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Von Christina Rothfuß
02. Dezember 2022

Der heutige US-Arbeitsmarktbericht drückt den QIX Deutschland am Freitag kaum ins Minus. Folglich legt der Index am Nachmittag unverändert bei 14.145 Punkten. Symrise bekommt zwar die unterbrochenen Lieferketten zu spüren, das Wachstum in Q3 war aber mit +14 % erneut stark ausgefallen. Nemetschek-Chef sieht für Bausoftware-Entwickler trotz schwierigem Umfeld für 2023 weiterhin Umsatzwachstum und operatives Ergebnis auf hohem Niveau.

 

In Anbetracht florierender Geschäfte zeigt sich seit Monaten im Qualitäts-Index die Symrise-Aktie ziemlich widerstandsfähig. Am Freitag liegt sie aber leicht im Minus bei aktuell 109,50 Euro. Dabei gilt der Duft- und Geschmacksstoffhersteller schon länger als defensives, aber auch konsumabhängiges Unternehmen. Und dank des einzigartigen Produktportfolios und kluger Investitionen ergeben sich trotz des angespannten wirtschaftlichen Umfeldes strukturelle Wachstumschancen, durch die Symrise auch 2023 besser abzuschneiden dürfte als die meisten Wettbewerber. Zwar wird das Geschäft mit Wirk- und Inhaltsstoffen im kommenden Jahr neben der allgemeinen Konjunkturunsicherheit vor allem mit den Risiken in puncto Lagerabbau bei Kunden konfrontiert. Zunächst visiert das Management aber für 2022 in Anbetracht anhaltend starker Umsätze mit Zusätzen für Heimtiernahrung und für Kosmetika ein Gesamtjahreswachstum von etwas über 10 % an. Und das, nachdem der Chef die Prognose für Symrise erst im Sommer auf mehr als 7 % erhöht hatte. In den ersten 9 Monaten erzielte der Zulieferer bereits ein organisches Umsatzplus von über 11 %, allein im 3. Quartal waren es fast 14 %. Das Duftgeschäft von Symrise wurde aber weiterhin durch die angespannte Situation in den Lieferketten belastet. Rückenwind lieferte dem Anbieter von Geschmacksstoffen und Kosmetikwirkstoffen dafür der zuletzt wieder anziehende internationale Reiseverkehr, da an vielen Flughäfen erneut Parfüms verkauft wurden.

In der Food & Beverage-Sparte von Symrise trieben das Geschäft zuletzt auch die vermehrten Freizeitaktivitäten und der Außer-Haus-Verzehr von Essen, die Nachfrage nach Zusätzen für Getränke und würzige Produkte an, insbesondere in Latein- sowie in Nordamerika. Zum robusten Wachstum trugen außerdem erstmals auch die von dem Unternehmen gemachten Zukäufe wie die von Giraffe Foods, Schaffelaarbos und Wing Pet Food bei. Inklusive solcher Portfolioeffekte sowie dank des schwachen Euro stiegen bei Symrise die Erlöse von Januar bis September im Jahresvergleich sogar auf dynamische 21 % auf 3,49 Mrd. Euro. Letztlich peilt der Aroma- und Duftstoffproduzent für das Gesamtjahr auch weiter eine operative Gewinnmarge um die 21 % an. Mit dem weiterhin starken Kerngeschäft, das auch mit einer Eigenkapitalrendite von 13 % einhergeht, dürfte Symrise jedenfalls einer der Top-Performer im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX) bleiben.

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden einbezogen.

Einer der heutigen Tagesfavoriten ist im Qualitäts-Index die Nemetschek-Aktie, die dabei um 1,3 % auf aktuell 50,90 Euro anzieht. Der Grund für den heutigen Anstieg ist vor allem in den gestrigen Aussagen des Vorstands zu sehen, dass das derzeit schwierige wirtschaftliche Umfeld für den Bausoftware-Dienstleister verkraftbare Belastungen seien. Für das kommende Jahr sind wir noch in der Budgetplanung, erwarten aber weiterhin Umsatzwachstum und ein operatives Ergebnis auf hohem Niveau, sagte der Nemetschek-Manager am Donnerstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa-AFX.  Wir werden kommendes Jahr eine etwas niedrigere operative Marge haben als in diesem Jahr, kündigte er zudem an. Allerdings stellen die Münchener ihre CAD-Software-Angebote derzeit stark auf Abonnements um, was kurzfristig die Geschäfte beeinflussen wird. Den Wachstumstrend für Nemetschek und bei Software für das Bauwesen sieht der Unternehmenschef aber ungebrochen. Dem Manager zufolge haben sich zuletzt zwar speziell in Europa vor allem in der Design- und Planungsphase einige Entscheidungen der Kunden etwas verzögert. In Asien und Nordamerika verzeichnete Nemetschek dagegen in dem Bereich aber weiter ein starkes Wachstum. Dieser Trend setzt sich auch im 4. Quartal fort, so der Vorstand. Auch die anderen Segmente liefen momentan weiter stark. Als Softwareunternehmen für die Bauindustrie glauben wir, sehr viel widerstandsfähiger zu sein als andere.

Für die Lösungen von Nemetschek spricht dabei vor allem, dass bislang weniger als 7 % der Wertschöpfungskette rund um das Bauwesen digitalisiert sind. Die Angebote rund um Konstruktions-, Architektur- und Bauplanungssoftware machen bei dem Unternehmen auch den Löwenanteil des Geschäfts aus. Insbesondere die Sparten Design und Build stehen für über 80 % der Gesamterlöse. Dabei stellt Nemetschek derzeit viele seiner Produkte von Lizenzverkäufen gegen hohe Einmalbeträge auf das Abonnementmodell um. Vor allem bei der wichtigen US-Bausoftwaremarke „Bluebeam“, die für rund ein Viertel des Jahresumsatzes steht, hat das zunächst eine dämpfende Wirkung unter anderem auf die für 2023 erwartete Profitabilität. Zudem werden die künftigen Kosten für Personal und Messen bei dem Software-Entwickler wieder steigen. Insgesamt dürfte für Nemetschek der Rückgang bei der Marge aber relativ gering ausfallen. Für dieses Jahr wird immerhin eine operative Marge von 32 bis 33 % erwartet, nach 32,6 % im Vorjahr.

 

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

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