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Von TraderFox
07. Juli 2020

Wieder aufgeflammte Konjunktursorgen drücken am Dienstag den QIX Deutschland trotz zahlreich angelaufener Hilfsmaßnahmen ins Minus. In diesem Börsenumfeld notiert der Index mit 1,3% im roten Bereich bei 12.920 Punkten. Dax-Aufstiegsphantasie und weiterhin starke Duft- und Geschmackstoffgeschäfte treiben Symrise derzeit auf Höchststände. Beiersdorf erleidet zwar in den ersten 6 Monaten einen corona-bedingten Umsatzrückgang, richtet sich dennoch stärker auf seine Online- und Naturproduktsparte aus.

Dank robuster Geschäftsergebnisse und Indexaufnahme-Spekulationen markierte gestern im Qualitäts-Index die Symrise-Aktie einen Rekordstand. Am heutigen Dienstag konsolidiert sie den Anstieg aber und gibt dabei leicht auf 104,40 Euro nach. Die Aktie des Herstellers von Aromen- und Duftstoffen gilt schon seit längerem als defensiver Wert, der in Anbetracht des konjunkturell unabhängigen Geschäftsmodells inzwischen eine Marktkapitalisierung von über 13,5 Mrd. Euro erreicht hat. Das Unternehmen sorgt dabei mit seinen 3 Sparten “Flavor“, “Nutrition“ und “Scent & Care“ für unvergessliche Geschmacks- und Dufterlebnisse. Und die mehr als 30.000 von Symrise entwickelten Produkte kommen weltweit nicht nur in Nahrungsmitteln, sondern auch in Pflege- und Kosmetik-Produkten sowie Tierfutter zum Einsatz. Auf dem Weltmarkt konkurriert das Management hier allerdings mit dem Schweizer Unternehmen Givaudan und den Amerikanern von International Flavors & Fragrances. Aber auch wenn sich der Vorstand mit Aussagen zur Gewinnprognose aufgrund der Corona-Auswirkungen für 2020 bis zuletzt zurückhielt, so hatte das Unternehmen doch aufgrund eines Zukaufs in den USA zum Jahresauftakt deutlich mehr umgesetzt. Mit Unterstützung der in 2019 getätigten Übernahme des Tierfutterspezialisten ADF/IDF kletterte der Umsatz von Symrise von Januar bis März um beachtliche 8% auf 917,1 Mio. Euro. In den ersten 3 Monaten wuchs dabei die Nutrition-Sparte rund um Anwendungen für Lebensmittel, Heimtiernahrung und Probiotika mit einem organischen Plus von 6,1% besonders stark.

Der Parfüm- und Kosmetikzulieferer könnte dank der mittlerweile erreichten Marktkapitalisierung und durch den relativ hohen durchschnittlichen Börsenumsatz sogar demnächst in den Dax-Index aufsteigen. Dies hatte jüngst auch für den Kursaufschwung gesorgt. Denn spätestens im September dürfte der krisengeschüttelte Zahlungsdienstleister Wirecard aus dem Index genommen werden, und damit Platz entweder für Symrise und den Essenlieferant Delivery Hero machen. Das Management indes will in 2020 aber aus eigener Kraft weiterhin schneller wachsen als der globale Duft- und Geschmacksstoffmarkt, für den ein Plus von rund 4% erwartet wird. Und dank der weiterhin robusten Wachstumsstärke und der hohen Eigenkapitalrendite von 12% sowie der Gewinnmarge von fast 10% dürfte letztlich die Symrise-Aktie auch zukünftig einer der Top-Performer im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX) bleiben.

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden mit einbezogen.

Leichte Abgaben auf aktuell 98,00 Euro zeigt am Dienstag im Qualitäts-Index auch die Aktie von Beiersdorf. Der Hamburger Kosmetikhersteller hatte gestern mitgeteilt, die Ausbreitung des Coronavirus hätte deutliche Spuren bei der weltweiten Umsatzentwicklung hinterlassen. Die Erlöse sanken im ersten Halbjahr bereinigt um Währungseffekte um 10,7% auf 3,5 Mrd. Euro, erklärte der Vorstand. Sowohl in der Konsumgütersparte als auch im tesa-Klebstoffgeschäft gingen die Umsätze letztlich prozentual zweistellig zurück. Beiersdorf kann zudem die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie auf das laufende Gesamtjahr weiterhin nicht abschätzen. Von den ersten Eckdaten zeigten sich Analysten durchaus enttäuscht, auch weil das Unternehmen zunächst keine Angaben zur Profitabilität während der Shutdown-Zeit gemacht hatte. Dabei setzt das Management inzwischen vermehrt auf unternehmenseigene Naturkosmetika, die von den Kunden weltweit verstärkt nachgefragt wird. Auch der Online-Verkauf spielt im Zeitalter der Digitalisierung bei Beiersdorf eine immer größere Rolle. Allein für die Entwicklung neuer Produkte und den laufenden Digitalisierungsprozess werden mittlerweile 70 bis 80 Mio. Euro von dem Unternehmen pro Jahr zusätzlich locker gemacht.

Ob die Hamburger aber gerade bei den Marketingausgaben angesichts der Covid-19-Umstände auf die Bremse getreten sind, dürfte der offizielle Halbjahresbericht am 6.August offenlegen. Investoren dürften dies allerding kaum gut finden, da dies alte Wachstumssorgen offenbaren könnte. Im letzten Jahr zog der Umsatz bei Beiersdorf organisch noch um 4,1% auf 7,65 Mrd. Euro an. Nach dem Abklingen der Virus-Auswirkungen dürfte das Management den Konsumgüterproduzenten aber mittelfristig wieder auf Kurs bringen. Immerhin lag die Eigenkapitalrendite in den letzten 5 Jahren fast immer über 13% und auch die Eigenkapitalquote von 60% lässt auf eine solide Bilanz schließen.

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