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Von Christina Rothfuß
09. August 2022

Vor den für morgen anstehenden Daten zur US-Inflation zeigt der QIX Deutschland am Dienstag nachgebende Kurse. Am Nachmittag liegt der Index folglich mit 1,7 % im Minus bei 13.990 Punkten. Siemens Healthineers glänzt trotz Lieferketteneinflüsse im abgelaufenen Q3 mit einem Erlösplus von 3,7 % sowie einem abhaltend starken Ordereingang. RATIONAL vermeldet per Ende Juni eine weitere Erholung beim Auftragseingang auf rund 400 Mio. Euro.

 

Eine starke Kurserholung zeigte in den letzten Wochen im Qualitäts-Index vor allem die Aktie von Siemens Healthineers. Am heutigen Dienstag liegen die Papiere aber erst mal wieder im Minus bei 50,95 Euro. Der entscheidende Impulsgeber für den jüngsten Anstieg war dabei in erster Linie der von dem Medizintechnikhersteller in der Vorwoche bestätigte Ausblick auf das Gesamtjahr. Aber auch die aktuelle Auftragslage ist bei dem Unternehmen ungeachtet aller operativen Herausforderungen weiterhin als stark zu bezeichnen. Dabei geht der Vorstand von einem robusten 4. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2021/22 (Ende Sept.) aus. Da dieses saisonal bedingt bei Siemens Healthineers das umsatzstärkste Quartal werden dürfte. Zudem werden sich erstmals auch die jüngsten Preiserhöhungen positiv auf das Ergebnis auswirken. Noch im 3. Quartal hatten höhere Kosten in der Beschaffung und der Logistik sowie die chinesischen Lockdowns zu einem Gewinnrückgang geführt. Dennoch konnte das Medizintechnik-Unternehmen, das sich vor allem auf die Entwicklung und Herstellung von medizinischen Produkten sowie eine Vielzahl an Dienstleistungen spezialisiert hat, für Q3 ein Erlösplus von 3,7 % auf 5,2 Mrd. Euro vermelden. Ein operativer Kernpfeiler war bei Siemens Healthineers dabei der im vergangenen Jahr übernommene US-Krebsspezialist Varian, der im letzten Quartal um fast 9 % wuchs. Die Bildgebung-Sparte des Unternehmens lieferte dagegen ein Plus von 2,5 %, während das Diagnostikgeschäft rückläufig war.

Die Lockdowns in China hätten einen Monat länger gedauert als gedacht, erklärte zuletzt das Management. Manche Umsätze würden daher erst in den Folgequartalen verbucht. Darüber hinaus erhöhte der Gesundheits-Dienstleister die Preise, was sich allerdings zeitverzögert auswirkt, im Schnitt drei bis acht Monate. Auch das von Siemens Healthineers bislang florierende Geschäft mit Corona-Antigen-Schnelltests lieferte in Q3 erwartungsgemäß geringere Beiträge. Dafür war der Ordereingang zum Ende Juni überraschend robust gewachsen, wovon das „Equipment Book-to-Bill“-Verhältnis von 1,31 zeugte. Folglich bekräftigte der Vorstand auch die bisherige Jahresprognose, die ein vergleichbares Umsatzwachstum von gruppenweit 5,5 bis 7,5 % vorsieht. Die Aktie notiert zwar weiterhin mit einem sportlichen KGV von 24, das Qualitätsunternehmen arbeitet aber weiterhin sehr profitabel. Schließlich erzielt Siemens Healthineers neben der Gewinnmarge von 10 % auch eine Eigenkapitalrendite von 11 %. Mit diesen Kennzahlen notiert das Papier auch zu Recht im Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Einer der Top-Werte im Qualitäts-Index war angesichts einer starken Erholung in den letzten Wochen auch die Aktie von RATIONAL, die heute aber wieder deutlicher auf 595,00 Euro nachgibt. Die Papiere des Großküchenausrüsters profitierten allerdings kaum von der jüngsten Meldung, dass trotz der Engpässe in der Lieferkette und steigender Kosten der 2022er-Ausblick bestätigt wurde. Demnach soll der Umsatz im laufenden Jahr zwischen 10 und 15 % steigen, und selbst die operative Marge dürfte dabei leicht über dem Vorjahreswert von etwas mehr als 20 % liegen. Dies zeigt letztlich auch, dass RATIONAL in der Lage ist, über höhere Verkaufspreise die anhaltenden  Kostensteigerungen mehr als aufzufangen. Die globale Nachfrage nach den von dem Unternehmen angebotenen Combi-Dämpfern und multi-funktionalen Kochsystemen ist also weiterhin hoch. Für die ersten sechs Monate konnte der Gastronomie-Dienstleister jedenfalls einen um ein Fünftel auf 458 Mio. Euro anziehenden Umsatzwert verkünden. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 64 Mio. Euro bei RATIONAL in den Büchern und damit 10 % mehr als vor einem Jahr. Und nach dem kräftigen Einbruch der Aufträge in der Corona-Pandemie hat sich der Auftragseingang bei dem weltweit führenden Spezialisten für die thermische Speisezubereitung in Profiküchen inzwischen auch wieder normalisiert. Ende Juni beliefen sich die Bestellungen jedenfalls auf rund 400 Mio. Euro, und damit deutlich mehr als während der Corona-Krise.

Nachdem wir im März einen absoluten Spitzenwert bei den monatlichen Auftragseingängen gesehen haben, normalisieren sich diese zunehmend, sagte jüngst der Unternehmenschef von RATIONAL. Die Aufträge seien auch nach den weltweiten Preisanpassungen weiterhin auf erfreulichem Niveau. Die weitere Entwicklung des Umsatzes hängt nach den Worten des Managers allerdings weniger von der Auftragsentwicklung ab, sondern vielmehr von der Verfügbarkeit von Bauteilen, insbesondere elektronischer Komponenten. Die anhaltenden Kostensteigerungen und Versorgungsengpässe wegen der Lockdowns in Shanghai und des Ukraine-Kriegs betreffen RATIONAL folglich weiter indirekt. Auch sind die Folgen einer möglichen Gasrationierung in Deutschland auf die Lieferanten und für Kunden aus dem Gastronomie- und Restaurantbereich für das Unternehmen nur schwer zu beurteilen.

 

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

 

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