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Von TraderFox
14. Mai 2019

Durchweg gute Unternehmensnachrichten treiben am Dienstag die Erholung beim QIX Deutschland nach dem schwachen Wochenstart im Zuge des eskalierenden US-chinesischen Handelsstreits voran. Dabei präsentiert sich der Index am Nachmittag mit 0,8% im Plus bei 12.880 Punkten. United Internet steht mit seiner Tochter 1&1 Drillisch offenbar kurz vor seinem eigenen 5G-Netz. Allianz-Konzern übertrifft mit starken Q1-Zahlen dank geringerer Großschäden und Gewinnschub auf 2,96 Mrd. Euro alle Erwartungen.

Mit einem kräftigen Zugewinn von fast 4% auf 34,00 Euro hat sich heute im Qualitäts-Index die Aktie von United Internet zu einem der Tagesgewinner entwickelt. Ein Grund für den Anstieg ist offenbar ein absehbares Ende der Frequenzauktion um das künftige 5G-Netz bei der die Mobilfunktochter des Telekommunikations- und Internetdienstleister, 1&1 Drillisch, erstmals mitbietet. Dabei soll das Tochterunternehmen von United Internet einem Medienbericht zufolge neuen Schwung in die nun schon 6 Wochen andauernde Versteigerung gebracht und überraschend auf 10 MHz Frequenzblöcke im 3,6-GHz-Band verzichtet haben. Laut dem Informations- und Telekommunikationsportal Heise online seien damit nun die bisherigen Netzbetreiber und Mitbieter Telekom und Vodafone am Zug, die sich während der vergangenen Wochen in einem ermüdenden Scharmützel um 10 MHz gestritten hätten. Das Onlineportal vermutet, dass dieser Schritt die laufende 5G-Auktion so verändert, dass sie danach ziemlich schnell zu einem Ende kommen könnte. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, dann dürfte auch feststehen, wie die Auktion für die United Internet-Tochter letztlich ausgegangen ist. Schließlich nimmt sie zum ersten Mal an einem solchen Verfahren teil.

Auch hatte sich der Mutterkonzern wegen der Länge der laufenden Mobilfunklizenzauktion bei den Bedingungen für die anstehenden Dividendenzahlungen erneut vorsichtig geäußert. Bisher hatte United Internet für sein Kerngeschäft und die Telekommunikationssparte 1&1 Drillisch eine deutlich auf jeweils 0,05 Euro abgesenkte Ausschüttung in Aussicht gestellt, wenn bis zum 20. Mai (Stichtag) umfassende Frequenzen ersteigert werden sollten. Wegen der aber schon jetzt historisch langen Dauer der Auktion hatte das Unternehmen aber in der vergangenen Woche die Voraussetzungen geändert. Demnach soll die Dividende von jeweils 0,05 Euro auch dann gezahlt werden, wenn am 20. Mai noch die Möglichkeit auf die Ersteigerung von Frequenzen bestehe. Der United Internet-Vorstand will so verhindern, dass wegen einer höheren Dividendenzahlung nicht mehr ausreichend Geld für die Ersteigerung von Lizenzen vorhanden ist. Ansonsten würden vom Management 0,90 Euro für 2018 ausgeschüttet werden, die 1&1 Drillisch-Aktionäre hingegen bekämen insgesamt 1,80 Euro.

Dessen ungeachtet wird die Aktie von United Internet als innovatives Wachstumsunternehmen an der Börse weiterhin nur mit einem zu niedrigen KGV von 14 bewertet. Zudem erwirtschaftet der Internetkonzern trotz Neustrukturierung eine beachtliche EBIT-Marge von 16% und wächst mit einer robusten Eigenkapitalquote von 52%. Damit befindet sich die Aktie zu Recht im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Ebenfalls kräftig mit 2,1% im Plus bei 199,80 Euro zeigt sich heute im Qualitäts-Index die Allianz-Aktie. Dem Münchner Versicherer haben geringere Schäden durch Stürme und andere Naturkatastrophen zum Jahresauftakt einen unerwartet starken Gewinnschub eingebracht. Im 1.Quartal erreichte der Konzern einen operativen Gewinn von 2,96 Mrd. Euro und damit 7,5% mehr als ein Jahr zuvor, wie die Allianz heute bekannt gab. Das war immerhin auch deutlich mehr als Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Zudem sieht der Vorstand das Unternehmen damit auf gutem Weg, in diesem Jahr wie geplant einen operativen Gewinn von 11 bis 12 Mrd. Euro zu erreichen. Wegen geringerer Kapitalerträge stieg der Überschuss allerdings nur um 2% auf 1,97 Mrd. Euro. Als erneut wichtigster Gewinntreiber erwies sich die größte Sparte der Allianz, die Schaden- und Unfallversicherung. Hier profitierte der Versicherer davon, dass sich die Schäden durch Naturkatastrophen im Jahresvergleich mehr als halbierten. Insgesamt summierten sich der Absturz des Boeing-Jets von Ethiopian Airlines, das darauf folgende Flugverbot für die Maschinen des Typs und der Dammbruch an einer Eisenerz-Mine in Brasilien im Quartal auf zusammen rund 100 Mio. Euro. Lediglich diese Summe musste die Allianz neben kleineren Versicherungsansprüchen von Januar bis März verkraften.

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