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Von Christina Rothfuß
02. Februar 2024

Trotz starker US-Arbeitsmarktdaten gibt der QIX Deutschland am Freitag um 0,3 % auf 16.135 Punkte nach. Siemens Healthineers vermeldet im 1. Geschäftsquartal (30. Dez.) Verbesserungen in der Labordiagnostik, und bestätigt nach solidem Erlösplus von 2,0 % die Jahresprognose. Siltronic erreicht trotz Umsatzrückgang eigene 2023er-Unternehmensziele, und erwartet dank zahlreicher Trends wie KI und der Digitalisierung künftig wieder gute Geschäfte.

Am Donnerstag war im Qualitäts-Index die Aktie von Siemens Healthineers mit Zuwächsen von zeitweise über 4,0 % der Top-Performer. Heute liegt sie aber erstmal wieder leicht im Minus bei 53,60 Euro. Verantwortlich für den gestrigen Anstieg war ein solider Jahresstart bei dem Medizintechnik-Gerätespezialisten. Dabei konnte das Unternehmen im 1. Geschäftsquartal (per Ende Dezember) Umsatz und operatives Ergebnis verbessern. Zudem trägt die Restrukturierung der schwächelnden Labordiagnostik offenbar erste Früchte. Siemens Healthineers integriert außerdem immer stärker Künstliche Intelligenz (KI) in den medizinischen Alltag, um so die Qualität der Dienstleistungen zu verbessern und ärztliche Diagnosen sowie Büroarbeit zu erleichtern. Im Vorfeld waren Investoren jedenfalls besorgt gewesen, dass die Siemens-Tochter die Erwartungen verfehlen könnte, und die Margen schwach ausfallen würden. Dies war aber nicht der Fall. Schließlich zog der Umsatz von Siemens Healthineers in den letzten 3 Monaten um 2,0 % auf knapp 5,2 Mrd. Euro an, bereinigt um Wechselkurs- und Portfolioeffekte legte er sogar um 5,7 % zu. Ein Wachstumstreiber war dabei der US-Krebsspezialist Varian, der seine jüngsten Lieferkettenprobleme verbessern konnte. Mit Ausnahme der Labordiagnostik konnten bei dem Gesundheits-Dienstleister auch die anderen Bereiche zulegen. Allerdings hatte das Diagnostikgeschäft im Vorjahr noch von starken Corona-Schnelltest-Verkäufen profitiert. Bei Siemens Healthineers gehören neben der Bildgebungs- und Labordiagnostiksparte auch noch Krankenhaus-Managementservices zum Kerngeschäft.

Die Labordiagnostik ist derzeit jedoch das schwächste Glied der Unternehmensgruppe. So lief unter anderem die Einführung des neuen Laborsystems “Atellica“ seit 2018 alles andere als reibungslos. Nach dem Abflauen des boomenden Antigen-Schnelltest-Geschäfts in der Corona-Zeit stieß das Management in der Sparte aber einen überfälligen Umbau an. Offenbar mit Erfolg, denn die Erholung der Labordiagnostik soll bei Siemens Healthineers im neuen Geschäftsjahr 2023/24 mit für ein höheres Wachstum sorgen. Die Prognose des bis Ende September laufenden Bilanzjahres bestätigte der Medizintechnikhersteller gestern auch erneut, wobei ein Umsatzwachstum von 4,5 bis 6,5 % anvisiert wird. Analysten erwarten trotz aktueller Schwierigkeiten für die Jahre 2023 bis 2027 auch noch immer mit einer jährlichen Wachstumsrate von im Schnitt 7,0 %. Zuletzt kam Siemens Healthineers auch weiterhin auf eine solide Reinmarge von 10,0 %. Zwar dürften die Risiken in der Diagnostiksparte kurzfristig weiterhin ein Belastungsfaktor für die Aktie bleiben. Dennoch ist das Unternehmen global bestens aufgestellt, um im lukrativen, aber auch umkämpften Medizintechnikmarkt beständig zu wachsen. Die Papiere von Siemens Healthineers notieren mit einem KGV von 20, was langfristig gesehen, bei Schwächephasen den Einstieg empfehlt.

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden einbezogen.

Im Qualitäts-Index wurde gestern auch die Aktie von Siltronic durch erreichte Unternehmensziele zeitweise stark beflügelt. Am Freitag legt sie auch erneut leicht auf 89,35 Euro zu. Zwar hatte der Siliziumwafer-Spezialist in 2023 die schwache Nachfrage der Halbleiterindustrie zu spüren bekommen. Im Schlussquartal stiegen die Erlöse aber im Vergleich zum 3. Quartal wieder leicht, was Anlegern Hoffnung auf Besserung macht. Zunächst aber musste Siltronic für die abgelaufenen 12 Monate einen im Jahresvergleich um 16,0 % rückläufigen Umsatz auf rund 1,5 Mrd. Euro hinnehmen, wie das Management am Donnerstag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Die Einnahmen erreichten aber die Unternehmensziele sowie in etwa die Schätzungen von Analysten. Zudem profitierte Siltronic als Hersteller von Siliziumwafern für die Halbleiterindustrie zuletzt auch von den jüngsten Äußerungen des taiwanischen Chip-Auftragsfertigers TSMC. Unser Geschäft hat die Talsohle erreicht und wir rechnen für 2024 mit einem gesunden Wachstum, hatte der TSMC-Chef Mitte Januar im Zuge der Veröffentlichung der 2023er-Jahreszahlen gesagt. Für Siltronic dürfte also das Tief bei der Wafer-Nachfrage durchschritten worden sein, zudem scheinen sich auch die PC- und Smartphone-Märkte zu stabilisieren.

Der Branchenzulieferer sieht sich in den nächsten Geschäftsjahren darüber hinaus als Profiteur intakter Trends wie der Digitalisierung, der Transformation der Energiewirtschaft oder auch vom Ausbau der E-Mobilität. Im November hatte das Management auf einem Kapitalmarkttag zudem auch bekräftigt, in Zuge dessen Umsatz und operative Marge bis 2028 kräftig steigern zu wollen. Bei der künftigen Gewinnmarge wird von Siltronic sogar ein hoher 30-Prozent-Wert angepeilt. Zunächst aber werden 2024 die Anlaufkosten des neuen Standorts in Singapur auf die Marge drücken. Im letzten Jahr lag sie aber bei beachtlichen 29,0 %. Vom Unternehmen wurde zuletzt auch der Produktionsstandort im sächsischen Freiberg um eine weitere Ziehhalle für Siliziumkristalle erweitert. Aus diesen können dann Siliziumwafer hergestellt werden, die Siltronic zur Chip-Weiterverarbeitung an Kunden verkauft.

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der TraderFox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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