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Von Christina Rothfuß
30. November 2023

Trotz rückläufiger Preisdaten für die Eurozone liegt der QIX Deutschland am Donnerstag unverändert bei aktuell 16.005 Punkten. Wafer-Produzent Siltronic will von Megatrends wie Digitalisierung und E-Mobilität profitieren, und erwartet bis 2028 einen Umsatzanstieg um über 40,0 %. Deutsche Börse setzt beim neuen Strategiepapier "Horizon 2026“ den Fokus auf digitale Assetklassen und der beschleunigen Entwicklung der digitalen Handelsplattform “D7“.

 

Am Mittwoch war im Qualitäts-Index die Aktie von Siltronic mit einem Zugewinn von gut 9,0 % der absolute Top-Performer. Heute steht sie trotz neuer Wachstumsprojektionen aber erst mal wieder deutlich im Minus bei 87,10 Euro. Ausschlaggebend für den gestrigen Anstieg war eine Kaufempfehlung durch die Privatbank Berenberg, bei der zugleich das Kursziel für den Wafer-Produzenten von 76,00 auf 107,00 Euro angehoben wurde. Dabei halten die Analysten der Bank eine Trendwende für möglich, da das Wafer-Tief in Sicht sei. Dank robuster Preise winke eine starke Erholung der Margen. Gleichzeitig dürften die Investitionen ihren Höhepunkt erreichen, betonten sie. Bei Siltronic gebe es Wachstum zum vernünftigen Preis, so die Experten. Nach der gestrigen Hochstufung kommt der Halbleiter-Zulieferer heute sogar mit neuen Wachstumsplänen an die Öffentlichkeit. Warum die Anleger negativ auf diese reagieren ist allerdings nicht ganz klar. Schließlich will Siltronic in den kommenden Jahren weiter von Megatrends wie Digitalisierung und E-Mobilität profitieren. Dem Management zufolge sollen dabei Umsatz und operative Marge bis 2028 kräftig zulegen, auch dank der neuen Fabrik in Singapur. Auf das 1. Halbjahr im neuen Jahr blickt der Vorstand von Siltronic zwar noch etwas vorsichtig. Da in dieser Zeit das Geschäft des Siliziumwafer-Spezialisten wohl noch von hohen Vorratsbeständen der Chiphersteller belastet werden dürfte, wie der Manager am Donnerstag in London beim Kapitalmarkttag mitteilte. Einer der Gründe hierfür ist auch, dass sich Verbraucher bei Smartphones, Computern und anderer Elektronik noch immer mit Käufen zurückhalten.

Die Entwicklung ist für Siltronic mittlerweile aber besser prognostizierbar, sodass der Chef heute auch einen konkreteren Jahresausblick geben konnte. Für 2023 wird bei dem Wafer-Produzenten folglich mit einem Umsatz kalkuliert, der um 15,0 bis 17,0 % unter dem Rekordniveau des Vorjahres von gut 1,8 Mrd. Euro liegen dürfte. Aber ausgehend vom 2023er-Ziel sollen die Erlöse danach bis 2028 um über 40,0 % auf mehr als 2,2 Mrd. Euro steigen, wie die Unternehmensführung heute bekannt gab. Für die Gewinnmarge von Siltronic wird bis 2028 zudem ein hoher 30-Prozent-Wert angepeilt. Vor allem aber auf die künftige Wafer-Nachfrage blickt das Unternehmen optimistisch. Zumal laut Siltronic für die Herstellung eines KI-geeigneten Servers beispielsweise die benötigte Waferfläche um bis zu acht Mal größer ist als die für einen herkömmlichen Server. Auch bei Elektrofahrzeugen liegt die benötigte Waferfläche um 60,0 bis 100,0 % höher als bei Verbrennerfahrzeugen. Aktuell lasten bei dem Unternehmen aber noch hohe Investitionen, vor allem in Singapur, auf der Rentabilität. Anfang November produzierte Siltronic im neuen Werk immerhin die ersten Wafer, aus denen die Halbleiterkunden ihre Chips herstellen. Ab 2024 soll die Produktion dort sukzessive hochgefahren werden. Und dank einer stark automatisierten Fertigung peilt der Vorstand dort mittelfristig sogar eine operative Marge von mehr als 50,0 % an.

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden einbezogen.

Am Donnerstag kann im Qualitäts-Index die Aktie der Deutschen Börse dagegen leicht

auf 174,30 Euro zulegen. Angetrieben wird der Daten- und Börsenplattformanbieter dabei auch von dem jüngst vorgelegten Strategiepapier "Horizon 2026", der die Handelserweiterung mit digitalen Wertpapieren vorsieht. Demnach plant die Deutschen Börse nicht nur den Ausbau digitaler Plattformen für bereits existierende und neue Anlageklassen, sondern will damit auch eine führende Position einnehmen. Langfristig gebe es weiteres Wachstumspotenzial aus neuen Technologien durch die Digitalisierung von bestehenden oder neuen Assetklassen mitsamt entsprechenden Handels- und Abwicklungsplattformen, heißt es in dem vom Vorstand zuletzt präsentieren "Horizon 2026"-Papier. Letztlich plant die Deutsche Börse künftig den weiteren Ausbau der Cloud-Nutzung sowie die Entwicklung der digitalen Nachhandelsplattform “D7“ der Tochter Clearstream zu beschleunigen. Zudem ist der Aufbau weiterer Handelsplattformen für digitale Anlageklassen angedacht. Das Angebot sowohl an investierbaren als auch an handelbaren Instrumenten soll deutlich ausgeweitet werden, beschreibt der Chef der Deutschen Börse in dem Strategiepapier die ambitionierten Pläne.

Laut dem Manager soll der Frankfurter Börsen-Dienstleister dadurch eine führende Rolle bei der Digitalisierung von Handelsklassen bis zum Jahr 2026 einnehmen. Dabei hat der Wertpapier- und Derivatespezialist in den letzten Jahren sein Geschäft immer mehr auf Bereiche mit stärkerem Wachstum und wiederkehrenden Einnahmen ausgeweitet. Mit der jüngsten Akquisition des Softwarespezialisten Simcorp wurde von der Deutschen Börse nicht nur der bisher größte Zukauf getätigt, sondern damit vor allem die eigene Daten- und Analysesparte deutlich ausgebaut. Die noch immer überragende EBITDA-Marge von über 50,0 % und die moderate KGV-Bewertung von 21 machen die Aktie auch weiterhin zum Kaufkandidaten.

 

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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