaten KGV von 17 an der Börse notiert. Union Pacific war in den letzten Wochen vor allem deshalb unter Druck, weil sich die Entscheidung über ein von US-Präsident Joe Biden angestoßenes Infrastrukturpaket von einer Billion USD weiterhin verzögert. Der Grund dafür sind insbesondere Unstimmigkeiten in den Reihen der Demokraten. Operativ aber brummen die Logistikgeschäfte des Eisenbahnbetreibers, der in den USA über ein großes Liniennetz sowie moderne Rangierbahnhöfe verfügt. Und Union Pacific verdient derzeit prächtig, allein im letzten Quartal lag der Cashflow bei 4,2 Mrd. USD, was auch der beachtlichen Nettomarge von fast 30% zu verdanken ist.

Dabei hat das Transport-Unternehmen gegenwärtig vor allem mit den Engpässen bei Halbleitern, die in der Autobranche zu geringeren Produktionszahlen führen, sowie gestiegenen Benzinpreisen zu kämpfen. Diese werden von Anlegern auch gern für die Aussichten der gesamten Eisenbahn-Branche herangezogen. Die Aktie von Union Pacific wird aber schon seit Jahrzehnten als rezessionssicherer Dividendengarant gesehen. Aktuell bietet sie zwar nur gut 2,1% an Dividendenrendite, viel interessanter ist aber der operative Perspektiven, und der ist angesichts zahlreicher US-Hilfsgelder und umfassender Investitionen für das Unternehmen auf Sicht von 2 bis 3 Jahren rosig.

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