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Von Liridona Preniqi
03. Juli 2024

Angesichts positiver Vorgaben der US-Börsen zeigt sich der QIX Dividenden Europa Index am Mittwoch mit 0,5 % im Plus bei 14.190 Punkten. Arzneimittelhersteller Sanofi plant laut “Handelsblatt“ wohl in Deutschland den Bau einer neuen und technologisch modernen Produktionsstätte für Insulin. Bau- und Mautkonzern Vinci kauft gut 20,0 % der Anteile am Budapester Flughafen “Feriheg“ und erwirbt zudem die Mehrheit am Flughafen Edinburgh.

Am Mittwoch zeigt im Dividenden-Index die Sanofi-Aktie minimale Abgaben auf aktuell 90,40 Euro. Für gute Stimmung unter Investoren sollten eigentlich die jüngsten Investitionspläne des französischen Arzneimittelproduzenten sorgen. Schließlich will Sanofi neben dem geplanten Spartenverkauf rund um verschreibungspflichtige Produkte einem Medienbericht zufolge bis zu 1,5 Mrd. Euro in seine Insulinherstellung in Frankfurt investieren. Das Unternehmen plane den Bau einer neuen Produktion an seinem Standort im Stadtteil Höchst und könnte dafür zwischen 1,3 und 1,5 Mrd. Euro in die Hand nehmen, berichtete das “Handelsblatt“ am Montag unter Berufung auf das Umfeld der Bundesregierung. In dem Stadtteil betreibt Sanofi bereits eine Produktionsstätte für Insulin. Diese soll im Zuge der Umstellung auf eine modernere Technologie aber einem neuen Werk weichen. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen, die Vorbereitungen für die Bauarbeiten in Höchst liefen aber bereits, hieß es. Mitten in der Debatte um den schwächelnden Wirtschaftsstandort und die oft kritisierte Medikamenten-Knappheit wäre eine Milliarden-Investition von Sanofi in Frankfurt ein durchweg positives Signal für Deutschland. Mehrere ausländische Pharmakonzerne, darunter Eli Lilly und Roche, hatten zuletzt ebenfalls hohe Investitionen hierzulande zugesagt. Sanofi selbst wollte den Bericht der Zeitung auf Anfrage allerdings nicht bestätigen. Das Unternehmen prüfe “ständig Investitionsmöglichkeiten“, um die Widerstandsfähigkeit seiner Lieferketten weltweit zu verbessern und die Versorgung von Patienten mit wichtigen Medikamenten und Impfstoffen sicherzustellen, hieß es lediglich.

Der Standort Frankfurt zählt aber mit rund 6.600 Beschäftigten zu den größten Produktionsstätten des Pharmaspezialisten. Zuletzt soll es bei Sanofi noch Überlegungen gegeben haben, die Insulinproduktion aus Frankfurt abzuziehen und nach Frankreich zu verlagern, berichtete das Handelsblatt. Offenbar wurden diese Pläne aber inzwischen zurückgestellt. Seit Ende 2023 plant der Arzneimittelhersteller im Rahmen der neuen Konzernstrategie vor allem in experimentelle Medikamente mit Bezug zur Krebsforschung zu investieren. Das Geld dafür will Sanofi unter anderem über Effizienzprogramme hereinkommen. Mithilfe von Sparmaßnahmen versucht das Management bis Ende 2025sogar rund 2 Mrd. Euro hierfür freizusetzen. Die Franzosen wollen auch deshalb die Investitionen in Forschung und Entwicklung stärken, um mit den teils aggressiven US-Wettbewerbern weiter mithalten zu können. Aktuell kommt die Sanofi-Aktie jedenfalls weiterhin auf eine attraktive Dividendenrendite von 3,5 %.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Nach dem jüngsten Abverkauf erholt sich am Mittwoch im Dividenden-Index die Vinci-Aktie wieder um 1,0 % auf 102,55 Euro. Die Papiere der französischen Bau- und Infrastrukturgruppe haben zuletzt unter den angekündigten Neuwahlen in Frankreich gelitten. Der kürzlich erfolge weitere Portfolio-Ausbau der Flughafensparte war bei Vinci dabei eher untergegangen. Über die Tochter Vinci Airports betrieb das Unternehmen zuletzt gut 70 Flughäfen in insgesamt 13 Ländern, im Juni und Mai sind nun 2 weitere dazugekommen. Dabei hatten die Franzosen zusammen mit dem ungarischen Staatsunternehmen Corvinus im Juni den geplanten gemeinsamen Kauf des Budapester Flughafens bekannt gegeben. Der ungarische Staat erwarb demnach 80,0 % der Anteile an der Betreibergesellschaft des Budapester Flughafens Ferihegy, während Vinci die restlichen 20,0 % kaufte. Nach mehrjährigen Verhandlungen mit dem bisherigen Mehrheitseigentümer, der in Düsseldorf ansässigen AviAlliance GmbH, sei nun der Kaufvertrag unterzeichnet worden, hieß es dabei von beiden Seiten. Den Kaufpreis gab das ungarische Ministerium mit 3,1 Mrd. Euro an. Die französische Infrastruktur-und Baugesellschaft war einen Monat zuvor schon in Edinburgh zum Mehrheitseigentümer des dortigen Flughafens geworden. Ein Anteil von 50,01 % an der Edinburgh Airport Limited werde für 1,27 Mrd. GBP (1,49 Mrd. Euro) erworben, teilte Vinci diesbezüglich mit.

Der verbleibende Anteil von 49,99 % werde von Global Infrastructure Partners verwaltet, der seit 2012 Eigentümer des Flughafens sei. Vinci will mit seiner Tochter Vinci Airports die gesamte Transaktion auch schon im Sommer 2024 abschließen, ins Portfolio dürfte das neu erworbene Geschäft allemal gut passen. Zumal der Flughafenbetreiber bereits Mehrheitseigner des internationalen Flughafens in Belfast und London Gatwick ist. Edinburgh Airport machte 2023 einen Umsatz von 272,0 Mio. GBP und kam auf eine überragende Gewinnmarge von 65,0 %. Vinci will das Neu-Geschäft nach der Übernahme auch voll in den nächsten Bilanzabschluss mit einbeziehen. Das Betreiber-Modell der Tochter Vinci Airports ist jedenfalls in der Branche einzigartig, und nach den jahrelangen Corona-Belastungen auch wieder wachstumsstark und hochrentabel. Auch deshalb ist derzeit für die Vinci-Aktionäre eine üppige Dividendenrendite von 4,5 % drin.

Wenn Sie den QIX Dividenden Europa Index nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Dividenden Europa Index von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Dividenden Europa. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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