fb-qix
39
Von Christina Rothfuß
20. Februar 2024

Der QIX Deutschland zeigt sich am Dienstag angesichts des anstehenden Fed-Sitzungsprotokolls und weiterer Unternehmensberichte kaum verändert bei 16.200 Punkten. Versicherer Talanx wird an der Börse ungeachtet des 2023er-Rekordgewinnjahres noch immer unterbewertet, und bietet zudem gut 3,5 % an Dividendenrendite. RWE schließt in Texas und Arizona den Bau von 3 neuen Stromspeichern mit einer Kapazität von 190,0 MW ab, weltweit steigt die Speicherkapazität des Unternehmens damit auf rund 700,0 MW.

Teils kräftige Gewinne konnte in den letzten 12 Monaten im Qualitäts-Index die Aktie von Talanx verbuchen. Am heutigen Dienstag notiert sie zwar nur leicht im Plus bei 65,25 Euro, dafür befindet sie sich derzeit weiterhin nur knapp unter ihrem Rekordhoch von Mitte Dezember. Dabei sind die Papiere der Versicherungsholding trotz des erreichten 2023er-Gewinnziels und der zuletzt starken Performance noch immer ziemlich billig zu haben. Aktuell liegt das erwartete KGV bei 9, was für ein Unternehmen, dessen Ertrag in 2024 auf mehr als 1,7 Mrd. Euro klettern soll, viel zu niedrig erscheint. Talanx ist aber nicht nur Mehrheitsaktionär des Rückversicherers Hannover Rück, sondern bietet über die Tochtergesellschaft HDI weltweit auch zahlreiche Versicherungen, Rentenpolicen oder auch fondsgebundene Lebens- und Risikoversicherungen an. Nach vorläufigen Zahlen wurde im letzten Jahr mit 1,58 Mrd. Euro tatsächlich auch ein Überschuss erzielt, der ursprünglich noch bis Oktober auf rund 1,4 Mrd. Euro festgemacht wurde. Dabei steigerte Talanx auch den Versicherungsumsatz um rund 9,0 % auf 43,2 Mrd. Euro, was letztlich ein Rekordwert war. 2023 steckte das Unternehmen diesbezüglich sogar hohe Katastrophenschäden durch die Waldbrände auf Hawaii, die Sommer-Unwetter in Italien und auch das Marokko-Erdbeben gut weg. Das gesamte 1. Halbjahr über wurden von Talanx bei den Kunden der Schaden- und Unfall-Erstversicherung zudem auch die Prämien weiter stark angehoben. Der Preisanstieg hat sich aber dann im 3. Quartal im Vergleich zu den Vormonaten angesichts rückläufiger Inflationsraten etwas abgeschwächt.

Für die Aktionäre hat natürlich das von Talanx erzielte Rekordergebnis von 2023 auch durchweg positive Auswirkungen. Denn der Vorstand strebt an, die Dividende von zuletzt 2,00 Euro anzuheben. Bis 2025 soll die Ausschüttung der Versicherungsgruppe tendenziell sogar auf 2,50 Euro ansteigen. Welchen Dividendenwert es für den zuletzt starken Geschäftsverlauf aber letztlich geben wird, dürfte dann bei der Jahresbilanz von Talanx am 21. März entschieden werden. Für 2024 wird vom Management auch erneut eine deutliche Gewinnsteigerung auf über 1,7 Mrd. Euro erwartet, was die KGV-Bewertung abermals drücken könnte. Zumal die von Talanx betriebene risikobewusste Anlagepolitik ein entscheidender Grund für die zuletzt so robuste Entwicklung war, wodurch der Versicherer sogar zu einem “Zinsanstiegsprofiteur“ geworden ist. Gerade dieses umsichtige Verhalten dürfte mit Blick auf die Kapitalreserven des Unternehmens nur Gutes für künftige Erträge bedeuten. Mit einer Dividendenrendite von 3,5 % bleibt Talanx letztlich auch ein stabiler Garant für Investoren in schwierigen Zeiten.

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden einbezogen.

Leichte Abgaben auf 31,05 Euro zeigt am Dienstag im Qualitäts-Index dagegen die Aktie von RWE. Dabei sollten die Anteilsscheine des Green-Tech-Unternehmens von der jüngsten Nachricht profitieren, dass in den USA weitere Batteriespeicher errichtet worden. In den US-Bundesstaaten Texas und Arizona wurden jetzt 3 Speicher mit einer Kapazität von 190,0 MW fertiggestellt, teilte RWE in der Vorwoche dazu mit. Die neuen Speicher seien direkt mit Solaranlagen gekoppelt, wie eine Sprecherin erklärte. So könne überschüssiger Strom direkt gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt ins Netz eingespeist werden. Die von RWE fertiggestellten 3 Batteriespeicher können nun insgesamt 361,0 MWh Strom speichern. Bei 2.500 kWh Jahresverbrauch würde diese Strommenge demnach dem jährlichen Verbrauch von rund 144 US-Haushalten entsprechen. Weltweit beläuft sich mit der jüngsten Fertigstellung die Batteriespeicherkapazität des Energieversorgers auf nunmehr rund 700,0 MW. Weitere mehr als 1.000,0 MW seien in Bau, so das Unternehmen. Bis 2030 plant RWE seine weltweite Speicherkapazität den Angaben zufolge sogar auf 6.000,0 MW auszubauen. Gegenwärtig entwickelt, baut und betreibt der Netzbetreiber seine Batteriespeicher vor allem in Europa, Australien und den Vereinigten Staaten.

Generell dient der Batteriestrom zum einen als sogenannte Regelenergie zur Stabilisierung des Stromnetzes, außerdem werden die Speicher bei Bedarf im Großhandelsmarkt eingesetzt. In Deutschland betreibt RWE bereits eine Doppel-Batterie mit insgesamt 117,0 MW an den beiden Kraftwerksstandorten Lingen und Werne. Darüber hinaus ist derzeit eine weitere mit einer Gesamtkapazität von 220,0 MW an den Standorten Neurath und Hamm im Bau. Im Moment investiert der Versorger jedenfalls viel Geld in den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Von 2024 bis 2030 hat RWE diesbezüglich vor, das “grüne“ Portfolio auf mehr als 65,0 GW auszuweiten. In Summe werden bis dahin rund 55,0 Mrd. Euro an weltweiten Investitionen von der Unternehmensführung kalkuliert. Das Papier ist nach dem jüngsten Rückgang jedenfalls mit einem KGV von weniger als 10 als Schnäppchen zu sehen.

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der TraderFox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

Teilen