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Von Christina Rothfuß
23. Januar 2023

Angesichts der in dieser Woche in Fahrt kommenden Berichtssaison der Unternehmen zeigt sich der QIX Deutschland am Montag bei 14.685 Punkten kaum verändert. Symrise kann seine Erlöse im Jahr 2022 dank Übernahmen und höherer Verkaufspreise um 28 % steigern, eine Wertberichtigung auf die Swedencare-Beteiligung drückt jedoch auf den Gewinn. Hannover Rück will künftig Kapitalmarkt-Investoren den Transfer von Cyberrsiken über eine innovative Rückversicherungs-Lösung anbieten.

Ungeachtet florierender Geschäfte ist am Montag im Qualitäts-Index die Symrise-Aktie kräftig ins Minus gerutscht und steht bei aktuell 98,80 Euro. Dabei waren die Verkäufe bei dem Duft- und Geschmacksstoffhersteller dank des einzigartigen Produktportfolios auch im Jahr 2022 sehr wachstumsträchtig und profitabel gewesen. Was die Anteilsscheine aber heute unter Druck setzt, ist eine Wertberichtigung auf eine Beteiligung in Schweden, die am Gewinn von Symrise gezehrt hat. Das Betriebsergebnis (EBITDA) ging folglich in den zurückliegenden 12 Monaten um gut 2 % auf 795,4 Mio. Euro zurück, wie der Produzent von Duftstoffen und Aromen bereits Freitagabend auf Basis vorläufiger Resultate mitteilte. Der Umsatz legte mithilfe von Übernahmen und höherer Verkaufspreise dagegen deutlich um 28 % auf 4,6 Mrd. Euro zu. Organisch betrug das Plus rund 11 %. Das Duftgeschäft von Symrise wurde im Jahr 2022 aber durch die angespannte Lieferketten-Situation ausgebremst. Rückenwind lieferte dafür der wieder anziehende internationale Reiseverkehr, da an vielen Flughäfen wieder Parfüms verkauft wurden. Allerdings schrieb das Symrise-Management zuletzt 126 Mio. Euro auf die knapp 30-prozentige Beteiligung am Heimtiernahrungs-Spezialisten Swedencare ab. Da das Wachstum der schwedischen Tochter im vergangenen Jahr teilweise unter weniger Aufträgen großer Kunden gelitten hatte, da diese erst einmal ihre hohen Lagerbestände abbauen mussten. Symrise blickt aber trotz Wertberichtigung weiterhin zuversichtlich auf Swedencare. Da dem Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln, etwa für die Zahnpflege und Gelenke, weiter ein großes Wachstumspotential zugetraut wird.

Ohne Wertberichtigung in Schweden hätte sich bei dem Anbieter von Geschmacksstoffen für 2022 den Eckdaten zufolge sogar ein operatives Ergebnis von 921,6 Mio. Euro ergeben, was ein Anstieg von knapp  13 % gewesen wäre. Dabei wurde von Symise vor allem das Geschäft rund um Zusätze für Heimtiernahrung in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Zuletzt etwa durch die Übernahmen von Giraffe Foods, Schaffelaarbos und Wing Pet Food. Der Bereich hat sich inzwischen zu einem echten Wachstumstreiber gemausert. Jedoch enttäuschte im letzten Jahr die operative Marge, die von 21,3 % im Vorjahr auf 20 % fiel. Damit verfehlte Symise das eigene Ziel von rund 21 %. Gegenwärtig bekommt der Aroma- und Duftstoffhersteller die Folgen hoher Rohstoffpreise zu spüren, die nur mit Verzögerung umgelegt werden können. Und dies belastete letztlich die Margen. Mittelfristig will das Unternehmen aber weiterhin mit im Schnitt 5 bis 7 % schneller wachsen als der relevante Markt. Die operative Gewinnmarge soll bei Symise bis Ende 2025 auch wieder in der Bandbreite von 20 bis 23 % liegen. Mit dem weiterhin starken Kerngeschäft dürfte die Aktie jedenfalls einer der Top-Performer im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX) bleiben.

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden einbezogen.

In den vergangenen Monaten präsentierte sich im Qualitäts-Index vor allem die Aktie der Hannover Rück ziemlich robust. Am Montag liegt sie aber leicht im Minus bei 187,10 Euro. Allerdings hatte der Rückversicherer, der vor allem Erstversicherer zu seinen Kunden zählt, wegen zahlreicher globaler Großschäden und der weiterhin hohen Inflation bereits im November angekündigt, deutlich an der Preisschraube drehen zu wollen. Zudem will das Unternehmen erstmals Cyberrisiken über eine spezielle Rückversicherungslösung mit einem Finanzpartner an den Kapitalmarkt weitergegen. Hierfür hat die Hannover Rück ein Instrument entwickelt, mit dem Investoren zum ersten Mal die Möglichkeit erhalten, sich direkt über eine „Quotenabgabe“ an der Deckung von Cyberrisiken zu beteiligen. Der langjährige Geschäftspartner Stone Ridge unterstützt den Transfer dabei mit insgesamt 100 Mio. USD. Bei der Konzeption ist es dem Rückversicherer auch erstmals gelungen, die Komplexität von Cyberrisiken mit den Erfordernissen eines Kapitalmarkt-Investors in Einklang zu bringen. Dabei soll die geplante Transaktion nicht nur zahlreiche Cyberrisiken im Portefeuille der Hannover Rück weltweit abdecken, sie ist zudem auch langfristig angelegt. Für den Rückversicherer sind die Pläne vor allem auch ein weiterer innovativer Schritt in der Absicherungsstrategie des Unternehmens. Unsere Kunden erwarten von uns zu Recht, dass wir ihnen angesichts der hohen Nachfrage ausreichend „Cyberkapazität“ zur Verfügung stellen können, erklärte die Innovation, der Bereichsleiter „Retrozession und Kapitalmärkte“ bei der Hannover Rück. Und wir sind stolz, diesen Meilenstein gemeinsam mit Stone Ridge erreicht zu haben und sehen diesbezüglich weiterhin großes Potenzial.

Der Markt für den Transfer von Cyberrsiken ist attraktiv, da wir hohe Durchschnittsrenditen und eine geringe Korrelation erwarten, ergänzte der Vorstand von Stone Ridge die Pläne. Wir freuen uns, mit dieser Transaktion unsere Partnerschaft mit der Hannover Rück auszubauen und unsere Geschäftsbeziehung über Katastrophen- und Lebensrisiken hinaus zu erweitern. Dabei steht die Hannover Rück im Markt für Versicherungsverbriefungen (Insurance-Linked Securities „ILS“) seit einigen Jahren für innovative Lösungen in diesem Bereich. Der Rückversicherer nutzt hierbei die gesamte Bandbreite des ILS-Marktes für den Risikotransfer seiner Kunden sowie für die Absicherung eigener Risiken über den Kapitalmarkt. Mit einem transferierten Volumen von rund 8 Mrd. Euro im Jahr 2022 gehört das Unternehmen mittlerweile sogar zu den größten Anbietern im ILS-Markt.

 

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

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