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Von Christina Rothfuß
27. April 2022

Die Aussicht auf gute Quartalszahlen hat den QIX Deutschland ungeachtet erster Gaslieferkonflikte seitens Russlands am Mittwoch etwas beflügeln können. Folglich liegt der Index am Nachmittag gut 0,3 % im Plus bei 14.480 Punkten. Symrise bekommt zwar gestiegene Rohstoffkosten und unterbrochene Lieferketten zu spüren, das Wachstum im 1. Quartal war aber mit +15 % überraschend stark ausgefallen. Turbulenzen an den Märkten lassen die Einnahmen der Deutschen Börse zum Jahresstart um gut 25 % explodieren.

 

In Anbetracht florierender Geschäfte steigt am Mittwoch im Qualitäts-Index die Symrise-Aktie überraschend deutlich um über 5 % auf aktuell 111,70 Euro. Dabei hat der Duft- und Geschmacksstoffhersteller heute trotz der Risiken durch den Ukraine-Krieg erneut bärenstarke Zahlen für das 1. Quartal vorgelegt. Geholfen haben dem Unternehmen zum Jahresstart unter anderem die solide Nachfrage rund um Heimtiernahrung sowie der Wiederbelebung des weltweiten Reiseverkehrs. Die Konsumenten seien aktiver geworden, sagte der Symrise-Chef heute. Das gelte für Reisen sowie für Bereiche wie Gastronomie und Freizeit. Dem Manager zufolge stieg damit der Verkauf von Sonnenschutzmitteln und Parfüms, aber auch Getränke und kulinarische Produkte wurden zuletzt verstärkt nachgefragt. Demzufolge kletterten die Erlöse des Aromaproduzenten im Jahresvergleich um dynamische 15 % auf 1,1 Mrd. Euro. Selbst organisch betrug das Wachstum bei Symrise in den ersten 3 Monaten über 8,0 %. Besonders stark liefen aber die Geschäfte der Sparte “Taste, Flavor & Nutrition“, die letztlich um 16,5 % zulegen konnte. Hier produziert das Unternehmen vor allem Geschmacksstoffe für Lebensmittel und Getränke sowie Inhaltsstoffe für Tierfutter. Den Bereich hatte das Management in den vergangenen Jahren auch mit Übernahmen stark ausgebaut, etwa 2019 mit dem Kauf des US-Proteinanbieters ADF/IDF. Aktuell läuft nach dem jüngsten Zukauf auch die Integration des chinesischen Herstellers von Aromastoffen für Heimtierfutter Wing Pet Food.

Aber auch in dem Segement “Scent & Care“ rund um Düfte und Zusätze für Körperpflegeprodukte, Kosmetik und Reinigungsmittel lief es für Symrise zuletzt bestens. Immerhin zogen auch hier der Umsatz um über 12 % an. Dazu trug auch die im Jahr 2021 getätigte Übernahme der Duftstoffsparte des US-Unternehmens Sensient bei. Das Duftgeschäft wurde aber durch die weltweit angespannte Situation in den Lieferketten belastet. Rückenwind lieferte dem Zulieferer dafür der zuletzt wieder anziehende internationale Reiseverkehr, da an Flughäfen wieder Parfüms verkauft werden. Und für 2022 erwartet der Vorstand für die Geschäfte von Symrise zwar im weiteren Jahresverlauf wegen des Ukraine-Krieges und der Corona-Pandemie eine höhere Volatilität, sieht aber dennoch eine verlässliche Nachfrage. Somit strebt der Geschmacksstoff-Spezialist weiterhin ein organisches Umsatzwachstum von 5 bis 7 % an, die EBITDA-Marge soll um die 21 % erreichen. Mit dem weiterhin robusten Kerngeschäft, das auch mit einer hohen Eigenkapitalrendite von 13 % einhergeht, dürfte Symrise letztlich einer der Top-Performer im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX) bleiben.

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden mit einbezogen.

Deutliche Robustheit zeigte in den letzten Tagen im Qualitäts-Index auch die Aktie der Deutschen Börse, die heute aber leicht bei 162,60 Euro im Minus gehandelt wird. Dabei läuft es operativ bei dem Börsenplatzbetreiber angesichts turbulenter Märkte gegenwärtig prächtig. Vor allem auch, weil das Geschäft mit Finanzderivaten und Rohstoffen wie Gas und Strom floriert. Das Unternehmen, das seinen Kunden die Handelsinfrastruktur sowie Absicherungsmöglichkeiten bereitstellt, konnte in den ersten 3 Monaten letztlich von den stark gestiegenen Kursschwankungen im Zuge des Ukraine-Konflikts profitieren. Dementsprechend verbuchte die Deutsche Börse für das 1. Quartal einen Umsatzsprung von fast 25 % auf 1,06 Mrd. Euro. Unter dem Strich blieben davon 421 Mio. Euro als Gewinn hängen, und damit gut ein Drittel mehr als im Vorjahr. Wegen des Kriegs in der Ukraine, steigender Rohstoffpreise und globaler Lieferengpässe habe die Verunsicherung am Markt zugenommen, teilte das Management bereits am Montag mit. Das habe zu mehr Handelsvolumen in nahezu allen Anlageklassen geführt. Außerdem sei der Bedarf gestiegen, Investments mit Derivaten abzusichern. Allein im Februar zogen die Handelsumsätze auf der elektronischen Xetra-Plattform der Deutschen Börse von 126,7 Mrd. Euro im Vorjahresmonat auf 168,2 Mrd. Euro an. Das durchschnittliche Tagesvolumen lag in dem “Kriegs-Monat“ mit 8,4 Mrd. Euro ebenfalls über dem Wert des Vorjahres von 6,3 Mrd. Euro.

Mit einem Plus von 42 % war dann auch der Handel mit Rohstoffen der eigentliche Wachstumstreiber der Sparte "Trading & Clearing", in dem die Frankfurter unter anderem den Derivate-, Aktien- und Rohstoffhandel bündeln. Vor allem Gas habe das Geschäft angetrieben, betonte der Finanzchef in dieser Woche. Mit diesen Zahlen lag die Deutsche Börse auch deutlich über den Erwartungen der Analysten. Gegenwind könnte allerdings drohen, sollte der anhaltende Krieg und die zunehmende Energiekrise zu einer europaweiten Rezession führen. Noch sieht die mittelfristige Prognose des Finanzdienstleisters ein jährliches Wachstum zwischen 2019 und 2023 von 10 % vor. Und dies so sowohl bei den Erlösen als auch beim operativen Ergebnis.

 

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

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