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Von TraderFox
16. November 2021

Trotz Euroschwäche sowie Entspannungssignalen zwischen den USA und China zeigt der QIX Deutschland am Dienstag moderate Abgaben. Der Index liegt dabei am Nachmittag leicht im Minus bei 17.690 Punkten. VERBIO profitiert derzeit von Biodiesel- und Bioethanolpreisen auf Rekordniveau und erwartet folglich ein erneut "sehr starkes" 2.Quartal. Knorr-Bremse peilt für 2021 beim Umsatz in Anbetracht des boomenden Geschäfts mit Lkw-Bremsen jetzt einen Wert zwischen 6,6 und 6,8 Mrd. Euro an.

Deutlich Kursgewinne von über 2% konnte nach dem jüngsten Rekordlauf gestern im Qualitäts-Index die VERBIO-Aktie verzeichnen. Am heutigen Dienstag liegt sie aber erstmal wieder unverändert bei 67,30 Euro. Dabei hatte der innovative Biokraftstoffhersteller jüngst beeindruckende Umsatzzahlen präsentiert, die vielen Investoren aber scheinbar nicht genügten. Immerhin waren die Erlöse im 1.Quartal 2021/2022 (30.09.) angesichts von Biodiesel- und Bioethanolpreisen auf Rekordniveau um 34% auf 340 Mio. Euro gestiegen. Die Produktionsanlagen aller Sparten inklusive Biomethan waren bei VERBIO zuletzt auch gut ausgelastet. Von Juli bis September belief sich hierbei die produzierte Menge an Biodiesel und Bioethanol auf gut 209.066 Tonnen nach 216.996 Tonnen im Vorjahr. Allerdings machten dem führenden Hersteller und Anbieter von Biokraftstoffen gestiegene Rohstoffbeschaffungspreise insbesondere für Ethanol zu schaffen, und drückte im Quartal auf die Gewinnspanne. Überproportional steigende Preise für CO2-effiziente Biokraftstoffe dürften dem Unternehmen aber in den nächsten Monaten zu weiter verbesserten Margen über alle Bereiche verteilt verhelfen. VERBIO selbst gilt als einer der europaweit größten Produzenten von Biodiesel, Bioethanol und Biomethan. Die hergestellten Kraftstoffe werden direkt an die entsprechenden Mineralölgesellschaften, freie Tankstellen, Speditionen und Stadtwerke geliefert.

Dabei spielt dem Unternehmen vor allem die von den Regierungen gesetzten Ziele zur globalen Reduzierung der Treibhausgase gerade im Transportsektor in die Hände, was sich letztlich in den nächsten Jahren zu einem “Megatrend“ entwickeln dürfte. Neue Rekordwerte feierte VERBIO jedenfalls schon mal im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/21, das Ende Juni endete, und erstmals mit einer Umsatzgröße von 1,02 Mrd. Euro beeindruckte. Das Management erwartet jedenfalls ein erneut "sehr starkes" 2.Quartal, was die Aktie künftig weiter beflügeln dürfte. Zumal der Kraftstoffspezialist aus dem Geschäft mit Biodiesel und Bioethanol auch beachtliche Margen zieht. Zuletzt lagen die operative Rendite bei 13% und die Eigenkapitalrendite bei soliden 18%. VERBIO erfüllt damit letztlich auch wichtige Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Eine Berg- und Talfahrt legte im Qualitäts-Index in den letzten Monaten die Aktie von Knorr-Bremse hin. Dennoch liegt sie am Dienstag dank insgesamt guter Aussichten auch wieder mit 0,5% im Plus bei 94,00 Euro. Zwar spürt der Hersteller von Bremssystemen und anderen sicherheitsrelevanten Lösungen für Schienen- und Nutzfahrzeuge wegen Lieferkettenproblemen und Projektverzögerungen gegenwärtig teils deutlichen Gegenwind. Trotz der anspruchsvollen Situation liegen wir in Summe deutlich über dem Vorjahresniveau, zog der Vorstand kürzlich Bilanz zu den ersten 9 Monaten des Jahres. Dabei hält vor allem das Kerngeschäft von Knorr-Bremse mit Bremsen und Systemkomponenten für Züge das Unternehmen insgesamt etwas zurück, unter anderem auch wegen der anhaltenden Pandemie-Umstände. Projekte konnten im 3.Quartal daher nicht wie geplant durchgeführt werden. Insbesondere in China und Europa blieben dabei einige Aufträge aus. Das Schienengeschäft des Unternehmens ist projektbezogener als die Nachfrage von Lkw- und Busherstellern, Verschiebungen haben daher oft einen spürbaren Effekt auf die Finanzen. Und da die Schienenfahrzeugsparte von Knorr-Bremse deutlich profitabler ist als die Zulieferung für Nutzfahrzeughersteller, schlägt das auch stärker auf die Gesamtbilanz durch.

Zuletzt aber florierte das Geschäft mit Lkw-Bremsen weiter, und das trotz der Probleme von Lkw-Bauern wie Daimler, Volvo und Volkswagen (MAN, Scania), genügend Halbleiter für ihre Produktion am Weltmarkt zu bekommen. Von Juli bis September stieg folglich der Umsatz in der Sparte um 10%. Der gruppenweite Auftragseingang ging bei dem Zulieferer im Quartal im Jahresvergleich aber um 11,8% auf 1,44 Mrd. Euro zurück, der Auftragsbestand liegt dagegen nun aber bei einem Rekordwert von 5 Mrd. Euro. Knorr-Bremse peilt für 2021 beim Umsatz nunmehr auch einen Wert zwischen 6,6 und 6,8 Mrd. Euro an. Zuvor standen 6,5 bis 6,9 Mrd. Euro im Raum. Im kommenden Jahr dürfte es mit den Erlösen leicht bis solide aufwärts gehen. Der Weltmarktführer im Bereich Lkw- und Zugbremsen, zu dessen Produktpalette auch Klimaanlagen, Steuerungs-Komponenten und Scheibenwischer sowie Bahnsteigtüren, elektrische Antriebsausrüstungen und Leittechnik gehören, dürfte dabei auch wieder starke Kennzahlen liefern. Immerhin blieb die Gruppe in 2020 unerwartet profitabel und erzielte eine hohe Eigenkapitalrendite, die über 25% lag. Und auch die Nettomarge von 8% weist bei Knorr-Bremse auf ein weiterhin grundsolides Zuliefergeschäft hin.

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